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06.11.2026 | 05:31

BASF lässt bei Evonik nicht locker! Novo Nordisk mit Comeback! Strategic Resources als nächstes?

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Bildquelle: ChatGPT KI generiert

25 % Kursplus und Jahreshoch bei der BASF-Aktie. Die Erhöhung des Kaufpreises für Evonik kann die Kauflaune von Anlegern nicht bremsen. Während die Ludwigshafener bei Evonik nicht locker lassen, trennt sie sich von Konzernteilen. Ein Kandidat für ein Comeback ist die Aktie von Strategic Resources. Um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, setzt die Stahlindustrie auf Elektrolichtbogenöfen. Dadurch drohen Engpässe bei hochwertigen Eisenerzpellets. Diese will künftig Strategic Resources anbieten. Die Aktie hat zuletzt kräftig verloren und lockt zum Einstieg. Bei Novo Nordisk läuft bereits das Comeback. Nach einem schwierigen Jahr mit Gewinnwarnungen und massivem Kursverfall gibt es endlich wieder positive Nachrichten. Zur Abwechslung wurde die Jahresprognose nicht reduziert, sondern erhöht. Was sagen Analysten?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: Strategic Resources Inc | CA86277X4093 , BASF SE NA | DE000BASF111 , DE000EVNK013 , NOVO NORDISK A/S | DK0062498333

Inhaltsverzeichnis:


    BASF lässt bei Evonik nicht locker

    BASF lässt bei Evonik nicht locker. Medienberichten zufolge erhöhten die Ludwigshafener das Übernahmeangebot für den Spezialchemiekonzern auf 24 EUR je Aktie. Damit würde Evonik mit rund 11,2 Mrd. EUR bewertet. Doch auch mit der verbesserten Offerte ist man beim Evonik-Vorstand abgeblitzt. Das Unternehmen teilte mit, dass es keine Übernahmeverhandlungen mit BASF aufnehmen werde. Evonik wolle seine eigenständige Strategie fortsetzen. Eine wichtige Rolle spielt die RAG-Stiftung, die rund 44 % der Evonik-Aktien hält. Ohne ihre Unterstützung dürfte eine Übernahme kaum möglich sein. Ein formelles öffentliches Übernahmeangebot liegt bislang nicht vor.

    Die BASF-Aktionäre lassen sich von einer möglicherweise immer teureren Evonik-Übernahme nicht abschrecken. Die Aktie ist zuletzt auf ein neues Jahreshoch geklettert. Das Kursplus seit Jahresbeginn liegt inzwischen bei rund 25 %. Offenbar trauen Anleger dem Konzern zu, mit der Übernahme Mehrwert zu schaffen. Die Stimmung bei Anlegern könnte allerdings schnell kippen. 

    Unterdessen treibt BASF die Bereinigung seines Portfolios voran. Gestern wurde bekannt, dass der Konzern sein Palatal-Geschäft in Chile an ALTA Performance Materials verkaufen will. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet. Palatal produziert am Standort Concón Vinylester- und ungesättigte Polyesterharze, die unter anderem in der Bauindustrie und im Bergbau eingesetzt werden. Für ALTA bedeutet die Übernahme den Ausbau seiner Präsenz in Südamerika auf zwei Produktionsstandorte. BASF konzentriert sich mit dem Verkauf stärker auf seine chemischen Kerngeschäfte. Finanzielle Details wurden nicht genannt. 

    Strategic Resources: Aktie vor Comeback?

    Die Aktie von Strategic Resources hat in den vergangenen sechs Monaten rund 34 % an Wert verloren. Auf dem aktuellen Niveau könnte sich eine interessante Einstiegschance bieten. 

    Denn die Stahlindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, investieren Hersteller weltweit in neue Produktionsverfahren. Dabei wird oft auf Elektrolichtbogenöfen (Electric Arc Furnaces, EAF) gesetzt. Nach Angaben von Strategic Resources kann die elektrische Stahlproduktion die Emissionen um rund 75 % reduzieren. Damit verändert sich der Rohstoffbedarf. Statt Eisenerz und Koks benötigen Elektrolichtbogenöfen metallische Einsatzstoffe wie Stahlschrott, direktreduziertes Eisen (DRI) und Roheisen. So könnte die weltweite Nachfrage nach DRI von rund 140 Mio. Tonnen im Jahr 2024 auf bis zu 414 Mio. Tonnen im Jahr 2050 steigen. Gleichzeitig ist Stahlschrott nur begrenzt verfügbar. Damit drohen Engpässe und hochwertige Eisenerzpellets gewinnen zunehmend an Bedeutung.

    Davon will Strategic Resources profitieren. Das kanadische Unternehmen sieht den eigentlichen Engpass weniger bei den Eisenerzvorkommen als bei den Verarbeitungskapazitäten. Allein Kanada verfügt nach Unternehmensangaben jährlich über rund 70 Mio. Tonnen pelletierbaren Eisenerzes. Die vorhandenen Pelletierungskapazitäten belaufen sich dagegen auf lediglich 23 Mio. Tonnen. Zudem handelt es sich überwiegend um ältere Anlagen, die aufgrund fehlender Erdgasanschlüsse kaum erweitert werden können. Strategic Resources will diese Lücke mit seinem BlackRock-Projekt in Québec schließen. Der geplante Produktionsstandort am Tiefwasserhafen von Saguenay verfügt über Zugang zu günstiger Wasserkraft und Erdgas. Damit könnte BlackRock hochwertige Stahlvorprodukte zu wettbewerbsfähigen Kosten und mit vergleichsweise niedrigen CO₂-Emissionen herstellen. 

