07.01.2026 | 04:30
Nordex-Aktie nicht zu bremsen! Hensoldt verkaufen? Gold-Perle Kobo Resources mit Übernahmefantasie!
Die Aktie von Nordex ist auch in 2026 nicht zu bremsen. In den wenigen Handelstagen ging es bereits wieder um fast 10 % nach oben. Anleger reagieren mit Käufen auf das starke Jahresendgeschäft des Windkraftanlagenbauers. Analysten haben gerade noch rechtzeitig das Kursziel erhöht. Bei Hensoldt sind sie allerdings weniger optimistisch und raten zum Verkauf. Der jüngste Kursanstieg ließe sich fundamental nicht begründen. Zudem warnen sie vor zunehmendem Wettbewerbsdruck. Den Verkaufsdruck hat der Goldpreis schnell wieder abgeschüttelt und marschiert wieder in Richtung 4.500 USD. Davon sollte auch Gold-Explorer Kobo Resources profitieren. Der CEO hat sich im jüngsten Interview optimistisch gezeigt und bringt Übernahmefantasie ins Spiel. Aktie jetzt also kaufen?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Kobo Resources: CEO bringt Übernahmefantasie ins Spiel
Ist die Konsolidierung bei Kobo Resources schon wieder vorbei? Nach einer starken Jahresendrally spricht viel für einen weiter steigenden Kurs bei der Aktie des Goldexplorers. Zum einen zieht der Goldpreis wieder an. Zudem sieht der Kobo-Chef die Aktie als unterbewertet. Das Unternehmen entwickelt sich in Westafrika zu einer der aufmerksam beobachteten Gold-Explorationsstorys – und setzt dabei laut CEO Edward Gosselin bewusst auf Disziplin, lokale Verankerung und eine stetig wachsende Projektpipeline in der Elfenbeinküste. Dies betonte er im Gespräch mit Lyndsay Malchuk vom IIF.
Ein sichtbares Element dieser Community-Strategie ist der „Kobo Cup“, ein Fußballturnier, das bereits in die zweite Runde ging. Das Unternehmen stellte Trikots und Ausrüstung, ein lokaler Partner unterstützte mit Schuhen, zudem waren hochrangige Vertreter wie der kanadische Botschafter sowie lokale Behörden präsent. Für Kobo ist das mehr als Imagepflege. Die Botschaft lautet, dass Akzeptanz und Präsenz vor Ort die Basis schaffen, um Explorationsprogramme planbar voranzutreiben und die Entwicklung der Projekte nicht nur technisch, sondern auch sozial abzusichern.
Operativ richtet sich der Fokus auf das Flaggschiffprojekt Kossou, wo Kobo seit September ein Bohrprogramm von ursprünglich 10.000 bis 15.000 Metern fährt und bis kurz vor Jahresende 2025 bereits über 10.000 Meter absolviert hatte. Gosselin betonte, dass die Ergebnisse das Team darin bestärken, die mineralisierte Hülle auszuweiten. Neben den bekannten Strukturen (u. a. „Jagger Zone“ und „Road Cut Zone“) identifiziert Kobo zusätzliche Ansatzpunkte, insbesondere nach Westen sowie in den Süden/Südosten. Parallel arbeitet das Unternehmen am Ressourcenmodell. Aufgrund der vielversprechenden Funde will man mehr Ergebnisse in die Ressourcenberechnung einfließen lassen. Daher wird die Veröffentlichung wohl im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen.
Zusätzliche Chancen liefert eine dritte Zone („Katy“), die durch lokale, teils illegale Abbauaktivitäten ins Blickfeld rückte und nun für Bohrungen vorbereitet wird. Ziel sei es, perspektivisch mehrere Zonen zu verbinden und die Streichlänge zu erhöhen. Darüber hinaus will Kobo in 2026 das deutlich größere Kotobi-Projekt mit vier priorisierten Targets erstmals systematisch bebohren und das Portfolio über Earn-ins sowie weitere Lizenzanträge auf bis zu nahezu acht Projekte im Land ausbauen. Gosselin bringt zudem Übernahmefantasie ins Spiel. Ein Projekt, nur neun Kilometer von einer produzierenden Mine entfernt, deren Produktion nachlässt, könne bei steigenden Goldpreisen grundsätzlich ins Visier von Käuferinteresse geraten.
