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27.02.2026 | 04:30

Kursexplosion und Kursalarm! Gerresheimer, Nordex und KI-Profiteuer American Atomics!

  • kiboom
  • Energie
  • Windenergie
Bildquelle: Mercedes Benz Group AG

Kursexplosion bei Nordex. Nach starken Quartalszahlen schießt die Aktie an einem Tag um rund 17 % nach oben. Das Unternehmen schwimmt auf einer Erfolgswelle und der Auftragsbestand deutet darauf hin, dass es noch weiter geht. Auch wenn die Aktie kein Schnäppchen mehr ist. Auf eine Kursexplosion wartet die Aktie von American Atomics noch. Dabei ist das Unternehmen in einem Markt aktiv, der in den kommenden Jahrzehnten ein Comeback feiern wird: Uran. Der KI-Boom sorgt für den Bau unzähliger neuer Atomkraftwerke. Dies hat sich zuletzt auch in Indien gezeigt. Auf dem India AI Impact Summit waren praktisch alle großen US-KI-Player vor Ort. Mehr als 250 Mrd. USD sollen in KI-Infrastruktur investiert werden. Die Atomkraftkapazität soll sich auf 100 GW mehr als verzehnfachen. Davon will auch American Atomics profitieren. Bei Gerresheimer geht dagegen der Absturz weiter. Nachdem Analysten das Kursziel rasiert haben, hat auch noch die BaFin ihre Ermittlungen ausgeweitet. Anleger sind geschockt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , GERRESHEIMER AG | DE000A0LD6E6 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    American Atomics mit im KI-Boom

    Der KI-Boom ist längst nicht mehr nur in den USA zu beobachten. Weltweit wird in die Technologie investiert, die die Welt verändern soll. Ein aktuelles Beispiel ist Indien. Beim gerade zu Ende gegangenen India AI Impact Summit in Neu-Delhi betonte Indiens IT-Minister Ashwini Vaishnaw, dass Infrastruktur-Investitionszusagen von mehr als 250 Mrd. USD eingesammelt worden seien. Das Summit wurde als Treffpunkt von Politik und Tech-Spitze mit starker Präsenz führender US-Konzerne beschrieben. Denn praktisch alle großen US-KI-Player waren vor Ort – angeführt von OpenAI, Alphabet, Microsoft und Nvidia.

    Und im KI-Zeitalter rückt ein Faktor besonders in den Vordergrund: Strom. Rechenzentren brauchen verlässliche, große Energiemengen rund um die Uhr – deshalb bekommt Atomenergie international wieder mehr Aufmerksamkeit als stabile, CO₂-arme Grundlast. Auch Indien setzt darauf: Die Regierung hat das Ziel bekräftigt, die Atomkraftkapazität bis 2047 auf 100 GW auszubauen, und hat dafür eine „Nuclear Energy Mission“ im Budgetrahmen flankiert. Derzeit liegt die Kapazität im bevölkerungsreichsten Land bei unter 10 GW.

    Wenn in einigen Jahren neue Atomkraftwerke ans Netz gehen, will American Atomics davon massiv profitieren. Um rechtzeitig ein Uranvorkommen einschließlich einer eigenen Aufbereitung in Produktion zu haben, geben die Kanadier derzeit Vollgas. Der Kern des Geschäftsmodells befindet sich im traditionsreichen Lisbon-Valley-Distrikt im US-Bundesstaat Utah. Auf dessen Westseite wurden in der Vergangenheit bereits rund 78 Mio. Pfund Triurandioxid (U₃O₈) gefördert. Das Big-Indian-Projekt von American Atomics befindet sich auf der Ostseite des Distrikts. Dieser Abschnitt ist bislang kaum erkundet worden, aber die Chancen für substanzielle Funde sind hoch. Angesichts der Zukunftsaussichten erscheint die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 13 Mio. CAD alles andere als teuer.

    https://youtu.be/NZEQ7_2MUgA?si=bqCgZMgPaeaWnJVc

    Nordex-Aktie geht durch die Decke

    Es läuft bei Nordex! Die Aktie des Windturbinenherstellers gehörte zu den positiven Überraschungen des Jahres 2025. Nach der Performance von deutlich mehr als 100 % innerhalb von 12 Monaten waren die Erwartungen an die Q4-Zahlen hoch. Und Nordex hat sie sogar übertroffen.

