08.10.2026 | 04:30
Nel ASA ohne Hoffnung? RWE-Partner ITM Power -50 %! dynaCERT unterm Radar zum Erfolg?
Keine Hoffnung mehr bei Nel ASA? Die Aktie der Norweger befindet sich jedenfalls auf Jahrestief. Der jüngste Auftrag aus den USA ließ Anleger kalt. Was braucht es, damit der ehemalige Anlegerliebling wieder durchstartet? Bei ITM Power hat eine Kooperation mit Rheinmetall im Frühjahr für ein Kursfeuerwerk gesorgt. Seitdem hat sich die Aktie allerdings wieder mehr als halbiert. Dabei arbeitet das Unternehmen auch mit RWE und Linde zusammen. Unter dem Radar von Investoren arbeitet dynaCERT an einer Comeback-Story. Das Unternehmen sollte von den hohen Dieselpreisen profitieren. Das deutsche Management ist voll auf Vertrieb ausgerichtet. Nach Erfolgen in Vietnam gibt es jetzt Positives aus Frankreich zu melden. Analysten sehen Vervielfachungspotenzial.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
RWE AG INH O.N. | DE0007037129 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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dynaCERT: Aktie vor Jahresendrally?
Die weltweit hohen Dieselpreise sollten dynaCERT Rückenwind geben. Denn je teurer es für Logistikunternehmen und wohl jeden Betreiber von großen Dieselmotoren wird, desto attraktiver wird die HydraGEN-Technologie von dynaCERT, die den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen senken soll. Mit Blick auf den Aktienkurs scheinen die Erwartungen der Börse derzeit gering zu sein. Doch das deutsche Management ist derzeit voll auf Vertrieb ausgerichtet und meldet mehr und mehr Erfolge. Sollten bis zum Jahresende auch steigende Umsätze hinzukommen, könnte das Wertpapier richtig durchstarten. Die Analysten von GBC Research trauen der dynaCERT-Aktie eine Rally auf 0,48 EUR zu. Derzeit notiert die dynaCERT-Aktie bei 0,057 EUR.
Die jüngsten Erfolgsmeldungen kommen aus Frankreich. Der lokale Partner IPMD betreut laufende Pilotprojekte und erhielt im September einen Folgeauftrag eines Bestandskunden. Das Management wertet die erneute Bestellung als Hinweis darauf, dass nach dem ersten Einsatz weiteres Kundeninteresse besteht.
Bei der Veranstaltung „24 Heures Camions“ in Le Mans präsentierten sich dynaCERT und IPMD gemeinsam mit NRS Racing sowie weiteren Partnern. Im Mittelpunkt stand unter anderem ein mit HydraGEN ausgestatteter Dakar-Renn-Lkw, der nach Unternehmensangaben auf großes Interesse stieß. Produktvorführungen und Gespräche mit Berufskraftfahrern sowie Flottenbetreibern sollten die Einsatzmöglichkeiten im Alltag vermitteln. Zugleich nutzte IPMD den Austausch, um Rückmeldungen von potenziellen Anwendern zu sammeln.
Für die weitere Markterschließung spricht IPMD Kunden aus dem Güter- und Personenverkehr sowie aus Hafenbetrieben, Industrie und Bergbau an. Der Vertriebspartner setzt auf eine enge Begleitung bestehender Nutzer und die schrittweise Gewinnung neuer Kunden. dynaCERT unterstützt diese Aktivitäten mit dem Ziel, seine Präsenz über Frankreich hinaus auch in anderen französischsprachigen Märkten auszubauen.
https://youtu.be/hVNR4Ch5p0c?si=f8t7n0rdKTzH0qMJ
ITM Power: Wie geht es nach -50 % weiter?
Stark korrigiert hat in den vergangenen Monaten ITM Power. Stand die Aktie im Mai noch bei 2,50 EUR, sind es derzeit nur 1,12 EUR. Allerdings liegt die Performance im laufenden Jahr immer noch bei 53 %.
