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28.01.2021 | 05:51

Steinhoff International, AdTiger, NEL: So realisieren Sie Buchgewinne

  • Anlegerwissen
Bildquelle: pixabay.com

Wie gewonnen, so zerronnen. So fühlen sich Privatanleger immer wieder. Denn Buchgewinne zu erwirtschaften ist das eine, diese nachhaltig zu sichern und in einen tatsächlichen Trading-Erfolg umzumünzen, ist das andere. Wie es gelingen kann, bei Hot-Stocks Gewinne auch tatsächlich zu realisieren, erklären wir am Beispiel von Steinhoff International, AdTiger und NEL.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Steinhoff International: Das müssen Zocker aushalten

Die Aktie von Steinhoff International ist seit mehreren Wochen ein heißes Eisen. Seit 2017 steckt das Unternehmen in einem Rechtsstreit, der es in sich hat. Nach Bilanzverstößen regnete es Klagen gegen das niederländische Unternehmen mit operativem Hauptsitz in Südafrika. Insgesamt umfassen die Klagen Forderungen in Höhe von rund 8 Mrd. EUR. Das Unternehmen selbst möchte diese teils in bar und teils in Aktien von Pepkor begleichen. Kürzlich nun vermeldete Pepkor Quartalszahlen und die sendeten positive Signale – auch an Zocker rund um den Pennystock Steinhoff International. Schließlich steigt die Wahrscheinlichkeit eines Vergleichs zwischen den Klägern und dem Möbelkonzern, wenn das Angebot attraktiv ist. Je besser die Zahlen bei Pepkor, desto eher lassen sich Kläger auch mit Aktien des Unternehmens abfinden, so der Gedanke.

Doch die Spekulation auf eine Einigung ist längst kein Selbstläufer. Erstens gibt es mehrere Kläger und zweites sind Rechtsstreitigkeiten per se kein gutes Umfeld für Investments – zu oft gibt es böse Überraschungen oder einen Informationsvorsprung professioneller Anleger. Gestern kletterte die Aktie von Steinhoff binnen weniger Stunden von 0,09 EUR auf 0,13 EUR , nur um anschließend wieder unter die Marke von 0,10 zu korrigieren. Wer diese Achterbahnfahrt als Zocker begleiten will, sollte derartige Schwankungen zumindest intraday hinnehmen. Für den Ausstieg bietet es sich an, mit festen Limits zu arbeiten und diese Orders direkt nach dem Kauf einer Aktie am Markt zu platzieren. So gelingt der Ausstieg garantiert und es bleibt nicht bei Buchgewinnen.

AdTiger: Wann setzt dieser asiatische Tiger zum Sprung an?

Anders als bei hochgejazzten Zockertiteln können Anleger bei noch relativ unbekannten Werten schon beim Einstieg den Grundstein für den späteren Erfolg legen. Gelingt es, kleine Unternehmen mit einem spannenden Geschäftsmodell schon vor der breiten Masse zu entdecken, ergibt sich aus einem günstigen Einstiegskurs zwangsläufig ein geringeres Risiko. Einerseits verfügen derartige Titel über eine geringere Fallhöhe und andererseits stellt sich am Markt schnell ein „Sicherheitspuffer" ein, wenn mehr Investoren auf die jeweilige Story aufmerksam werden. Eine derartige Investment-Story bietet etwa die Aktie von AdTiger.

Das Unternehmen versteht sich als Werbeplattform, die chinesischen Werbetreibenden dabei hilft, Anzeigen auf den beliebtesten Netzwerken zu schalten. Konkret arbeitet AdTiger mit Facebook, Google, Yahoo aber auch Tiktok zusammen. Neben dem Engagement in China strebt AdTiger nun auch nach Indien und verspricht sich von dem riesigen Markt dort weiteres Wachstum. Ein Schlüssel zu mehr Wachstum könnte auch die von AdTiger entwickelte Software AdTensor sein, die mittels künstlicher Intelligenz und großer Datenmengen Anzeigen-Kampagnen steuert und optimiert. AdTiger ist aktuell mit rund 80 Mio. EUR bewertet und hat mehr als 20 Mio. EUR Barmittel in der Kasse. Da der Wert aktuell verhalten seitwärts tendiert, können Anleger in Ruhe analysieren und einen Einstieg überlegt planen.

NEL: Hier sind die entscheidenden Marken

Zu überlegten Handlungen sind Aktionäre des Wasserstoff-Pioniers NEL angesichts der nervösen Kurssprünge ihrer Lieblings-Aktie bestenfalls nach Börsenschluss fähig. Zwar legte NEL auf Sicht von drei Monaten um mehr als 100% zu, doch mehren sich aktuell die Warnsignale. Drei Mal hat der Wert innerhalb der vergangenen vier Wochen jenseits der Marke von 3,20 EUR den Rückwärtsgang eingelegt. Anleger, die bei NEL auf Buchgewinnen sitzen, aber dennoch an den langfristigen Erfolg der Aktie glauben, können angesichts der großen Fallhöhe der Aktie einen Teil ihres Risikos mittels Teilverkäufen reduzieren. Zusätzlich gibt der Chart Orientierung: Während unterhalb der Marke von 3 EUR mit zusätzlichem Verkaufsdruck zu rechnen ist, könnte die Aktie jenseits des bisherigen Verlaufshochs von Anfang Januar wieder an Fahrt aufnehmen.


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