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20.01.2021 | 06:11

Lenovo, Triumph Gold, K+S: Springen jetzt die Nachzügler an?

  • Nachzügler
Bildquelle: pixabay.com

Wer heute einen Blick auf den Aktienmarkt wirft, der sieht die wichtigen Indizes auf Rekordhochs und Aktien wie Tesla oder Ballard Power weit entfernt von allem, was sich mit Vernunft begründen lässt. Viele Anleger schreckt die aktuelle Situation ab. Doch das ist ein Fehler. Statt dem Markt komplett fern zu bleiben, gilt es, einen Blick auf Nachzügler zu werfen. Diese gibt es auch heute noch. Viele dieser Nachzügler profitieren indirekt von robusten Großtrends und könnten vor einer Neubewertung stehen. Drei dieser Vertreter sind Lenovo, Triumph Gold oder auch K+S.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Lenovo: Wie geht es für die Homeoffice-Aktie weiter?

Dass die Pandemie nicht alle Branchen gleichermaßen trifft, stellte PC-Hersteller Lenovo bereits zwischen Juli und September unter Beweis und überzeugte den Markt mit einem Rekordquartal. Der Grund liegt wohl auch darin begründet, dass 2020 noch immer viel Equipment fürs Home Office gekauft wurde und Lenovo mit seinen Produkten gut dafür aufgestellt war. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen 2020 verschlankt und arbeitete unter anderem an seiner Kostenstruktur. 2020 hat für Computerhersteller einiges geändert. Waren PC-Systeme und Zubehör in den Jahren zuvor eher Ladenhüter, entwickelte sich der Absatz 2020 rasant. Vor allem bei Peripherie wie Webcams merkt man noch heute, dass die Margen sogar größer geworden sind. Jeder benötigt PC-Zubehör und Unternehmen haben entsprechend eine höhere Preismacht.

Weniger gut lief es für Lenovo 2020 dagegen in den Bereichen Cloud und Smartphones. Tatsächlich denkt heute kaum mehr ein Kunde bei der Marke „Lenovo" an Mobilfunk. Der Zug scheint abgefahren und Samsung oder auch Xiaomi im Bereich der Android-Telefone uneinholbar vorne.** Doch das ist für Lenovo-Aktionäre kein Beinbruch – zu stark ist Lenovo in den anderen Hardware-Bereichen aufgestellt. Als besonderer Kursturbo kommt bei Lenovo hinzu, dass das Geschäft in China mit mehr als 20% vom Umsatz sehr stark ist. Auch im Rest der Asien-Pazifik-Region erwirtschaftet Lenovo mehr als ein Fünftel seines Umsatzes. Gepaart mit der niedrigen Bewertung eines KGV von um die 12 sind das gute Rahmenbedingungen. Die Aktie hat auf Sicht von einem Monat bereits deutlich zugelegt und könnte einen Rücksetzer vertragen.** Dennoch ist die grundlegende Situation vielversprechend.

Triumph Gold: Durchfinanzierter Goldsucher mit Newmont als Aktionär

Ein Wert, der in den vergangenen Wochen noch keine fulminante Kursrally aufs Parkett gelegt hat, ist Triumph Gold. Das Unternehmen verfügt über Liegenschaften im kanadischen Yukon und sucht dort nach Gold. Vor allem das kanadische Projekt Freegold Mountain gilt als vielversprechend. 2020 überzeugte das Unternehmen mit herausragenden Bohrergebnissen, die den Kurs rasant steigen ließen: Allein zwischen März und August 2020 hat sich der Kurs mehr als verdreifacht. Inzwischen hat die Aktie allerdings mehr als 50% wieder korrigiert.

Da die Projekte von Triumph vielversprechend sind, das Unternehmen in der Branche einen guten Namen hat – immerhin ist Minen-Gigant Newmont zu 12,8 % an Triumph beteiligt – und der Aktienkurs zurückgekommen ist, können Gold-affine Anleger sich den Wert vormerken. In den vergangenen Tagen sprang der Kurs immer wieder für kurze Zeit an und beruhigte sich anschließend wieder. Auch der Umstand, dass Triumph Gold für das bevorstehende Bohrprogramm ausreichend finanziert ist, ist ein Argument dafür, dass der Wert aktuell einen Boden gefunden hat.

K+S: Wiederholt sich Geschichte?

Eine ähnlich explosive Situation wie bei Triumph Gold zeigt sich aktuell beim deutschen Standardwert K+S. Das Unternehmen trennte sich vor einiger Zeit von seinem US-Geschäft, das über die Jahre zur Last geworden war. Zugleich zogen die Kalipreise an. Die Aktie hat sich im Zuge dieser Entwicklung langfristig freigestrampelt – zumindest aus charttechnischer Sicht. Blickt man auf den Kursverlauf auf Sicht von einem Jahr, steht beim ehemaligen Krisen-Wert nur noch ein kleiner Verlust zu Buche. Gelingt ein Anstieg über die Marke von zehn Euro, entsteht schnell Raum für eine dynamische Entwicklung. Kurstreiber könnten altbekannte Faktoren wie etwa die Demografie oder auch anziehende Preise für Agrarrohstoffe sein.

Auch während der letzten Rohstoff-Hausse im Jahr 2008 profitierte K+S von steigenden Notierungen bei Agrarrohstoffen. Letztlich stürmte die Aktie sogar den DAX. Zwar ist K+S davon heute noch weit entfernt, doch könnte der Wert angesichts seines Nachholpotenzials schon bald auf den Watchlisten chancenorientierter Trader stehen. Egal ob K+S oder Lenovo: Es gibt auch heute noch moderat bewertet Standardwerte mit Potenzial. Doch auch bei Nebenwerten, wie dem Gold-Entwickler Triumph Gold, erscheint die Gelegenheit im Spiegel des Kursverlaufs während des vergangenen Jahres günstig. Wer Investments in heiß gelaufene Trend-Werte scheut, findet bei Nachzüglern aktuell ein günstiges Chance-Risiko-Profil.


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