07.10.2026 | 04:30
Nach 200 %-Rally Moderna Aktie jetzt verkaufen? Comeback bei Standard Lithium und HPQ Silicon?
Die Aktie von Moderna hat fulminante Wochen hinter sich. Seit Mitte August ist die Aktie des Biotechunternehmens von 63 USD auf über 200 USD geschossen. Doch jetzt gießen Analysten Wasser ins Kursfeuerwerk. Aus ihrer Sicht könnte sich die Aktie mehr als halbieren. Während Moderna bereits das Comeback gelungen ist, gibt es gute Gründe, warum es bei HPQ Silicon noch bevorsteht. Trotz eines positiven Newsflows ist die Aktie noch nicht angesprungen. Nach Erfolgen im Drohnenbereich wurden zuletzt die Weichen für die Vermarktung der Technologie zur Herstellung von pyrogener Kieselsäure gestellt. Auf ein Comeback bei Standard Lithium warten Anleger schon länger. Die Aktie notiert auf Jahrestief und nähert sich dem Pennystockniveau. Dabei konnte man zuletzt einen neuen Kunden gewinnen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , MODERNA INC. DL-_0001 | US60770K1079
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Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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HPQ Silicon: Gute Gründe für ein Comeback an der Börse
Bei HPQ Silicon standen in den vergangenen Wochen vor allem Meldungen zum Drohnen-Joint-Venture im Vordergrund. Jetzt gibt es auch aus dem Materialgeschäft positive Nachrichten. Gemeinsam mit PyroGenesis hat das Unternehmen die Beteiligungsstruktur für die Vermarktung seiner Technologie zur Herstellung von pyrogener Kieselsäure neu geordnet. Nach erfolgreichen Pilottests rückt damit die kommerzielle Nutzung stärker in den Fokus.
HPQ Silicon und PyroGenesis haben die Grundlage für die gemeinsame Vermarktung ihrer Technologie zur Herstellung von pyrogener Kieselsäure geschaffen. Beide Unternehmen halten jetzt jeweils 50 % an HPQ Silica Polvere, der Rechteinhaberin des Fumed Silica Reactor (FSR). Dafür wandelte PyroGenesis seinen bisherigen Anspruch auf eine Umsatzlizenzgebühr von 10 % in eine Beteiligung um. Die Partner bündeln damit ihre Interessen: HPQ finanzierte die Entwicklung bis zur Pilotphase, während PyroGenesis den Reaktor entwickelte und baute und künftig exklusiv die Anlagen liefern wird.
Technologisch hat das Verfahren bereits wichtige Fortschritte erzielt. Im Pilotbetrieb gelang es, handelsübliche pyrogene Kieselsäure der Qualität „150“ direkt aus Quarz herzustellen. Unabhängige Tests bestätigten deren kommerzielle Leistungsfähigkeit. Der einstufige Prozess kommt ohne Chlorsilane aus und vermeidet die damit verbundene Entstehung von Chlorwasserstoff. Daraus ergeben sich Aussichten auf niedrigere Investitions- und Betriebskosten sowie einen geringeren Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß. Eine anschließende technische Auswertung durch PyroGenesis stärkte zudem das Vertrauen in die erwartete Wirtschaftlichkeit künftiger Großanlagen.
Für die kommerzielle Umsetzung bestehen bereits mehrere konkrete Gesprächsansätze. Mit einem weltweit tätigen Kieselsäurehersteller werden mögliche nächste Schritte einer Zusammenarbeit geprüft. Wieder aufgenommen wurden außerdem Verhandlungen über ein Gemeinschaftsprojekt mit einer Jahreskapazität von 1.000 Tonnen. Besonders großes Potenzial bietet ein asiatischer Interessent, dessen Bedarf nach bisherigen Angaben mehrere Anlagen mit jeweils 10.000 Tonnen Jahreskapazität erfordern könnte. Hinzu kommen geplante Gespräche über eine mögliche Produktionsstätte im Nahen Osten mit rund 10.000 Tonnen pro Jahr. Die unterschiedlichen Projekte eröffnen attraktive Absatzperspektiven, befinden sich allerdings noch im Verhandlungsstadium; verbindliche kommerzielle Vereinbarungen liegen bislang nicht vor.
Und hier noch eine Zusammenfassung der jüngsten Nachrichten aus dem Drohnengeschäft. HPQ-Partner Novacium hat vom französischen Drohnenspezialisten Alta Ares einen Auftrag über mehr als 100 AA-NOVA-Batteriepacks für das Abfangdrohnensystem X-Lock erhalten. Die Batterien mit siliziumbasierter Anodentechnologie sollen bei mindestens vergleichbarer Leistung weniger wiegen als die bisher eingesetzte Referenzbatterie. Zuvor hatte Novacium bereits 30 Batteriepacks an drei europäische Drohnenhersteller für abschließende Qualifikationstests geliefert und einen ersten kommerziellen Auftrag für FPV-Drohnen eines französischen Regiments gewonnen. Für HPQ, das 36,8 % an Novacium hält, eröffnet sich damit neben dem Materialgeschäft ein vielversprechendes Absatzfeld im europäischen Verteidigungsmarkt und wichtige Referenzen für die Ansprache potenzieller Kunden in Nordamerika.
