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03.09.2026 | 04:30

40 % Kursgewinn noch nicht genug? Almonty Industries, Renk, Verbio-Aktie!

  • Rüstung
  • Rohstoffe
  • Energie
Bildquelle: ChatGPt KI generiert

Nach einer Rally von mehr als 40 % in einem Monat nimmt sich die Aktie von Almonty Industries derzeit eine kleine Auszeit. Diese dürfte nicht lange anhalten. Analysten sehen deutliches Kurspotenzial bei dem führenden westlichen Wolframproduzenten. Zudem ist in den USA zuletzt ein Exportverbot für Wolframschrott in Kraft getreten. Denn das Land verfügt über keine produzierende Mine – das will Almonty bald ändern – und braucht den Rohstoff unter anderem für Munition, Raketen und Halbleiter. Ebenfalls gefragt war in den vergangenen Wochen die Aktie von Verbio. Das Kursplus von 33 % im laufenden Jahr ist aus Sicht von Analysten noch nicht genug. Sie sehen noch mehr Potenzial. Kurstreiber ist unter anderem die US-Expansion. Und was macht Renk? Analysten raten zum Kauf und die Produktion wird kräftig ausgebaut. Doch die Aktie konnte davon zuletzt nicht profitieren.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: VERBIO VER.BIOENERGIE ON | DE000A0JL9W6 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , RENK AG O.N. | DE000RENK730

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: USA machen bei Wolfram Ernst

    Nach einer Rally von mehr als 40 % in einem Monat nimmt sich die Aktie von Almonty Industries derzeit eine kleine Auszeit. Diese dürfte nicht lange anhalten. Zum einen sehen Analysten deutliches Kurspotenzial bei dem führenden westlichen Wolframproduzenten. Zuletzt hatte GBC Research das Kursziel von 20,89 USD auf 30 USD bzw. 25,87 EUR angehoben. Derzeit notiert die Almonty-Aktie knapp über 17 USD.

    Zum anderen rückt Wolfram als strategischer Rohstoff wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. So ist Ende August in den USA ein Exportverbot für Wolframschrott und bestimmte Batterieabfälle in Kraft getreten. Die Maßnahme soll kritische Rohstoffe im Land halten und die heimische Versorgung stärken. Hintergrund ist eine prekäre Lage. Die USA fördern schon seit Jahren selbst kein Wolfram mehr. China dominiert die globale Produktion und die Weiterverarbeitung. Peking nutzt die Exportkontrollen für Wolfram schon länger als strategische Waffe. Außerdem gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Berichte, die darauf hinweisen, dass China Wolframschrott in den USA und Europa aufkauft. Dies wollen die USA ab sofort verhindern.

    Almonty-CEO Lewis Black weist immer wieder darauf hin, dass Wolfram längst nicht mehr nur für klassische Rüstungsanwendungen wie panzerbrechende Munition oder Raketenkomponenten relevant ist. Das Metall spielt auch in der Halbleiterindustrie und der Raumfahrt eine wichtige Rolle. Die Kombination aus Verteidigung, Halbleitern und künstlicher Intelligenz macht eine sichere Versorgung für westliche Staaten zunehmend zu einer industrie- und sicherheitspolitischen Priorität.

    Für Almonty kommt diese Entwicklung zu einem günstigen Zeitpunkt. Die Produktion der Sangdong-Mine in Südkorea wird hochgefahren und soll weiter ausgebaut werden. Die Anlage ist auf eine Verarbeitungskapazität von rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr und eine Produktion von etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat ausgelegt. Damit sollte Sangdong wahrscheinlich zum wichtigsten Wolframprojekt außerhalb Chinas werden. Während Politik und Industrie ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten reduzieren wollen, verfügt Almonty zunehmend über genau das, was der Westen sucht: eine reale, skalierbare und geopolitisch attraktive Wolframproduktion. Zudem baut Almonty auch die Mine in Portugal und dürfte zum ersten Produzenten von Wolfram in den USA seit vielen Jahren werden. Zudem ist die Kasse für Übernahmen prall gefüllt.

    https://youtu.be/H89AmF0rjfA?si=ax_Y3Rp6wKhezGxz

    Renk baut Produktion aus

    Ist die Rally bei Renk schon wieder vorbei? Nachdem die Rüstungsaktie im ersten Halbjahr deutlich verloren hatte, ging es ab Mitte Juli innerhalb weniger Wochen immerhin von 43 EUR auf 52 EUR nach oben. Doch inzwischen ist das Wertpapier wieder auf 44 EUR abgerutscht. Dabei gab es zuletzt Kaufempfehlungen von JPMorgan, Barclays, Warburg und der Deutschen Bank. Die Kursziele reichen bis 75 EUR.