    BlackRock ist bereits weit entwickelt. Nach Unternehmensangaben sind die Mine im Norden von Québec und der metallurgische Komplex in Saguenay für den Bau genehmigt. Die genehmigte Lebensdauer der Mine beträgt 39 Jahre. Durch zusätzliche Ressourcen und Erweiterungen sieht das Unternehmen sogar Potenzial für mehr als 100 Jahre. Die metallurgische Anlage verfügt bereits über eine Genehmigung zur jährlichen Produktion von mehr als 550.000 Tonnen Roheisen. Zudem ist die Infrastruktur gut ausgebaut. Dazu gehören die Eisenbahnanbindung, der ganzjährig nutzbare Tiefwasserhafen sowie die Energieversorgung. Politische Unterstützung kommt von der Regierung Québecs, die zu den bedeutenden Aktionären zählt und bereits erhebliches Kapital in das Projekt investiert hat. Zusätzliche Perspektiven bieten die Rohstoffe Vanadium und Titan, die ebenfalls bei BlackRock gewonnen werden könnten. Strategic Resources hält eine Jahresproduktion von 120.000 Tonnen Titan und 40.000 Tonnen Vanadium für möglich. 

    Übrigens verfügt Strategic Resources mit dem Mustavaara-Projekt in Finnland über ein Standbein in Europa. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Vanadium- und Eisenerzbergwerk rund 180 Kilometer nordwestlich von Oulu. Es verfügt über eine Mineralressource von rund 104 Mio. Tonnen in den Kategorien „Measured“ und „Indicated“ mit einem durchschnittlichen Magnetitgehalt von 15,4 %. Hinzu kommen weitere 42 Mio. Tonnen abgeleitete Ressourcen. Im Juni 2026 meldete Strategic Resources einen wichtigen Fortschritt. Das vanadiumreiche Magnetitkonzentrat aus Mustavaara wurde für das finnische Forschungsprojekt FutSteel zur Entwicklung emissionsarmer Verfahren zur Stahlherstellung ausgewählt. Das Konzentrat von Strategic Resources soll dabei auf seine Eignung für die wasserstoffbasierte Eisendirektreduktion untersucht werden. 

    Novo Nordisk: Comeback läuft

    Während bei Strategic Resources das Comeback der Aktie noch bevorstehen könnte, läuft es bei Novo Nordisk bereits. Nach einem schwierigen Jahr mit Gewinnwarnungen und massivem Kursverfall gibt es endlich wieder positive Nachrichten. Mit den Zahlen zum dritten Quartal hat der dänische Pharmakonzern die Erwartungen übertroffen. Zur Abwechslung handelte es sich bei der Prognoseanpassung um eine Erhöhung. Anleger reagierten erleichtert und die Aktie konnte rund 5 % an Wert gewinnen. Allerdings notiert das Wertpapier weiterhin rund 75 % unter seinem Rekordhoch aus dem Jahr 2024.

    Operativ lief es im dritten Quartal besser als erwartet. Der Umsatz stieg um 6 % auf 79,2 Mrd. DKK (rund 10,6 Mrd. EUR). Der bereinigte operative Gewinn legte sogar um 27 % auf 31,7 Mrd. DKK zu. Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit Medikamenten gegen Fettleibigkeit. Hier stieg der Umsatz währungsbereinigt um 22 % auf 26,2 Mrd. DKK. Ein Wachstumstreiber ist die Tablettenversion von Wegovy, die bereits 5,4 Mrd. DKK umsetzte und damit die Markterwartungen deutlich übertraf. Für das Gesamtjahr erwartet Novo Nordisk beim bereinigten Umsatz und operativen Gewinn währungsbereinigt jetzt eine Veränderung zwischen minus 2 % und plus 2 %. Bisher hatte der Konzern einen Rückgang um bis zu 6 % prognostiziert. Zusätzliche Impulse verspricht sich das Management von der internationalen Expansion von Wegovy und dem neuen Adipositasmedikament CagriSema.

    Wichtige Analysten sind allerdings noch zurückhaltend. JPMorgan und Jefferies bestätigten nach den Quartalszahlen ihre neutralen Einschätzungen mit Kurszielen von jeweils 275 DKK. Für eine nachhaltige Trendwende muss Novo Nordisk nun zeigen, dass das Wachstum trotz des starken Wettbewerbs mit Eli Lilly wieder dauerhaft anzieht.

    Fazit

    Die Entwicklung der BASF-Aktie im laufenden Jahr ist erfreulich. Allerdings kann die Stimmung schnell kippen, wenn Aktionären der Kaufpreis für Evonik zu hoch wird. Bei Strategic Resources entwickelt sich eine interessante Comeback-Story. Novo Nordisk hat viel Vertrauen verspielt. Die jüngsten Quartalszahlen sind ein Anfang, es zurückzugewinnen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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