    Der Umsatz stieg im 4. Quartal 2025 um rund 16 % auf 2,5 Mrd. EUR. Die Musik spielte jedoch bei der Ertragsentwicklung. So legte das EBITDA von Nordex um 187,6 % auf 307,4 Mio. EUR zu. Entsprechend stieg die EBITDA-Marge von 4,9 % auf 12,1 %. Der Nettogewinn im letzten Quartal des Jahres kletterte bei Nordex von 17,5 Mio. EUR auf 183,8 Mio. EUR.

    Nordex-CFO Dr. Ilya Hartmann: „Wir sind mit unserer finanziellen Performance im vergangenen Jahr zufrieden: Wir haben einen Umsatz von 7,6 Mrd. EUR und eine EBITDA-Marge von 8,4 % erzielt und den Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 274,3 Mio. EUR gesteigert. Mit einem Rekord-Cash-Bestand und einem stark positiven freien Cashflow verfügen wir über eine solide Grundlage für weiteres profitables Wachstum.“

    Für das laufende Jahr ist Nordex optimistisch. Der Konzernumsatz soll von 7,6 Mrd. EUR auf 8,2 bis 9,0 Mrd. EUR zulegen. Dabei wird eine EBITDA-Marge zwischen 8,0 % und 11,0 % erwartet. Mittelfristig traut man sich sogar eine EBITDA-Marge von 10,0 % bis 12,0 % zu.

    Basis für das Wachstum ist der Auftragsbestand. Allein im 4. Quartal 2025 hat Nordex Orders mit einem Volumen von 3,2 Mrd. EUR in die Bücher geholt. Dies war ein neuer Unternehmensrekord. Zum 31. Dezember 2025 belief sich der Auftragsbestand auf 16,1 Mrd. EUR. Ende 2024 waren es nur 12,8 Mrd. EUR.

    Die Aktie reagierte mit einer Kursexplosion auf die Zahlen. So ging es um gut 17 % nach oben. Bei einem Kurs von 41,12 Euro wird Nordex inzwischen mit 9,8 Mrd. EUR bewertet.

    Gerresheimer: Absturz nimmt kein Ende

    Während American Atomics und Nordex überzeugen, reißen die schlechten Nachrichten bei Gerresheimer einfach nicht ab.

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird ihre Bilanzprüfung bei Gerresheimer ausweiten. Zum einen wird die im September 2025 eingeleitete Anlassprüfung des Konzernabschlusses 2023/2024 erweitert. So könnten Buchwerte von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 65,5 Mio. EUR und Vermögenswerte des Segments Advanced Technologies in Höhe von 196,5 Mio. EUR nicht richtig dargestellt sein.

    Und nicht nur das. Jetzt wird auch der Halbjahresabschluss 2024/2025 geprüft. So sollen bestimmte Risiken im Zusammenhang mit der Finanzierung des Erwerbs von Bormioli Pharma nicht richtig dargestellt worden sein. Außerdem sollen Umsatzerlöse und Umsatzkosten im Zusammenhang mit Bill-and-hold-Vereinbarungen unzutreffend erfasst worden sein. Dabei handelt es sich um Verträge, bei denen ein Verkäufer dem Käufer Produkte in Rechnung stellt, diese aber physisch im eigenen Lager behält, bis der Kunde sie zu einem späteren Zeitpunkt abruft.

    Die Gerresheimer-Aktie reagierte mit einem Kursrutsch von über 12 % auf die Horror-Meldung. Das aktuelle Kursniveau von 16,40 EUR hat die Aktie seit 2009 nicht mehr gesehen. Bis März 2024 notierte man noch über 100 EUR.

    Am Tag vor der BaFin-Meldung hatte bereits die UBS für schlechte Stimmung bei Gerresheimer-Aktionären gesorgt. So stuften die Analysten die Aktie von "Neutral" auf "Sell" ab. Das Kursziel wurde von 29 EUR auf 12,90 EUR rasiert.

    Fazit

    American Atomics ist alles andere als teuer und hat die große Chance, genau zur wichtigen Zeit in Produktion zu gehen. Dabei will man eben nicht nur Uran abbauen, sondern es auch aufbereiten. Das aktuelle Umfeld, diese Pläne schnell umzusetzen, könnte wohl kaum besser sein. Auch bei Nordex läuft es derzeit rund. Allerdings ist auch schon viel im Aktienkurs eingepreist. Größere Fehler darf man sich nicht erlauben. Bei Gerresheimer fehlen einem nur noch die Worte. Mag sein, dass sich das Unternehmen davon wieder erholt, aber ein Kauf der Aktie drängt sich derzeit nicht auf.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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