Standard Lithium: Neuer Kunde lässt Aktie kalt
Standard Lithium hat gemeinsam mit Equinor über die Partnerschaft Smackover Lithium die Absatzbasis für das South-West-Arkansas-Projekt erweitert. Eine Ergänzung des zehnjährigen Abnahmevertrags mit Trafigura erlaubt es, zusätzlich zu den vereinbarten 8.000 Tonnen jährlich bis zu 4.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität zu liefern. Zusammen mit dem Vertrag über jährlich 8.000 Tonnen mit LG Energy Solution steigt das mögliche Abnahmevolumen damit auf 20.000 Tonnen. Das entspricht knapp 89 % der zunächst geplanten Jahreskapazität von 22.500 Tonnen und übertrifft das ursprüngliche Absatzziel von 18.000 Tonnen. Die zusätzlichen Mengen kann Smackover nach eigenem Ermessen an Trafigura liefern oder bei attraktiveren Konditionen anderen Kunden anbieten.
Damit sind nach Unternehmensangaben ausreichend Abnahmezusagen vorhanden, um die angestrebte Fremdfinanzierung von rund 1,1 Mrd. USD zum Abschluss zu bringen. Die Prüfungen mit drei großen Exportkreditagenturen sind bereits weit fortgeschritten; weitere Abnahmeverträge sind für diesen Prozess nicht erforderlich. Im Mittelpunkt stehen nun der Finanzierungsabschluss und die endgültige Investitionsentscheidung, die weiterhin für das laufende Jahr vorgesehen ist. Anschließend soll der Bau zügig beginnen. Die erste kommerzielle Produktion von Lithiumcarbonat in Batteriequalität wird für 2029 angestrebt.
Die Aktie von Standard Lithium konnte von der Meldung nicht profitieren. Das Wertpapier notiert auf Jahrestief und hat 2026 bereits über 60 % an Wert verloren. Anleger warten weiterhin auf die Sicherung der Finanzierung bzw. die endgültige Investitionsentscheidung. Erst dann dürfte die Aktie reif für ein Comeback sein.
Moderna verkaufen?
Während HPQ Silicon und Standard Lithium noch auf ein Comeback an der Börse warten, hat Moderna fulminante Wochen hinter sich. Seit Mitte August ist die Aktie des Biotechunternehmens von 63 USD auf über 200 USD geschossen.
Grund für die Kursexplosion waren Fortschritte in der Krebsforschung. Den entscheidenden Anstoß lieferten die US-Amerikaner am 19. August mit positiven Ergebnissen einer Phase-3-Studie zur personalisierten mRNA-Krebstherapie Intismeran autogene. Gemeinsam mit Mercks Immuntherapie Keytruda verbesserte sie bei Patienten nach vollständiger operativer Entfernung eines Melanoms das rückfallfreie Überleben gegenüber Keytruda allein. Auch beim Überleben ohne Fernmetastasen zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil. Anleger feierten die Hoffnung, dass das Unternehmen echte Blockbuster in der Pipeline hat. Zusätzliche Fantasie liefern Studien bei weiteren Tumorarten. Deren Erfolg und eine Zulassung von Intismeran stehen allerdings noch aus.
Zuletzt sorgte eine Verkaufsempfehlung für Gewinnmitnahmen. Davon hat sich die Aktie allerdings bereits wieder erholt. Die Citigroup warnt vor überzogenen Erwartungen. Die Analysten stuften Moderna vergangene Woche von „Neutral“ auf „Sell“ herab. Zwar erhöhten sie ihr Kursziel von 60 USD auf 80 USD, doch gegenüber dem vorherigen Schlusskurs von 203,46 USD entsprach dies einem Rückschlagpotenzial von rund 61 %. Nach ihrer Berechnung setzt die Bewertung jährliche Onkologieumsätze von etwa 26 Mrd. USD voraus. Diese Größenordnung hält die Citi für zu ambitioniert. Hinzu kommt, dass Moderna das Geschäft mit Merck teilt.
Fazit
Eine Korrektur bei der Moderna-Aktie wäre keine Überraschung. Dennoch bleibt sie ein Top-Pick im Biotechbereich. Bei HPQ Silicon gibt es gute Gründe für ein Comeback der Aktie. Das Unternehmen ist gleich in mehreren spannenden Bereichen aktiv. Bei Standard Lithium warten Anleger weiterhin auf die Sicherung der Finanzierung bzw. die endgültige Investitionsentscheidung. Gibt es dazu positive News, dürfte die Aktie spürbar anziehen, aber auch nur dann.
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