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27.07.2026 | 05:30

Kaufempfehlungen für Almonty, Micron und TKMS! Rüstung, Rohstoffe und Halbleiter mit Kurspotenzial!

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  • Rohstoffe
Bildquelle: Rheinmetall

Es scheinen sich derzeit spannende Kaufchancen zu eröffnen. Im Rohstoffsektor sticht Almonty Industries heraus. Das Unternehmen hat die Wolframmine in Südkorea hochgefahren und wird im zweiten Halbjahr Umsatz und Gewinn massiv steigern. Analysten erwarten im kommenden Jahr einen Nettogewinn von 854,6 Mio. CAD. Das KGV liegt dann bei 4,34. Wohl zu niedrig für den einzigen ernstzunehmenden westlichen Anbieter. Die Analysten raten zum Kauf. TKMS scheint unter den schwächelnden Rüstungsunternehmen herauszuragen. Analysten verweisen auf den riesigen Auftragsbestand. Dieser könnte Planbarkeit bis in die 2040er-Jahre bieten. Nichts für schwache Nerven bleibt Micron. Nach der historischen Kursrally sorgen sich Anleger wegen möglicher Überkapazitäten. Auch Micron investiert Milliarden. Analysten beruhigen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Es spricht viel für steigende Kurse

    Ergibt sich bei Almonty Industries derzeit eine spannende Chance zum Kaufen bzw. Nachkaufen? Nach einer fantastischen Rally von 7,30 EUR Anfang 2026 schoss die Aktie des Wolframproduzenten bis auf 20 EUR. Seit Mitte April konsolidiert das Wertpapier und schloss am Freitag bei 12,12 EUR. Dabei spricht sehr viel für steigende Kurse: Wolfram ist in westlichen Ländern kritisch und knapp, die Megamine in Südkorea wird hochgefahren, beim Wolframpreis ist trotz des historischen Niveaus von rund 3.000 USD je MTU keine Korrektur in Sicht und die Kasse von Almonty ist für organisches und anorganisches Wachstum prall gefüllt.

    Eine Kaufchance sehen auch die Analysten von Cantor Fitzgerald. Die Experten empfehlen die Almonty-Aktie mit einem Kursziel von 25,50 USD zum Kauf. Die Bewertung basiert auf einer Kombination aus Substanzwert und dem erwarteten EBITDA für 2027. Dabei unterstellen die Experten zunächst die aktuell hohen Wolframpreise und langfristig einen Preis von 600 USD je MTU. Dies erscheint äußerst konservativ. Wie beschrieben, liegt der aktuelle Spotpreis bei 3.000 USD.

    Die Analysten bewerten die jüngste Ausweitung des langfristigen Abnahmevertrags für Wolframkonzentrat aus der Sangdong-Mine mit Global Tungsten & Powders (GTP) als positiv. Die Laufzeit wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert, wodurch sich das vertraglich gesicherte Gesamtvolumen um 40 % auf 4,41 Mio. MTU erhöht. Nach dem Hochlauf sollen mindestens 210.000 MTU pro Jahr geliefert werden. Gleichzeitig verbessert sich die Preisgestaltung für die vereinbarten Mengen um rund 6,3 %. Der Vertrag deckt etwa 90 % der geplanten Produktion der ersten Ausbaustufe von Sangdong ab und reicht bis in die späten 2040er-Jahre.

    GTP mit Sitz in Pennsylvania zählt zu den größten westlichen Herstellern von Wolframpulvern und ist ein wichtiger Zulieferer für die US-Verteidigungs- und Industriebranche. Für Almonty stärkt die Vereinbarung damit nicht nur die langfristige Absatzsicherheit, sondern auch die strategische Bedeutung von Sangdong als Wolframquelle außerhalb Chinas. Die geplante Phase-II-Erweiterung, mit der sich die Verarbeitungskapazität ungefähr verdoppeln soll, ist in dem Vertrag noch nicht berücksichtigt und bietet damit zusätzliches Absatzpotenzial.

    Die Analysten erwarten, dass Almonty im laufenden Jahr 540,7 Mio. CAD umsetzen wird. Im kommenden Jahr sollen es dann bereits 1,38 Mrd. CAD sein. Der Nettogewinn soll 2026 bei 328,0 Mio. CAD liegen und im kommenden Jahr auf 854,6 Mio. CAD explodieren. Umgerechnet in USD würde der Gewinn je Aktie in 2027 damit bei 3,07 liegen. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 13,34 USD entspricht dies einem KGV für 2027 von 4,34.

    TKMS: Auftragsbestand bringt Planbarkeit

    Am 12. August 2026 wird TKMS über das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 berichten. Die Analysten von mwb Research erwarten eine solide Entwicklung und sehen den Marinekonzern operativ auf Kurs. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres rechnen sie mit einem Umsatzwachstum von 1,59 Mrd. EUR auf 1,78 Mrd. EUR. Das EBIT soll von 97 Mio. EUR auf 102 Mio. EUR steigen. Im Bereich Surface Vessels dürfte sich das Geschäft nach dem schwächeren zweiten Quartal erholen. Bei den U-Booten dürfte die Projektabwicklung planmäßig verlaufen, während sich bei Atlas Elektronik aufgrund verschobener Auslieferungen noch ein verhalteneres drittes Quartal abzeichnet.

