07.09.2026 | 04:30
Drohnenaktien jetzt kaufen? Rheinmetall, Steyr Motors, Volatus Aerospace spielen im Milliardenmarkt mit!
Der globale Markt rund um Drohnen und deren Abwehr soll laut Markets & Markets von 60,48 Mrd. USD im Jahr 2025 auf 155,13 Mrd. USD im Jahr 2030 wachsen. Trotz des avisierten Plus von rund 156 % tun sich Drohnenaktien an der Börse derzeit schwer. Damit könnte sich eine spannende antizyklische Kaufchance bieten. Volatus Aerospace hat zuletzt die Tür zum heimischen Markt in Kanada geöffnet. Allein 6,6 Mrd. CAD sollen innerhalb von fünf Jahren in die Stärkung der kanadischen Verteidigungsindustrie fließen. Zudem hat der Drohnen-Spezialist NATO-Aufträge avisiert. Auch Rheinmetall mischt im Drohnenmarkt mit. Zuletzt hat der Konzern auf seine Leistungsfähigkeit bei der hybriden Drohnenabwehr hingewiesen. Außerdem wird eine Überwachungsdrohne der Düsseldorfer von der Bundeswehr getestet. Unbemannte Seefahrzeuge könnten der Aktie von Steyr Motors neuen Auftrieb geben. Rahmenverträge liegen immerhin vor.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , STEYR MOTORS AG | AT0000A3FW25
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Volatus Aerospace: Neue Aufträge im Anflug?
Kanada rüstet derzeit deutlich auf. Im Haushaltsjahr 2025/26 lagen die Verteidigungsausgaben bei mehr als 63 Mrd. CAD und erreichten damit erstmals seit Jahrzehnten wieder die NATO-Marke von 2 % des Bruttoinlandsprodukts. Allein 6,6 Mrd. CAD sollen innerhalb von fünf Jahren in die Stärkung der heimischen Verteidigungsindustrie fließen. Weitere 6 Mrd. CAD stellt die staatliche Business Development Bank of Canada für Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung und nationale Sicherheit bereit. Langfristig will Kanada seine Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben bis 2035 auf 5 % des BIP erhöhen.
Ein Teil der Maßnahmen ist die Defence Drone Initiative (DDI). Sie wurde im Juli 2026 gestartet und soll die Entwicklung, Erprobung, Anpassung und Produktion unbemannter sowie autonomer Systeme beschleunigen. Zugleich soll die Initiative eigene technologische und industrielle Kapazitäten aufbauen und Kanadas Abhängigkeit von ausländischen Anbietern verringern. Über einen speziellen Marktplatz erhalten vorab geprüfte Unternehmen die Möglichkeit, sich um künftige Aufträge der kanadischen Streitkräfte und der Küstenwache zu bewerben. Davon will Volatus Aerospace in Zukunft profitieren. Denn neben zivilen Anwendungen wie der Überwachung von Pipelines und Wäldern bietet der Drohnenspezialist auch Lösungen im militärischen Bereich.
Volatus Aerospace wurde vergangene Woche als qualifizierter Anbieter für den Marktplatz der DDI ausgewählt. Das Unternehmen sieht die Aufnahme in den Lieferantenpool als Bestätigung seiner bisherigen Investitionen in Technologie, Produktionskapazitäten, operative Kompetenz und Partnerschaften. Dabei setzt Volatus insbesondere auf sein Innovations- und Produktionszentrum in Mirabel sowie das Kontrollzentrum in Vaughan und will künftig Entwicklung, Fertigung, Integration und Betrieb unbemannter Systeme aus einer Hand anbieten.
Damit nimmt die Volatus-Story Fahrt auf. Das Unternehmen setzte im ersten Halbjahr 2026 rund 14,05 Mio. CAD um. Dies ist noch überschaubar, aber der Trend geht nach oben. Denn die Erlöse im zweiten Quartal lagen rund 50 % über denen des ersten Quartals. Das Management stellte in Aussicht, dass neue Beschaffungsprogramme in Kanada sowie größere NATO- und Verteidigungsprojekte in absehbarer Zeit zu höheren Auftragseingängen führen könnten. Dabei hat das Unternehmen immer wieder auf eine Pipeline von über 500 Mio. CAD verwiesen. Eine Spekulation auf Orders in den kommenden Monaten erscheint interessant.
https://youtu.be/F4ajDCojMRo?si=XNXoEHVhjc9cyVRW
Rheinmetall will bei Drohnen mitmischen
Rheinmetall will nicht nur bei schwerem militärischem Gerät eine führende Rolle spielen, sondern sich auch im wachsenden Markt für Drohnen etablieren. Dabei setzt der größte deutsche Rüstungskonzern auf die Erkennung und Bekämpfung feindlicher Fluggeräte sowie die Entwicklung eigener unbemannter Systeme. Zwei aktuelle Mitteilungen zeigen, wie breit Rheinmetall dieses Feld inzwischen abdeckt.
