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16.06.2026 | 05:30

BYD in die Formel 1? Rüstungs- und Drohnenfantasie bei Daimler Truck, Mercedes und HPQ Silicon!

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Bildquelle: KI

Achtung bei BYD! Verzettelt sich der chinesische Elektroautohersteller? Im Heimatmarkt sorgt der Preiskampf für einbrechende Gewinne. Gleichzeitig fährt man bei der Europaexpansion den eigenen Zielen hinterher. In der Türkei gibt es Probleme, das Schnellladenetz wird Milliarden kosten und ob der kolportierte Einstieg in die Formel 1 sinnvoll ist, ist diskussionswürdig. Da wirkt die Expansion bei HPQ Silicon schlüssiger. Nachdem die neue Batterie-Generation des Unternehmens bei Tests in Drohnen bereits überzeugt hat, hat man mit Partner Novacium jetzt auf der Eurosatory 2026 in Paris ein ganzes Drohnen-Antriebssystem vorgestellt. In den Rüstungsbereich wollen jetzt auch Daimler Truck und Mercedes. Starten bald Drohnen vom Dach der G-Klasse?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000

Inhaltsverzeichnis:


    HPQ Silicon entwickelt sich immer mehr zum Drohnen-Play

    HPQ Silicon entwickelt sich immer mehr zum Drohnen-Play. Das kanadische Technologieunternehmen meldete, dass seine französische Beteiligung Novacium auf der Rüstungs- und Sicherheitsmesse Eurosatory 2026 ein neu entwickeltes integriertes Drohnen-Antriebssystem (Integrated Drone Propulsion System, IDPS) präsentiert. Gemeinsam mit den Partnern LN Innov' und Groupe Zekat entsteht eine vollständig in Europa entwickelte Antriebslösung, die Batterietechnologie, Elektromotoren und intelligente Steuerungselektronik in einem System vereint. Für HPQ ist dies ein wichtiger Schritt, da Novacium dabei seine siliziumverstärkten Lithium-Ionen-Batterien vorstellt, die höhere Energiedichten ermöglichen und gleichzeitig mit bestehenden Produktionsprozessen kompatibel bleiben. Die neueste Batterie-Generation erreichte laut HPQ Energiewerte von über 7.000 mAh und zählt damit zu den höchsten bislang gemeldeten Ergebnissen. Bei Tests überzeugte das HPQ-Produkt im Vergleich zu herkömmlichen Drohnenbatterien durch eine Leistungssteigerung von 23 % bis 36 %.

    Das neue Projekt von Novacium ist von strategischer Bedeutung. Angesichts geopolitischer Spannungen und der wachsenden Bedeutung technologischer Souveränität suchen zahlreiche Staaten und Unternehmen nach europäischen Alternativen zu internationalen Lieferketten. Das neue Drohnen-Antriebssystem wurde vollständig in Frankreich entwickelt und gefertigt. Dadurch adressiert es zentrale Anforderungen moderner Drohnenbetreiber: hohe Leistungsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von ausländischen Zulieferern. Die Präsentation auf der Eurosatory bietet Novacium und HPQ die Möglichkeit, mit potenziellen Kunden aus den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und Industrie in direkten Kontakt zu treten und die Kommerzialisierung der Technologie voranzutreiben.

    Für HPQ eröffnet sich ein zusätzlicher Wachstumspfad neben den bereits bekannten Aktivitäten in den Bereichen Batteriematerialien und Wasserstofftechnologien. An der Börse wird das Unternehmen noch mit überschaubaren 75,5 Mio. CAD bewertet.

    https://youtu.be/V6FO2uPdQLI?si=krfrV3gpZFo5xt5e

    Verzettelt sich BYD?

    Verzettelt sich BYD? Während sich der chinesische Elektroautohersteller im Heimatmarkt mitten in einem Preiskampf befindet, verfolgt er im Ausland mehrere ambitionierte Projekte. Während man beim Absatz in Europa den eigenen Zielen noch hinterherläuft, sorgt das Werk in der Türkei für Diskussionen. Zwar gilt die geplante Fabrik als wichtiger Baustein der europäischen Wachstumsstrategie, doch der Aufbau verläuft in einem anspruchsvollen Umfeld. Herausforderungen bei Genehmigungen, Lieferketten und dem Hochfahren neuer Produktionskapazitäten sind typische Risiken solcher Großprojekte.

    Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Konzern zuletzt durch Spekulationen über ein mögliches Engagement in der Formel 1. Offizielle Bestätigungen gibt es bislang nicht, dennoch werden entsprechende Gerüchte immer wieder diskutiert. Ein Einstieg in die Königsklasse des Motorsports könnte die globale Markenbekanntheit weiter steigern und technologische Kompetenz demonstrieren. Gleichzeitig würde ein solches Projekt erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen binden. Kritiker fragen daher, ob ein möglicher Formel-1-Vorstoß derzeit zur strategischen Priorität eines Unternehmens passt, das sich gleichzeitig in zahlreichen internationalen Märkten etablieren möchte.

    Hinzu kommt der geplante Aufbau eines eigenen Schnellladenetzes in Europa. Mit einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur könnte BYD die Attraktivität seiner Fahrzeuge erhöhen und sich unabhängiger von Drittanbietern machen. Allerdings ist der Ausbau eines europaweiten Netzes komplex und würde wohl einige Milliarden kosten.

    Die BYD-Aktie kann von den Vorhaben jedenfalls nicht profitieren. Im laufenden Jahr hat das Wertpapier 7,4 % an Wert verloren. In den vergangenen 52 Wochen liegt das Minus sogar bei über 20 %.

    Daimler Truck und Mercedes wollen etwas vom Verteidigungskuchen

    Während HPQ zu einem neuen Drohnen-Play wird, könnte dies im Rüstungsbereich für Daimler Truck gelten. Das Unternehmen hat gestern mitgeteilt, sein Verteidigungsgeschäft deutlich ausbauen zu wollen und dafür die weltweiten Aktivitäten unter der neuen Dachmarke „Daimler Truck Defence“ zu bündeln. Das Unternehmen plant, das bisher vor allem auf Mercedes-Benz-Lkw ausgerichtete Angebot schrittweise um weitere Fahrzeugportfolios und Marken des Konzerns zu erweitern. Zur Unterstützung des Wachstums sollen in den kommenden Jahren Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und Servicekapazitäten ausgebaut werden. Dafür sind Investitionen im mittelhohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich vorgesehen.

    Der Nutzfahrzeughersteller sieht das Defence-Segment als wichtiges strategisches Wachstumsfeld und strebt bis 2028 einen Umsatz von 1 Mrd. EUR in diesem Bereich an. Die Expansion soll auch positive Beschäftigungseffekte mit sich bringen, insbesondere am Standort Wörth am Rhein. Darüber hinaus setzt Daimler Truck auf internationale Partnerschaften, die Nutzung seiner globalen Produktions- und Servicenetzwerke sowie auf ein erweitertes Portfolio von militärischen Logistik- und Mobilitätslösungen für Streitkräfte weltweit.

    Passend dazu treibt auch die Mercedes-Benz Group ihre Aktivitäten im Sicherheits- und Verteidigungsbereich voran. Auf der Luftfahrtmesse ILA 2026 unterzeichnete Mercedes-Benz eine Absichtserklärung mit dem Münchner Technologieunternehmen TYTAN Technologies. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung und mögliche industrielle Skalierung von mobilen Sicherheits- und Verteidigungslösungen, die Fahrzeugplattformen mit Drohnen-, Sensor- und Missionssystemen verknüpfen. Auf der Messe präsentierten die Partner bereits einen ersten Prototypen eines fahrzeugbasierten Systemnetzwerks.

    Die Kooperation zeigt, dass Mercedes-Benz das Verteidigungsgeschäft inzwischen als strategisches Wachstumsfeld betrachtet. Vorstand Michael Schiebe betonte, dass Mercedes-Benz robuste Basisfahrzeuge einbringe, während TYTAN über Expertise bei Drohnen-, Sensor- und Abwehrsystemen gegen unbemannte Fluggeräte verfüge. Gemeinsam sollen innovative Lösungen für Schutz- und Sicherheitsaufgaben entwickelt werden. Vor dem Hintergrund der angekündigten Milliardenoffensive von Daimler Truck im Defence-Segment unterstreicht die Partnerschaft, dass sich der gesamte Konzern verstärkt auf die wachsende Nachfrage nach militärischer Mobilität und modernen Verteidigungstechnologien ausrichtet.

    Fazit

    Die jüngste Meldung bestätigt, dass sich HPQ mehr und mehr zum Drohnen-Play entwickelt. Davon sollte auch die Aktie bald profitieren. Die Aktie von BYD steht schon länger unter Druck. Zwar ist das Unternehmen zum größten E-Autohersteller der Welt aufgestiegen, aber für Aktionäre hat sich dies schon länger nicht mehr ausgezahlt. Die Expansion von Daimler Truck und Mercedes ist wahrscheinlich richtig, aber gerade bei Mercedes dürfte dies noch lange keine Effekte auf die Unternehmensentwicklung haben.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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