    Besonders wichtig für die weitere Entwicklung sind aus Sicht der Analysten die erwarteten Großaufträge. Der bereits angekündigte Fregattenauftrag soll im vierten Quartal unterzeichnet werden und mit einer Vorauszahlung verbunden sein. Dadurch könnte der freie Cashflow im Gesamtjahr die derzeitige Konsensschätzung von 185 Mio. EUR übertreffen. Das kanadische U-Boot-Projekt ist bislang noch nicht im Auftragseingang berücksichtigt, da die endgültige Vertragsunterzeichnung aussteht. mwb betrachtet diesen Schritt jedoch weitgehend als Formsache und sieht darin einen möglichen starken Impuls für den Auftragsbestand im kommenden Geschäftsjahr. Hinzu kommen weitere Chancen, unter anderem in Indien.

    Den jüngsten Kursrückgang der TKMS-Aktie hält mwb für nicht gerechtfertigt. Nach Einschätzung der Analysten könnte der Auftragsbestand bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres auf rund 25 Mrd. EUR steigen und bei erfolgreichen Vertragsabschlüssen in Kanada und Indien im kommenden Jahr sogar die Marke von 40 Mrd. EUR überschreiten. Dies entspräche etwa dem 16-Fachen des Jahresumsatzes und würde eine außergewöhnlich hohe Umsatzvisibilität bis weit in die 2040er-Jahre schaffen. Da viele Verträge zudem inflationsindexiert sind, sieht mwb eine hohe Planbarkeit. Die Analysten bestätigen daher ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von 135 EUR. Derzeit notiert die TKMS-Aktie bei 80 EUR.

    Micron Technology investiert Milliarden

    Nichts für schwache Nerven ist die Aktie von Micron Technology. Zunächst ging es von 320 USD Anfang April bis Ende Juni auf über 1.200 USD nach oben. Dann ging es innerhalb von drei Wochen bis auf 850 USD nach unten. Anleger sind sich nicht einig, ob der KI-Boom die Halbleiternachfrage nachhaltig antreiben wird oder wir am Ende des Schweinezyklus stehen. Die Bären argumentieren, dass die aktuellen Milliardeninvestitionen in neue Fabriken zu Überkapazitäten führen werden. Die Bullen glauben, dass der KI-Boom alle Kapazitäten auslasten wird.

    Auch Micron will kräftig investieren. Allein in den Ausbau der US-Halbleiterlieferkette sollen bis zu 3 Mrd. USD fließen. Ziel ist es, die Versorgung mit wichtigen Vorprodukten langfristig abzusichern und zugleich die heimische Produktionsbasis für Speicherchips und andere Halbleiteranwendungen zu stärken. Ein zentraler Bestandteil ist eine strategische Finanzierung von 500 Mio. USD für GlobalWafers. Das Geld soll den Ausbau der 300-mm-Siliziumwafer-Produktion im texanischen Sherman unterstützen. Zusätzlich planen beide Unternehmen einen Liefervertrag über zehn Jahre, der Micron langfristig Zugang zu bedeutenden Waferkapazitäten sichern soll.

    Micron reagiert damit auf den steigenden Bedarf an leistungsfähigen Speicherchips und Speicherlösungen, der vor allem durch Künstliche Intelligenz und datenintensive Anwendungen angetrieben wird. GlobalWafers ist nach eigenen Angaben der einzige Anbieter im Rahmen des US-Programms „CHIPS for America“, der fortschrittliche 300-mm-Rohwafer lokal in den USA produzieren kann. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen bei neuen Wafertechnologien und Prozessinnovationen zusammenarbeiten. Die geplante Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt endgültiger Verträge sowie üblicher Genehmigungen und Abschlussbedingungen.

    Die jüngsten Analystenkommentare zu Micron bleiben ausgesprochen positiv. KeyBanc bestätigte die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 1.750 USD und verweist auf anhaltende Engpässe bei Speicherchips sowie weiter steigende Preise. Auch die UBS sieht den Rücksetzer als Kaufchance und hält an einem Kursziel von 1.625 USD fest. Die Analysten rechnen damit, dass das Angebot bei DRAM bis mindestens 2028 knapp bleibt und die KI-getriebene Nachfrage nach HBM und anderen Speicherlösungen weiter zunimmt.


    Fazit

    Die Almonty-Aktie schwächelt derzeit ein wenig, doch der Wolframpreis bleibt auf Rekordniveau und das Unternehmen steigert die Produktion des heiß begehrten Rohstoffs. Das KGV erscheint viel zu günstig. TKMS ist ebenfalls nicht teuer und der Auftragsbestand gibt Sicherheit. Allerdings bleibt der Marinebau komplex. Micron setzt mit seinen Investitionen auf eine steigende Nachfrage.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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