15.06.2026 | 04:30
Kritische Rohstoffe und Rüstung im Fokus! Steyr Motors, MP Materials, Almonty Industries Aktie!
Glückwunsch an alle Anleger, die die jüngste Schwächephase bei Almonty genutzt haben. Zum Ende der Woche legte die Aktie des Wolfram-Produzenten wieder spürbar zu. Denn an den fundamentalen Fakten hat sich nichts geändert. Wolfram ist knapp und die Nachfrage steigt. Im Gespräch mit der "taz" beschreibt ein Marktexperte die aktuelle Situation als dramatisch. Er fordert unter anderem, dass der Export von Wolframschrott nach China untersagt wird. Außerdem müssten Minenprojekte stärker gefördert werden. Ähnlich wie bei Wolfram muss der Westen auch bei Seltenen Erden eigene Lieferketten aufbauen. In den USA will dies MP Materials tun. Die Aktie läuft seit Monaten seitwärts. Doch Analysten raten zum Kauf. Im Abwärtstrend befindet sich die Aktie von Steyr Motors. Die Quartalszahlen konnten keine Impulse geben. Vielleicht bringt der Bereich der autonomen Systeme die Trendwende?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , MP MATERIALS CORP | US5533681012 | NYSE: MP , STEYR MOTORS AG | AT0000A3FW25
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Wolfram bleibt kritischer Rohstoff und Almonty profitiert
Glückwunsch an alle Anleger, die die jüngste Schwächephase bei Almonty genutzt haben. Nachdem die Aktie infolge des allgemeinen Selloffs und der Platzierung einer Wandelanleihe deutlich unter Druck geraten war, zeigte sie zuletzt wieder Stärke. Nach dem Tief bei rund 15 USD am Mittwoch ging das Wertpapier mit 17,68 USD an der NASDAQ ins Wochenende. Dabei sprechen die fundamentalen Argumente weiterhin klar für den Wolfram-Spezialisten. Mit dem Hochfahren der Sangdong-Mine in Südkorea steht Almonty vor dem Sprung in eine neue Unternehmensdimension. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen nach der erfolgreichen Finanzierung über eine prall gefüllte Kriegskasse. Spannend wird nun die Frage, wie das Management das zusätzliche Kapital einsetzen wird. Weitere Akquisitionen von Wolframprojekten oder eine Erweiterung der Wertschöpfungskette sind denkbare Optionen.
Fest steht, dass der Markt für Wolfram auch langfristig äußerst attraktiv bleibt. Dies unterstreicht ein aktuelles Interview mit einem Brancheninsider in der "taz".
Denn Wolfram ist eines der kritischsten Rohstoffe der Welt und die Versorgungslage verschärft sich zunehmend. Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee Group beschreibt im Gespräch mit der "taz" die aktuelle Situation als dramatisch. China kontrolliert heute mehr als 80 % der weltweiten Wolframproduktion und -verarbeitung. Bereits seit rund einem Jahr werden die Exporte wichtiger Vorprodukte stark eingeschränkt. Laut Wex trocknet der westliche Markt zunehmend aus. Gleichzeitig steigt die Nachfrage aus Zukunftsbranchen wie Elektronik, Halbleitern und Verteidigung kontinuierlich an.
China sei mittlerweile sogar vom Exporteur zum Nettoimporteur geworden und sichere sich zunehmend globale Ressourcen. Gleichzeitig werden Förderlizenzen im eigenen Land reduziert. Für westliche Industrien wird damit deutlich, wie kritisch die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten geworden ist. Die Europäische Union arbeitet bereits an Strategien für kritische Rohstoffe und fördert neue Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Man wolle auch eine kritische Reserve anlegen. Allerdings dürfte dies die Nachfrage weiter anheizen. Wex schlägt unter anderem vor, dass der Wolframschrott-Export nach China untersagt und der Recyclinganteil in der EU weiter gesteigert wird. Außerdem müssten sinnvolle Rahmenbedingungen für neue Minenprojekte in der westlichen Welt geschaffen und deren Aufbau finanziell unterstützt werden (zum Interview).
Bringt Drohnen-Fantasie die Trendwende bei Steyr Motors?
Ruhig war es zuletzt um Steyr Motors geworden. Mit den Quartalszahlen konnte der Anbieter von Spezialmotoren für den militärischen und zivilen Bereich den Abwärtstrend der Aktie nicht stoppen. Inzwischen droht der Kurs unter die Marke von 30 EUR zu rutschen. Im Juli 2025 notierte die Aktie noch über 60 EUR.