Das gesamte Interview:
https://youtu.be/wFo8LN8byRE?si=dXqI3XyHyDc4zVcA
Nordex-Aktie nicht zu stoppen
Die Aktie von Nordex ist einfach nicht zu bremsen. Gestern wurde die Marke von 30 EUR übersprungen und die Aktie notierte sogar über 32 EUR. Damit hat das Wertpapier in den vergangenen 52 Wochen fast 170 % an Wert gewonnen und bringt inzwischen 7,58 Mrd. EUR auf die Börsenwaage. Zuletzt reagierten Anleger auf die Meldungen von Nordex über ein positives Jahresendgeschäft. In Deutschland bestellte der Wind- und Solarparkentwickler UKA im Dezember 33 Turbinen des Typs N175/6.X mit einer Gesamtleistung von 224,4 MW. Die Order ist Teil eines bestehenden Rahmenvertrags und umfasst zugleich einen 20-jährigen Premium-Service für die Wartung. Die Anlagen verteilen sich auf neun Windparks in mehreren Bundesländern, darunter Brandenburg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Errichtung und Inbetriebnahme sind – je nach Projekt – ab 2027 vorgesehen. Zum Einsatz kommen Hybridtürme mit einer Nabenhöhe von 179 Metern, was auf die Optimierung der Erträge an den jeweiligen Standorten abzielt.
Einen Tag zuvor hatte Nordex bereits Folgeaufträge über insgesamt 73 Turbinen aus Kanada gemeldet. Die Gesamtleistung der N163- sowie N175/6.X-Anlagen liegt bei 508 MW. Damit ist Nordex mit dem N175-Modell der Markteintritt in Kanada gelungen. Die Auslieferung und Installation ist für 2027 und 2028 geplant. Die Turbinen werden als Kaltklima-Variante mit dem „Advanced Anti-Icing System“ für Rotorblätter ausgestattet, um die Verfügbarkeit in den Wintermonaten hochzuhalten und eisbedingte Stillstände zu reduzieren. Wie in Deutschland sind auch hier langfristige Servicevereinbarungen Bestandteil der Verträge.
Am Montag hatte MWB Research die Kaufempfehlung für die Nordex-Aktie bestätigt und das Kursziel von 33 EUR auf 36 EUR angehoben.
Hensoldt-Aktie verkaufen?
Bei Hensoldt sind die Analysten von MWB Research weniger optimistisch. Gestern haben sie die Aktie des deutschen Spezialisten für Sensorik im militärischen Bereich von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft. Das Kursziel bleibt bei 65 EUR. Nach einem Kurssprung von über 13 % innerhalb von fünf Handelstagen notiert die Aktie derzeit über 82 EUR. Aus Sicht der Analysten ist der jüngste Kursanstieg vor allem sektorgetrieben und weniger durch unternehmensspezifische Nachrichten erklärbar. Hensoldt habe kaum direkte Venezuela-Bezüge und nur eine begrenzte indirekte Verbindung zu geopolitischen Schlagzeilen, die zuletzt das Sentiment für Rüstungswerte stützten. Dass die Aktie dennoch deutlich anzog, wertet MWB eher als Ergebnis von Positionierung und Momentum denn als fundamental begründete Neubewertung.
Inhaltlich begründet MWB die negative Haltung vor allem mit einem aus ihrer Sicht unterschätzten Zyklusrisiko und einer zunehmend anspruchsvollen Wettbewerbs- und Bewertungsrelation. Zwar bleibt der Rückenwind durch höhere Verteidigungsausgaben grundsätzlich bestehen, die aktuelle „Order-Welle“ könne jedoch naturgemäß auslaufen. MWB erwartet perspektivisch einen Umsatzhöhepunkt Anfang der 2030er-Jahre, wodurch die Debatte um Anschlussaufträge und Visibilität nach 2030 an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig steige der Druck durch Wettbewerber, insbesondere weil große Player ihre Aktivitäten in Sensorik und softwaredefinierter Verteidigung ausweiten – also in genau jenen Bereichen, die für Hensoldt Kerngeschäft sind und als Wachstumstreiber gelten. Unter dem Strich sieht MWB die Aktie bei den aktuellen Multiples als überzogen bewertet und den Risiko-Ertrags-Ausblick als asymmetrisch zulasten der Anleger.
Fazit
Gold scheint seine Schwächephase überwunden zu haben und marschiert wieder Richtung 4.500 USD je Feinunze. Davon profitieren Minenaktien. Ein interessanter Gold-Explorer ist weiterhin Kobo Resources. Das Unternehmen verbindet eine nachhaltige Entwicklung mit Übernahmefantasie. Stark ist Nordex ins neue Jahr gestartet. Das Orderbuch füllt sich weiterhin, allerdings ist das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 7,58 Mrd. EUR kein Schnäppchen mehr. Dies gilt auch für Hensoldt. Das Umsatzwachstum ist einfach nicht schnell genug, um die Marktkapitalisierung von 9,5 Mrd. EUR zu rechtfertigen.
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