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08.10.2026 | 05:30

Nvidia auf Allzeithoch! Auch Nebius, LPKF und NU E POWER wollen vom KI-Boom profitieren.

  • KI
  • Technologie
  • Energie
Bildquelle: ChatGPT KI generiert

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power.

Nvidia ist zuletzt auf Allzeithoch geklettert. Abseits des Branchenprimus wollen Unternehmen vom KI-Boom profitieren. NU E Power will dazu beitragen, dass Rechenzentren nicht der Saft ausgeht. Denn vor Stromengpässen warnt unter anderem Morgan Stanley. Auch die Internationale Energieagentur sieht fehlende Netzkapazitäten als kritischen Flaschenhals. Im Anschluss an eine spektakuläre Rally legt Nebius mit einer Übernahme und der Partnerschaft mit Palantir nach. Bei LPKF trifft dagegen KI-Fantasie auf eine gesenkte Prognose. Analysten halten dennoch an ihrer Kaufempfehlung fest. Zu Recht?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE , NEBIUS GROUP NV | NL0009805522 , LPKF LASER+ELECTRON. | DE0006450000 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040

Inhaltsverzeichnis:


    NU E Power: Strom als kritischer Flaschenhals

    Droht dem KI-Boom eine Stromknappheit? Die Warnungen werden immer konkreter. Am 5. Oktober berichtete „Reuters“ über eine Einschätzung von Morgan Stanley, wonach Stromengpässe den Ausbau von KI-Rechenzentren in den USA verzögern könnten. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) identifiziert unzureichende Netzkapazitäten als kritischen Engpass. Zusätzliche Stromerzeugungsprojekte gewinnen daher zunehmend an Bedeutung, um weiteres Wachstum zu unterstützen. NU E Power positioniert sich, um diesen Bedarf zu decken.

    NU E Power setzt auf ein Geschäftsmodell, das CEO Broderick Gunning in einem Interview mit Lyndsay Malchuk vom IIF mit dem eines Immobilienentwicklers vergleicht. Das Unternehmen entwickelt Energieprojekte bis zur Finanzierungsreife und verkauft sie anschließend. Den kapitalintensiven Bau und den langfristigen Betrieb überlässt NU E Power den Käufern. Dazu können große Infrastrukturinvestoren, Hyperscaler wie Amazon und Alphabet oder andere Rechenzentrumsbetreiber gehören. Finanzvorstand John Meekison plant, die Erlöse zur Finanzierung neuer Projekte zu nutzen und langfristig möglicherweise Kapital an die Aktionäre zurückzuführen.

    Nach dem Verkauf eines Projekts beabsichtigt NU E Power, sich über sogenannte Lizenzgebühren eine Beteiligung an der Stromerzeugung zu sichern. Diese wiederkehrende Einnahmequelle soll die eher unregelmäßigen Erlöse aus Projektverkäufen ergänzen. Darüber hinaus prüft das Unternehmen die Tokenisierung als potenzielles Zukunftsmodell, um den wirtschaftlichen Wert des erzeugten Stroms digital handelbar zu machen. Bei der Auswahl von Projekten konzentriert sich NUE auf die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die Verfügbarkeit potenzieller Stromkunden. Das Management berücksichtigt zudem Genehmigungsfristen und die lokale politische Akzeptanz.

    NU E Power hat mehrere Projekte in der Pipeline. In Alberta plant das Unternehmen den vollständigen Erwerb des Solarprojekts Hays, das über eine geplante Leistung von 145 MWac sowie eine Batteriespeicheranlage mit 61,5 MW bzw. 123 MWh verfügt. Die unverbindliche Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) sieht einen voraussichtlichen Kaufpreis von 7,25 Millionen CAD vor, einschließlich der Speicheranlage. Der Abschluss der Übernahme steht weiterhin unter dem Vorbehalt von sieben aufschiebenden Bedingungen. Für Hays liegen derzeit keine unterzeichneten Netzanschlussvereinbarungen, Stromabnahmeverträge oder sonstigen Abnahmevereinbarungen vor.

    Gleichzeitig arbeitet NU E Power mit Luxxfolio zusammen, um zu untersuchen, wie Energieprojekte mit Litecoin-Mining oder Hochleistungsrechenzentren integriert werden könnten. Die Stromerzeugung vor Ort soll die Anschlussfristen verkürzen und Kosten senken. Die Zusammenarbeit mit Luxxfolio ist eine Vereinbarung zur Bewertung dieser Möglichkeiten, wobei konkrete Vereinbarungen einer weiteren Due-Diligence-Prüfung unterliegen.

    Darüber hinaus gab NUE Anfang August 2026 eine unverbindliche Absichtserklärung (LOI) zum Kauf von fast 12 Hektar Land im Raum Regina für 2,7 Millionen CAD bekannt. Das Grundstück wurde bislang noch nicht erschlossen und ist noch nicht für industrielle Nutzung ausgewiesen. Der Kauf hängt unter anderem von einer erfolgreichen Due-Diligence-Prüfung, der Finanzierung und den erforderlichen Genehmigungen ab.

