16.04.2026 | 04:30
Gewinner und Verlierer des Iran-Kriegs: Rheinmetall, TUI, A.H.T. Syngas Aktie!
Fast 150 % Kurschance sehen Analysten bei der Aktie von A.H.T. Syngas. Das Unternehmen bietet einen sauberen Weg, um Erdgas zu ersetzen. Im Interview berichtet der Vorstand von einem "wahren Run" seit dem Krieg im Iran. Analysten erwarten deutlich steigende Umsätze und Gewinne. Diese könnten eventuell sogar zu konservativ sein? Niedrig bewertet ist Rheinmetall sicher nicht. Zudem erscheint der Rüstungskonzern mit seinem "schweren Kriegsgerät" aus der Zeit zu fallen. Doch mit Drohnen und Raketen will das Unternehmen mit der Zeit gehen und schließt dazu Partnerschaften ab. TUI kämpft dagegen mit den Folgen des Iran-Kriegs. Kreuzfahrtschiffe stecken fest, die Kerosinpreise steigen und Urlaubsziele im arabischen Raum werden nicht gebucht. Dennoch sind Analysten überraschend optimistisch.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG505
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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A.H.T. Syngas: Analystenschätzungen zu konservativ?
Nachholpotenzial innerhalb der Profiteure der explodierenden Energiepreise hat A.H.T. Syngas Technology. Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, um aus Abfällen einen synthetischen Erdgasersatz für die Erzeugung von Strom und Wärme zu produzieren. Damit erhält man strukturellen Rückenwind: Steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten treiben die Nachfrage nach autarken, dezentralen Energielösungen massiv an.
Im jüngsten Interview mit den Analysten von GBC Research berichtet Vorstand Gero Ferges von einem "wahren Run" auf die A.H.T. Technologie seit dem Krieg im Iran und den dadurch stark gestiegenen Öl- und Erdgaspreisen.
Ein zentraler Wachstumstreiber ist die internationale Expansion, allen voran die Kooperation mit INNOTEC in Polen. Dort entwickelt A.H.T. aktuell 17 Projekte, von denen mehrere bereits kurz vor der Umsetzungsphase stehen. Polen verfüge über eine ausgeprägte landwirtschaftliche Struktur sowie umfangreiche Waldflächen und damit über ideale Voraussetzungen für Synthesegas-Projekte. Das Umsatzpotenzial ist erheblich. Noch im laufenden Jahr könnten Aufträge im Volumen von bis zu 10 Mio. EUR beauftragt werden, bis 2029 sind sogar über 25 Mio. EUR möglich. Parallel dazu schreiten auch die Aktivitäten in Deutschland, Österreich und den Beneluxstaaten voran. Zudem bietet man auch eine skalierbare Container-Lösung für Wasserstoff an. Dies habe man mit dem BiDroGen-Projekt unter Beweis gestellt.
Mit einem Projektvolumen von über 30 Mio. EUR, optimierten Prozessen und einer klaren Wachstumsstrategie sieht sich das Unternehmen hervorragend aufgestellt, um in die Kommerzialisierung zu starten. Sind die Prognosen der A.H.T.-Analysten vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen vielleicht sogar zu konservativ? Bisher erwarten die Analysten, dass A.H.T. in 2026 9,24 Mio. EUR umsetzen wird. Im kommenden Jahr sollen es dann bereits fast 19 Mio. EUR sein und in 2028 über 23 Mio. EUR. Nach einem ausgeglichenen operativen Ergebnis im laufenden Jahr soll das EBITDA in 2027 bereits bei 1,62 Mio. EUR liegen und in 2028 auf 2,13 Mio. EUR steigen. Daher empfehlen die Analysten die A.H.T.-Aktie mit einem Kursziel von 8,50 EUR zum Kauf (Link zur GBC-Studie). Derzeit notiert das Wertpapier bei rund 3 EUR.
Terminhinweis: Der A.H.T.-CEO wird am 20. Mai 2026 auf dem International Investment Forum präsentieren. Die Teilnahme ist für Anleger kostenlos.

Rheinmetall: Partnerschaften bei Drohnen und Raketen
Rheinmetall gehört schon etwas länger nicht mehr zu den Lieblingen von Anlegern. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass Drohnen und Raketen die Berichterstattung über den Krieg im Iran und der Ukraine beherrschen. Und die Düsseldorfer sind eher für ihr schweres Kriegsgerät bekannt. Doch es mehren sich die Meldungen, dass der größte deutsche Rüstungskonzern dies ändert. Zuletzt wurde die Gründung des Joint Ventures „Rheinmetall Destinus Strike Systems“ mit dem niederländischen Rüstungsunternehmen Destinus bekannt gegeben. Ziel ist die Entwicklung, Produktion und Vermarktung moderner Raketensysteme wie Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie, um die steigende Nachfrage nach skalierbaren und kosteneffizienten Verteidigungslösungen zu bedienen.