Doch operativ gibt man weiter Gas. Zuletzt wurde der Ausbau der Marktposition im Bereich der autonomen Systeme gemeldet. So liefert Steyr Motors künftig Motoren für das unbemannte Bodenfahrzeug CORNUS UGV des slowenischen Unternehmens RTC. Die modulare Plattform ist für militärische und sicherheitsrelevante Einsätze konzipiert und kann unter anderem für Logistik-, Aufklärungs- oder Energieversorgungsmissionen genutzt werden. Nach Anwendungen in unbemannten Überwasserfahrzeugen (USV) erschließt Steyr Motors damit nun auch den Markt für unbemannte Bodenfahrzeuge (UGV).
Steyr sieht autonome Systeme als einen der wichtigsten Zukunftsmärkte im Verteidigungsbereich. Als Beleg für die wachsende Bedeutung solcher Technologien verweisen die Österreicher auf den jüngsten Einsatz eines unbemannten Überwasserfahrzeugs bei einer Rettungsmission nahe der Straße von Hormus. Dieser Einsatz zeige, dass autonome Plattformen zunehmend von Testprojekten in reale und sicherheitskritische Anwendungen übergehen.
Laut Branchenprognosen soll der globale Markt für unbemannte Systeme bis 2033 auf mehr als 67 Mrd. USD wachsen, wobei insbesondere der Markt für militärische UGVs stark zulegen dürfte. Steyr Motors sieht sich dank seiner langjährigen Erfahrung mit Motoren für militärische Spezialfahrzeuge, Marineanwendungen und sicherheitskritische Systeme gut positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Die Gesellschaft betont zudem, dass die Wachstumschancen aus dem Bereich autonomer Systeme bislang nur in geringem Umfang im aktuellen Auftragsbestand von 308 Mio. EUR berücksichtigt seien. Die Marktkapitalisierung von Steyr liegt übrigens bei 175 Mio. EUR.
Kann MP Materials von positiven Analysten profitieren?
Ähnlich wie bei Wolfram muss der Westen auch bei Seltenen Erden eigene Lieferketten aufbauen. Während Almonty im Wolfram-Bereich eine führende Rolle spielt, ist es bei Seltenen Erden MP Materials. Dort ist im vergangenen Jahr sogar die US-Regierung direkt eingestiegen. Außerdem hatte man mit einer Kooperation mit Apple für Aufsehen gesorgt. Seitdem ist es allerdings ruhiger um die Aktie geworden. Im laufenden Jahr konnte sie lediglich 4,7 % zulegen. Mit 57,55 USD notiert sie spürbar unter dem Hoch vom Oktober 2025 bei rund 80 USD.
Das Unternehmen betreibt im US-Bundesstaat Kalifornien eine Mine und arbeitet daran, eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette für Seltene Erden und Permanentmagnete in den USA aufzubauen. Analysten äußerten sich zuletzt positiv zur Aktie. DA Davidson hat die Kaufempfehlung bestätigt. Die Analysten trauen der Aktie einen Kurs von 82 USD zu. Ausschlaggebend für die Einstufung sind die Fortschritte bei der Produktion von Neodym-Praseodym-Oxiden (NdPr), dem Hochlauf des Magnetgeschäfts sowie zusätzliche Wertschöpfungsbereiche wie Recycling. Zudem verweisen die Experten auf die weiterhin solide Bilanz des Unternehmens. DA Davidson geht davon aus, dass MP Materials Ende 2026 eine jährliche Produktionsrate von rund 6.000 Tonnen NdPr erreichen kann.
Auch Needham zeigt sich optimistisch. Die Investmentbank hat die Beobachtung der MP-Aktie Anfang Juni gestartet. Für die Analysten ist das Wertpapier ein Kauf. Den fairen Wert sehen sie bei 81 USD. MP Materials sei einer der wenigen westlichen Anbieter, die den Aufbau einer integrierten Lieferkette für Seltene Erden außerhalb Chinas erfolgreich vorantreiben. Der Fokus liege dabei insbesondere auf dem margenstarken Magnetgeschäft, das künftig neben dem Rohstoffabbau für deutlich höhere Wertschöpfung sorgen soll.
https://youtu.be/D39rKLK2MN0?si=N6HHm98QY0M_wfgI
Fazit
Bei Almonty dürften die kommenden Monate spannend werden. Wie stark werden Umsatz und Gewinn durch die Sangdong-Mine explodieren? Was macht man mit der prall gefüllten Kriegskasse? Die Aktie erscheint weiterhin aussichtsreich. Teuer ist die Aktie von Steyr Motors inzwischen nicht mehr. Dennoch drängt sich ein Kauf nicht auf, da der Rüstungssektor derzeit einfach kein Momentum hat. MP Materials bringt weiterhin mehr als 10 Mrd. USD auf der Börsenwaage. Bei Almonty sind es "nur" 5 Mrd. USD. Doch auch MP dürfte langfristig erfolgreich sein.
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