Während Anleger auf weitere News zur Kooperation mit Rheinmetall warten, haben die Briten die ersten Lieferungen von grünem Wasserstoff aus der RWE-Elektrolyseanlage in Lingen gemeldet. Im Rahmen der laufenden Inbetriebnahme wurde Wasserstoff produziert und über eine rund 120 Kilometer lange Pipeline zum Chemiepark von Evonik in Marl transportiert. Das Projekt GET H2 Nukleus verbindet damit die Erzeugung mit dem Transport und der industriellen Nutzung. Nach Unternehmensangaben gehört es zu den ersten Wasserstoff-Wertschöpfungsketten in Europa, die bereits in Betrieb sind.
ITM Power und Linde Engineering liefern für den Standort zwei Anlagen mit jeweils 100 Megawatt Leistung. ITM-Chef Dennis Schulz sieht in den ersten Lieferungen einen Beleg dafür, dass die PEM-Elektrolysetechnologie auch im großindustriellen Maßstab funktioniert. Im nächsten Schritt soll die Anlage weiter hochgefahren werden, bis der vollständige kommerzielle Betrieb mit einer Gesamtleistung von 200 Megawatt erreicht ist.
Nel ASA: Keine Hoffnung für die Aktie?
Und was macht der ehemalige Anlegerliebling Nel ASA? Die Aktie dümpelt bei 0,19 EUR herum. Im Mai waren es kurzzeitig über 0,30 EUR. Doch die Euphorie ist schnell wieder verflogen.
Zuletzt zeigte der Kurs keine Reaktion auf einen Folgeauftrag aus den USA. Demnach hat Nel über die US-Tochter Nel Hydrogen US einen weiteren Auftrag von Collins Aerospace im Wert von rund 12 Mio. USD erhalten. Gegenstand der Bestellung sind PEM-Elektrolyse-Stacks, die zur Sauerstoffversorgung der Lebenserhaltungssysteme an Bord von U-Booten der US-Marine eingesetzt werden. Produziert werden die Komponenten am Standort Wallingford im US-Bundesstaat Connecticut. Die Auslieferungen sollen über die Jahre 2027 und 2028 verteilt erfolgen. Mit der jüngsten Bestellung setzen beide Unternehmen eine langjährige Zusammenarbeit fort. Nel liefert bereits seit vielen Jahren Technik für diese spezialisierte Anwendung.
Für Nel zeigt der Folgeauftrag die wachsende Bedeutung seiner Technologie im Verteidigungsbereich. Unter den anspruchsvollen Einsatzbedingungen auf U-Booten müssen die Systeme zuverlässig und über lange Zeiträume funktionieren, da die Sauerstoffversorgung für die Besatzung lebenswichtig ist. Nel-Vertriebschef Todd Cartwright wertet die erneute Order deshalb als Bestätigung der Leistungsfähigkeit der PEM-Technologie und der Fertigungskompetenz des Unternehmens. Der Auftrag verdeutlicht zugleich, dass Nels Elektrolysetechnik neben der Erzeugung von grünem Wasserstoff auch in der sicherheitskritischen Sauerstoffversorgung eingesetzt wird. Aktionäre konnte man damit allerdings nicht begeistern.
Für eine nachhaltige Kurserholung dürfte Nel weitere Großaufträge benötigen. Doch selbst diese reichen wahrscheinlich nicht aus. Anleger warten auf den Nachweis, dass das Unternehmen seine Aufträge auch profitabel abwickeln kann. Solange dieser aussteht, dürften positive Meldungen allein kaum eine dauerhafte Trendwende auslösen.
Fazit
Bei dynaCERT stehen die Chancen auf eine Jahresendrally durchaus gut. Das Unternehmen profitiert mit seiner Technologie zum Spritsparen und zur Senkung von Emissionen von den hohen Dieselpreisen. Außerdem feiert das deutsche Management Vertriebserfolge. Entstehen daraus in den kommenden Monaten auch Umsätze, sollte die Aktie viel Luft nach oben haben. Bei Nel ASA ist hingegen die Luft raus. Der Glaube an ein funktionierendes Geschäftsmodell ist mehr als erschüttert. Ein Kauf der Aktie drängt sich derzeit nicht auf. ITM Power muss nach der Kooperation mit Rheinmetall nachlegen und Fortschritte melden.
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