Destinus entwickelt und fertigt bereits Marschflugkörpersysteme und Turbostrahltriebwerke. Rheinmetall bringt seine langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Produktion komplexer Verteidigungssysteme, eine industrielle Präsenz in Deutschland sowie umfangreiche laufende Investitionen in eine eigenständige, skalierbare Verteidigungsproduktion ein. Gemeinsam wollen die Partner industrielle Kapazitäten für die Serienfertigung und Qualifizierung in Deutschland schaffen und damit europäischen Souveränitätszielen sowie den Anforderungen der NATO entsprechen.
Zuvor hatte Rheinmetall bereits eine Partnerschaft mit Boeing gemeldet. Gemeinsam mit Boeing Defence Australia will der größte deutsche Rüstungskonzern die autonome Drohne MQ-28 „Ghost Bat“ als Lösung für die geplante Beschaffung eines Collaborative Combat Aircraft (CCA) der Bundeswehr bis 2029 positionieren. Die bereits erprobte Plattform mit über 150 Flügen fungiert als sogenannter „Force Multiplier“ und kann gemeinsam mit bemannten Kampfflugzeugen eingesetzt werden. Dank modularer Architektur und autonomer Fähigkeiten deckt sie ein breites Einsatzspektrum ab – von Aufklärung über elektronische Kampfführung bis hin zur Integration von Waffensystemen.
Im Rahmen der Kooperation übernimmt Rheinmetall die Rolle des Systemintegrators in Deutschland und verantwortet die Einbindung in bestehende Bundeswehrsysteme sowie Betrieb, Wartung und Logistik. Gleichzeitig soll ein industrieller Hub in Deutschland entstehen, der die nationale Wertschöpfung stärkt und ein Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionenbereich eröffnet. Die Partnerschaft sieht zudem eine enge deutsch-australische Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Plattform vor, einschließlich einer gemeinsamen digitalen Entwicklungsumgebung.
TUI: Analysten zuversichtlich, aber Vorsicht!
Als Verlierer der internationalen Konflikte und hohen Energiepreise gilt TUI. Nachdem es Anfang Februar noch so aussah, als könnte die Aktie die Marke von 10 EUR überschreiten und damit ein neues Mehrjahreshoch markieren, sackte sie in den folgenden Wochen auf unter 7 EUR ab.
Barclays hält den Kursrutsch für übertrieben. Zwar haben die Analysten ihre Schätzungen für den gesamten Sektor aufgrund der höheren Kerosinkosten und möglicher Kapazitätskürzungen reduziert, dennoch wurde die Kaufempfehlung für die Aktie des Touristikkonzerns bestätigt. Das Kursziel für die TUI-Aktie wurde leicht von 11 EUR auf 10,50 EUR reduziert.
Die Analysten von mwb research sehen den fairen Wert der TUI-Aktie sogar bei 16 EUR. Zwar wurden die Schätzungen für das laufende Jahr reduziert, dennoch dürften die Auswirkungen des Krieges auf das Geschäftsjahr 2026 begrenzt bleiben. Außerdem könnten TUIs finanzielle Widerstandsfähigkeit sowie Anpassungsfähigkeit zu Marktanteilsgewinnen führen. Der Konflikt im Nahen Osten führe zu einer vorübergehenden Zurückhaltung bei Sommerreisebuchungen, insbesondere für Reiseziele wie die Türkei und Ägypten. Ein Teil könne jedoch durch eine höhere Nachfrage in Richtung Westeuropa ausgeglichen werden. Zudem weisen die Analysten auf die anhaltenden Störungen in der Kreuzfahrt-Sparte hin. Mein Schiff 4 und 5 würden im Arabischen Golf feststecken und wichtige Mittelmeerkreuzfahrten würden erst Mitte Mai wieder starten.
Fazit
A.H.T. ist ein Gewinner der explodierenden Energiepreise. Die Äußerungen des Chefs klingen äußerst vielversprechend. Vielleicht können die Analystenprognosen sogar übertroffen werden? Rheinmetall und die gesamte deutsche Rüstungsindustrie stehen derzeit nicht im Fokus der Anleger und ein Kauf der Aktie drängt sich nicht auf. Letzteres gilt auch für TUI. Das Geschäftsmodell ist derzeit stark von externen Faktoren abhängig.
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