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09.09.2026 | 05:30

Insideralarm bei Deutz! Kaufempfehlung für Renk! Drohnenfantasie bei HPQ Silicon!

  • Rüstung
  • Drohnen
  • Batterietechnologie
Bildquelle: ChatGPT KI generiert

Anfang des Jahres wäre die Aktie von HPQ Silicon wahrscheinlich durch die Decke gegangen. Damals liebte die Börse Drohnenaktien. Derzeit ist von dieser Euphorie wenig geblieben. Doch genau darin liegt die Chance bei HPQ. Denn der Newsflow ist stark. Gleich mehrere europäische Drohnenhersteller testen die Batterien der neuesten Generation und die französische Armee hat bereits bestellt. Der Star unter den Rüstungsaktien ist derzeit wohl Deutz. Ein Insider kauft weiter und der Newsflow ist ebenfalls positiv. Bei Renk halten Analysten den jüngsten Kursrutsch für überzogen. Sie stufen die Aktie hoch. Das Kurspotenzial ist allerdings überschaubar und es gibt Risiken im Auftragsbestand.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006

Inhaltsverzeichnis:


    HPQ Silicon: Wann explodiert die Aktie?

    Anfang des Jahres wäre die Aktie von HPQ Silicon wahrscheinlich durch die Decke gegangen. Damals liebte die Börse Drohnenaktien und DroneShield verdoppelte sich beispielsweise innerhalb weniger Wochen. Derzeit ist von dieser Euphorie wenig geblieben. Doch genau darin liegt die Chance bei HPQ. Denn der Newsflow ist stark.

    Zuletzt haben HPQ Silicon und sein strategischer Partner Novacium, an dem HPQ auch beteiligt ist, insgesamt 30 speziell konfigurierte Batteriepakete an drei europäische Drohnenhersteller geliefert. Jeder Hersteller erhielt zehn Packs für die abschließende Testphase vor einer möglichen Produktqualifizierung und Integration in die jeweiligen Drohnenplattformen. Die Konfigurationen wurden auf Basis früherer Tests sowie der technischen und operativen Anforderungen der Kunden individuell angepasst.

    Zum Einsatz kommt Novaciums proprietäre Siliziumanoden-Technologie der Generationen GEN3 und GEN4. Sie soll eine höhere Energiedichte als herkömmliche Zellen mit Graphitanoden ermöglichen und zugleich die Anforderungen der Drohnenindustrie an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Belastbarkeit erfüllen. Je nach Auslegung könnten die Batterien damit größere Reichweiten, höhere Nutzlasten oder eine bessere Kombination aus beiden Faktoren ermöglichen.

    Die drei Evaluierungsprogramme laufen seit dem vierten Quartal 2025 und haben nun gleichzeitig die letzte geplante Teststufe erreicht. Novacium will die Rückmeldungen der Hersteller nutzen, um die Batteriepakete weiter zu optimieren und eine mögliche Produktqualifizierung vorzubereiten. HPQ profitiert über seine Beteiligung an Novacium und verfügt zudem über die exklusive nordamerikanische Lizenz für dessen Technologien.

    Dies ist bereits die zweite Erfolgsmeldung innerhalb weniger Wochen. Zuvor hatten HPQ Silicon und Novacium den ersten kommerziellen Auftrag für ihre GEN3-Batteriepacks gemeldet. So hat die französische Armee für ein Regiment 6S1P-Packs mit einer Kapazität von 6.000 mAh für ihre FPV-Drohnen bestellt. Der Bestellung waren mehrmonatige Leistungs- und Zuverlässigkeitstests vorausgegangen. Nach erfolgreicher Erprobung gelang damit erstmals der Schritt in eine konkrete Verteidigungsanwendung und zugleich der Einstieg in die Lieferkette Frankreichs beziehungsweise der NATO. Die siliziumbasierte Anodentechnologie soll durch ihre höhere Energiedichte größere Reichweiten, höhere Nutzlasten oder eine ausgewogene Kombination beider Vorteile ermöglichen.