Für den Schutz von Flughäfen und kritischer Infrastruktur bieten die Düsseldorfer einen modularen Baukasten zur Drohnenabwehr an. Radar-, Funk-, Akustik- und Kamerasysteme wie Skyspotter sollen auch kleine oder funkstille Fluggeräte erkennen und deren Bewegungen in einem digitalen Lagebild zusammenführen. Abhängig von der Bedrohung können anschließend Störsender, Abfangdrohnen, Laser oder klassische Flugabwehrsysteme eingesetzt werden. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom prüft Rheinmetall zudem, Mobilfunktürme für eine flächendeckende Funkpeilung zu nutzen. Für einen breiteren Einsatz müssen allerdings auch die Zuständigkeiten und rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten der Behörden geklärt werden.
Parallel arbeitet Rheinmetall an der Entwicklung eigener Drohnen. Zuletzt gab es ein Update zu der Aufklärungsdrohne LUNA NG. Das unbemannte System erreicht eine Flughöhe von bis zu 5.000 Metern und kann Nutzlasten von mehr als 30 Kilogramm transportieren. Es kann mehr als zwölf Stunden in der Luft bleiben. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr hat dem System inzwischen eine vorläufige Verkehrszulassung erteilt, sodass die Streitkräfte bereits eigenständig Ausbildungs- und Prüfflüge durchführen können. LUNA NG hat im Rahmen der Erprobung rund 150 Flüge und 200 Flugstunden absolviert. Bis zur vollständigen Musterzulassung sind noch weitere Prüfungen erforderlich, doch Rheinmetall hat damit einen wichtigen Schritt hin zum regulären Einsatz seiner Militärdrohne im europäischen Luftraum erreicht.
Den konkreten Umsatz mit Drohnen und deren Abwehr weist Rheinmetall leider nicht aus. Konkrete Aufträge kann Rheinmetall bereits vorweisen. Der Rahmenvertrag für die Loitering-Munition FV-014 liegt im Milliardenbereich. Von dieser Kamikazedrohne hat die Bundeswehr innerhalb der ersten Tranche rund 250 Mio. EUR abgerufen. Zudem hat die Bundeswehr 13 LUNA NG im Wert von rund 200 Mio. EUR geordert.
Steyr Motors: Mit USVs zurück in die Erfolgsspur?
Bei Steyr Motors standen zuletzt die gescheiterte Übernahme und die Gewinnwarnungen im Vordergrund. Kann die Drohnenfantasie der Aktie des Anbieters von Spezialmotoren wieder neuen Antrieb geben? Dabei fokussieren sich die Österreicher nicht auf die Luft, sondern auf das Wasser. Steyr entwickelt nicht die kompletten Seedrohnen, sondern liefert kompakte Dieselmotoren und Antriebslösungen für die Plattformen. Nach Unternehmensangaben werden die Motoren bereits in USV-Anwendungen eingesetzt. In der Investorenpräsentation zum ersten Halbjahr 2026 nennt Steyr Motors zudem mehrere potenzielle Großprojekte mit bislang nicht veröffentlichten Kunden. Das USV-Geschäft soll damit neben klassischen Marine- und Militärfahrzeugen zu einem zusätzlichen Absatzmarkt werden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Übernahme des dänischen Marinemotorenherstellers BUKH, die Steyr Motors im April 2026 abgeschlossen hat. BUKH ist insbesondere für SOLAS-zertifizierte Motoren für Rettungs- und militärische Einsatzboote bekannt und ergänzt das bisherige Produktportfolio von Steyr Motors. Die gemeinsame Leistungsspanne reicht von kleinen Motoren für kompakte USV-Plattformen bis zu stärkeren Antrieben für größere Wasserfahrzeuge.
Insgesamt kann Steyr Motors ein breites Spektrum für USVs adressieren. Das USV-Geschäft bietet erhebliches Potenzial, muss seine wirtschaftliche Bedeutung jedoch erst durch verbindliche Bestellungen und konkrete Abrufe unter Beweis stellen.
Die Steyr-Aktie arbeitet nach der heftigen Gewinnwarnung an einer Bodenbildung zwischen 27 EUR und 30 EUR. Damit wird das Unternehmen derzeit mit 153 Mio. EUR bewertet.
Fazit
Volatus Aerospace ist wohl eines der interessanten Drohnen-Plays. Mit der Marktplatzzulassung hat man einen wichtigen Schritt gemacht. Im zweiten Halbjahr sollten Umsatz und Auftragseingang spürbar anziehen. Entsprechend interessant ist die Aktie. Bei Rheinmetall spielt der Drohnenbereich eine sehr untergeordnete Rolle. Selbst größere Aufträge werden daran auf absehbare Zeit nichts ändern. Steyr hat viel Vertrauen verspielt. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend braucht es wahrscheinlich mehr als den einen oder anderen Auftrag.
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