    Operativ läuft es jedenfalls rund bei Renk. Um weiter zu wachsen, baut der Getriebespezialist seine Produktionskapazitäten deutlich aus. Im Stammwerk Augsburg soll die Getriebeproduktion bis 2030 auf mehr als 2.000 Einheiten pro Jahr steigen. Dies wäre eine Verdreifachung. Das dafür entwickelte neue Konzept wird seit 2025 schrittweise auf das gesamte Produktionsnetzwerk übertragen. Ein weiterer Meilenstein ist die Inbetriebnahme von drei neuen Bearbeitungszentren im Werk Rheine. Dort wachsen die Kapazitäten seit 2025 jährlich um mehr als 30 %. Bis 2030 investiert Renk mehr als 20 Mio. EUR in den Standort.

    In Rheine werden künftig Komponenten für das Getriebe HSWL 256 gefertigt. Dieses wird unter anderem im Schützenpanzer Puma eingesetzt. Der Ausbau ist Teil der Initiative „Made for Germany“, in deren Rahmen Renk bis 2028 bis zu 325 Mio. EUR in Deutschland in Digitalisierung, Innovation und zusätzliche Produktionskapazitäten investieren will. Mit der höheren Lieferfähigkeit will der Konzern die Modernisierung der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte sowie die Umsetzung der neuen NATO-Fähigkeitsziele unterstützen.

    Verbio: Analysten bullisch

    Nicht so stark wie Almonty, aber dennoch bemerkenswert hat sich die Aktie von Verbio im laufenden Jahr entwickelt. Allein 2026 beträgt das Kursplus gute 33 %. In den vergangenen 52 Wochen ging es sogar um fast 190 % nach oben.

    Derzeit notiert die Verbio-Aktie bei rund 30 EUR. NuWays sieht den fairen Wert sogar bei 41 EUR und hat die Coverage mit einer Kaufempfehlung begonnen. Grundlage für den Optimismus ist vor allem der erwartete normalisierte Free Cashflow (FCF) der kommenden Jahre. Für 2027/28 rechnen die Analysten mit einem FCF von 114 Mio. EUR, für 2028/29 mit rund 201 Mio. EUR. Gleichzeitig spiegele der aktuelle Börsenwert die Normalisierung des THG-Quotenmarktes, die neuen Produktionskapazitäten und das Potenzial aus erneuerbaren Chemikalien aus Sicht der Analysten noch nicht ausreichend wider. Als kurzfristige Kurstreiber nennt NuWays die endgültigen Jahreszahlen Ende September und den Kapitalmarkttag Anfang Oktober.

    NuWays sieht Verbio nach zwei schwierigen Jahren am Beginn einer strukturellen Ergebniswende. Belastet hatten zuletzt vor allem Verwerfungen am deutschen THG-Quotenmarkt, schwache Bioethanol-Margen und der Hochlauf der US-Aktivitäten. Im Geschäftsjahr 2025/26 erreichte das vorläufige EBITDA 192 Mio. EUR nach nur 14 Mio. EUR im Vorjahr. Bereinigt um einen Einmaleffekt von rund 20 Mio. EUR lag das operative EBITDA bei etwa 172 Mio. EUR. Haupttreiber waren die Normalisierung der deutschen THG-Quotenpreise, bessere Bioethanol-Spreads in Europa und höhere Produktionsmengen in den USA. Besonders attraktiv sei weiterhin das integrierte Bioethanol-/Biomethan-Geschäft, das mehrere Erlösquellen kombiniert und zusätzlich von der Monetarisierung von CO₂-Einsparungen profitieren könne.

    Nach Ansicht der Analysten wechselt Verbio nun von einer investitionsgetriebenen in eine monetarisierungsgetriebene Phase. Der Großteil des umfangreichen Investitionsprogramms sei abgeschlossen, sodass steigende Auslastungen und zusätzliche Erträge stärker auf Ergebnis und Cashflow durchschlagen sollten. Chancen sieht NuWays insbesondere beim Hochlauf des Standorts im US-Bundesstaat Nevada. Dieser soll schrittweise auf eine integrierte Ethanol-/RNG-Produktion umgestellt werden. Zudem soll die Produktion erneuerbarer Chemikalien ausgebaut werden. Zusätzlichen Wert bergen rund 0,66 Mio. Tonnen angesammelte THG-Quoten aus 2024. Bei einem angenommenen Preis von 400 EUR je Tonne könnten daraus nach Einschätzung von NuWays rund 227 Mio. EUR Netto-Cashzuflüsse entstehen, die vor allem in den Geschäftsjahren 2027/28 und 2028/29 realisiert werden dürften.


    Fazit

    Bei der Aktie von Almonty scheint noch mehr möglich zu sein. Wolfram bleibt ein kritischer Rohstoff und wird nicht nur in den USA dringend für Munition, Halbleiter und die Raumfahrt benötigt. Nach dem Exportverbot für Wolframschrott dürfte zum Jahreswechsel das Importverbot unter anderem aus China für Aufregung sorgen. Almonty dürfte weiter profitieren. Die US-Expansion von Verbio scheint ein Erfolg zu werden. Mit Blick auf die Analystenschätzungen scheint die Aktie nicht teuer zu sein. Bei Renk drängt sich derzeit kein Kauf auf.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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