    https://youtu.be/V6FO2uPdQLI?si=krfrV3gpZFo5xt5e

    Deutz: Insider kauft

    Während sich die HPQ-Aktie noch in den Startlöchern für eine Rally befindet, läuft diese bei Deutz auf Hochtouren. Der Motorenspezialist stemmt derzeit eine große Übernahme und geht bei Rüstung all-in. Die Aktie der Kölner hat allein im vergangenen Monat über 22 % zulegen können. Für 2026 liegt das Kursplus bei 50 %. Und auch auf diesem Niveau greifen noch Insider zu. Zuletzt hat Patricia Geibel-Conrad einen Kauf gemeldet. Sie hat am 28. August Aktien im Wert von 103.000 EUR gekauft. Der Durchschnittspreis lag bei 12,89 EUR.

    Operativ hat Deutz zuletzt eine strategische Kooperation mit dem indischen Motorenhersteller Kirloskar Oil Engines (KOEL) gemeldet. Damit erweitert Deutz sein Angebot für streng regulierte Märkte um eine kompakte 1,6-Liter-Baureihe und erschließt das Leistungssegment unterhalb der bisherigen Einstiegsklasse von 2,2 Litern. Die Zusammenarbeit reagiert insbesondere auf den Trend zu kleineren Motoren und die steigende Nachfrage nach kompakten Antriebslösungen.

    Die wassergekühlten Dreizylindermotoren sollen als D1.6-Saugmotor sowie als TCD1.6 mit Turbolader angeboten werden und eine Leistung von 18 bis 41,2 kW abdecken. Vorgesehen sind Einsätze unter anderem in Baumaschinen, im Materialtransport und in industriellen Anwendungen. Die erste Variante soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen.

    Renk: Analysten stufen die Aktie hoch

    Zu den Rüstungsaktien, die derzeit nicht laufen, gehört Renk. Die Aktie des Getriebespezialisten hat im vergangenen Monat 15 % und im Gesamtjahr 22 % an Wert verloren und notiert bei 43 EUR. Aus Sicht von mwb Research ist die Aktie damit durchaus günstig. Die Analysten haben das Wertpapier von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft. Das Kursziel bleibt bei 48 EUR.

    Nach dem Kursrückgang sei das Risiko eines Umsatzrückgangs aufgrund des hohen Anteils noch unsicherer Aufträge im Auftragsbestand inzwischen deutlich besser im Kurs berücksichtigt. Das Bewertungsmodell unterstellt einen Umsatzrückgang von 18 % gegenüber dem erwarteten Höchststand und einen proportionalen Rückgang des freien Cashflows.

    Zusätzliches Potenzial sehen die Analysten im Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilgeschäft (MRO). Damit dieser Bereich die Einschätzung wesentlich verändert, müsse Renk jedoch zunächst eine ausreichend große installierte Basis aufbauen. Kurzfristig könnte die erwartete Entscheidung der Bundesregierung über den rund 25 Mrd. EUR schweren Boxer-/Arminius-Auftrag für Impulse im gesamten Verteidigungssektor sorgen. Rheinmetall und KNDS sollen bei dem Großprojekt als Hersteller auftreten.

    Nach dem Kursrückgang ist die Bewertung laut mwb wieder auf das Niveau von Ende Mai gefallen. Für 2027 wird Renk mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 und einem EV/EBITDA-Multiple von 11 bewertet. Bis 2030 könnten diese Kennzahlen auf etwa 11 beziehungsweise 6 sinken. Für 2030 erwarten die Analysten zudem eine Dividendenrendite von mehr als 4 %. Insgesamt hält mwb das aktuelle Kursniveau für attraktiv, da ein möglicher Höhepunkt der Verteidigungsausgaben zu Beginn der 2030er-Jahre bereits angemessen eingepreist sei. Allerdings ist auch das Kurspotenzial überschaubar.


    Fazit

    HPQ Silicon erscheint reif für einen Kurssprung. Der Newsflow würde diesen jedenfalls rechtfertigen. Wer jetzt kauft und etwas Geduld hat, könnte belohnt werden. Deutz ist einer der Überflieger des Jahres. Gelingt die große Übernahme, ist bei der Aktie wohl noch mehr drin. Bei Renk drängt sich derzeit kein Kauf auf.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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