    Zum Interview:

    https://youtu.be/gBC7b2pahOU?si=G0tUV0SPe9x6Q4Xj

    LPKF Laser: Zwischen KI-Fantasie und gesenkter Prognose

    LPKF Laser & Electronics zählt zu den deutschen Hoffnungsträgern des KI-Booms. Mit seiner LIDE-Technologie ermöglicht das Unternehmen die Bearbeitung von Glas-Substraten für die nächste Generation leistungsfähiger Halbleiter. Doch derzeit lebt die Aktie noch von der Hoffnung. Zuletzt musste das Unternehmen seine Jahresprognose einkassieren.

    Montega hält trotzdem an der Kaufempfehlung für die LPKF-Aktie fest und sieht den fairen Wert bei 22 EUR. Derzeit notiert das Wertpapier bei 15,30 EUR. Fehlende staatliche Genehmigungen verzögern erwartete Solaraufträge aus China. Die Umsätze sollen nun erst 2027 anfallen. Auch im Advanced-Packaging-Geschäft verschiebt sich die Realisierung. Erste Aufträge für die LIDE-Technologie erwartet LPKF weiterhin im vierten Quartal, der angekündigte Auftrag eines asiatischen Herstellers soll jedoch erst ab dem ersten Halbjahr 2027 zum Umsatz beitragen. Montega senkte die Umsatzschätzung für 2026 von 105 auf 98 Mio. EUR. Die neue Unternehmensprognose liegt bei 93 bis 100 Mio. EUR.

    Bei der EBIT-Marge rechnen die Analysten nun mit minus 8,7 % statt bislang minus 6,4 %. Entlastungen durch das Effizienzprogramm sind erkennbar, reichen aber nicht aus. Die Kostensenkungen übertreffen laut Vorstand bereits den Zielwert und federn damit einen Teil der Umsatzeinbußen ab. Im kommenden Jahr sollen nachgeholte Solarumsätze und der Ausbau des LIDE-Geschäfts das Wachstum antreiben. Ob diese Beschleunigung gelingt, hängt allerdings wesentlich davon ab, dass aus den erwarteten Advanced-Packaging-Aufträgen tatsächlich Umsätze entstehen. Nach einer Kurssteigerung um mehr als 150 % im laufenden Jahr liegt die Marktkapitalisierung inzwischen bei sportlichen 398,2 Mio. EUR.

    Nebius: Übernahme und Palatir-Partnerschaft

    Die Aktie von Nebius hat im laufenden Jahr sogar über 170 % zulegen können. Der Betreiber von Rechenzentren gilt als einer der Shootingstars im KI-Boom. Nach einer Schwächephase im Sommer nähert sich der Kurs wieder seinem Allzeithoch.

    Zuletzt hat man eine Übernahme gemeldet. So hat Nebius das auf die effizientere Ausführung von KI-Modellen spezialisierte Unternehmen Inferize gekauft. Inferize wurde erst im Januar 2026 gegründet und entwickelte innerhalb von drei Monaten einen funktionsfähigen Prototyp. Die Technologie soll die Ladezeiten großer Modelle verkürzen und zusätzliche Rechenkapazität schneller einsatzbereit machen. Bisher bleiben Grafikprozessoren beim Start oder bei der Aktualisierung von Modellen zeitweise ungenutzt. Zugleich müssen Betreiber Reservekapazitäten vorhalten, um Nachfragespitzen bedienen zu können. Inferize soll diese Leerlaufzeiten reduzieren und die verfügbare Leistung enger am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Nebius will damit die Auslastung seiner Infrastruktur verbessern und die Kosten je verarbeitetem Token senken. Finanzielle Einzelheiten der Übernahme wurden nicht veröffentlicht.

    Im September hatte Nebius mit der Partnerschaft mit Palantir für Aufsehen gesorgt. Palantir hat Nebius zum bevorzugten Infrastrukturpartner für souveräne KI ernannt. Im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit soll die Rechen- und Cloud-Infrastruktur von Nebius in die geschützte Unternehmensumgebung von Palantir eingebunden werden. Berechtigte Geschäftskunden könnten dort offene KI-Modelle betreiben und mit eigenen Daten auf ihre Anforderungen zuschneiden, während sie die Kontrolle über Daten und Modelle behalten. Zudem wollen beide Unternehmen zusätzliche Rechenkapazitäten schneller bereitstellen. Dafür sind unter anderem modulare Rechenzentren an Standorten vorgesehen, an denen bereits Strom verfügbar ist. Nebius erhält damit Zugang zu potenziellen Kunden aus dem kommerziellen Kundenkreis von Palantir.


    Fazit

    Die jüngste Stärke von Unternehmen wie Nvidia und Nebius in Verbindung mit der Unterstützung der Branche durch US-Präsident Trump deutet darauf hin, dass der KI-Boom weiterhin fest im Fokus steht. NU E Power will dazu beitragen, dass die Verbreitung der KI nicht an Stromengpässen scheitert. Das Unternehmen hat derzeit mehrere Projekte in der Entwicklung, um diesem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. LPKF steht unterdessen vor ganz anderen Herausforderungen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit mehrfach enttäuscht und hatte Schwierigkeiten, sein technologisches Potenzial in nachhaltiges Wachstum umzusetzen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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