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18.02.2022 | 06:00

Shell, Ximen Mining, Newmont: Folgt Gold der Ölpreis-Rally?

  • Goldpreis
Bildquelle: pixabay.com

Nachdem der Ölpreis längst die Marke von 90 USD geknackt hat, zieht auch Gold deutlich an. Das Edelmetall hielt sich nur kurz mit den viel zitierten Zinssorgen auf. Die theoretische Überlegung dahinter: Wenn das Zinsniveau steigt, verliert das unverzinste Gold an Attraktivität. Diese Annahme war angesichts der auch weiterhin zu erwartenden negativen realen Renditen zwar schon immer ein wenig abwegig, doch tritt der Goldpreis inzwischen den Beweis an: Die Zinswende ist für Gold nicht relevant. Vielmehr zählen die allgemeine Unsicherheit am Markt und die Eigenschaft als Reservewährung. Doch wie weit kann die Gold-Rally gehen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Shell PLC | GB00BP6MXD84 , XIMEN MINING | CA98420B2003 , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066

Inhaltsverzeichnis:


    Shell: Was ist da los?

    Während Gold erst seit einigen Wochen langsam Fahrt aufnimmt, steigt der Ölpreis schon seit vielen Monaten. Auch Rückschläge machte das „schwarze Gold" sofort wett. Die Gründe liegen im knappen Angebot und der wieder steigenden Nachfrage. Unternehmen wie etwa Shell haben es in den vergangenen Jahren verpasst, in neue Vorkommen zu investieren. Das ist einerseits nachvollziehbar – schließlich entspricht Öl nicht gerade dem Zeitgeist, der den Klimaschutz zu Recht stark priorisiert.

    Da Öl-Multis, wie BP oder auch Shell ihr Geschäft langfristig sichern wollen, investierten sie lieber in nachhaltige Projekte – schließlich geht es auch darum, das eigene ESG-Profil zu schärfen. Mit Feigenblättern in Form einzelner kleinerer Projekte aus Wind- und Wasserkraft ist es längst nicht mehr getan. Der sogenannte Best-in-Class-Ansatz bei der Beurteilung von ESG-Aktivitäten führt dazu, dass Unternehmen aus einer Branche in einem ständigen Wettstreit sind und nachhaltige Projekte mehr und mehr ausgebaut werden. Den Energie-Bedarf im Hier und Jetzt haben die Unternehmen dabei ein wenig aus den Augen verloren. Das erklärt wohl auch, dass etwa die Aktie von Shell heute noch immer niedriger notiert als vor drei, fünf oder zehn Jahren. Die großen Multis stecken in einer Neuausrichtung und profitieren nur kurzfristig von hohen Ölpreisen.

    Ximen Mining ist auf dem Radar der ganz Großen

    Während steigende Ölpreise der konkreten Marktsituation heute und in der Zukunft geschuldet sind, steckt bei Gold eine Menge Psychologie in den Kursen. Aktuell sind das etwa Zweifel am kolportierten Rückzug der Russen von der Grenze zur Ukraine. Auch die Überlegung, die US-Notenbank FED kämpfe mit ihren Maßnahmen gegen die Inflation auf verlorenem Posten, spielt eine Rolle. Marktteilnehmer vermuten, dass die Notenbank die Zinsen nicht so stark wird anheben können, ohne die Wirtschaft in eine neuerliche Schieflage zu treiben. Von dieser könnte wiederum Gold profitieren. Das kanadische Unternehmen Ximen Mining betreibt drei Edelmetall-Projekte in British Columbia und fokussiert sich dabei auf Gold und Silber.

    Zuletzt erhielt Ximen Mining durch den Einstieg von New Gold eine Art Ritterschlag in der Bergbau-Szene. Der Produzent steckte zunächst 2,5 Mio. CAD in das Unternehmen. Laut Ximen-Mining-CEO Chris Anderson handelt es sich dabei um eine erste Position, aus der noch keine strategische Zusammenarbeit folgt, es sei aber positiv zu bewerten, wenn ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 1 Mrd. CAD ein kleines Unternehmen wie Ximen auf dem Radar habe, so Anderson in einem Video-Interview.

    Ximen Mining rechnet 2022 mit operativen Fortschritten und will vor allem bei Brett Epithermal Gold voran kommen – eine Liegenschaft, die bereits in der Vergangenheit schon einmal im Fokus großer Unternehmen war. Doch auch auf den anderen Projekten will Ximen Mining Arbeiten vorantreiben und so für einen kontinuierlichen Newsflow sorgen. Die Aktie notierte 2020 bereits rund drei Mal höher, litt in den vergangenen Monaten allerdings unter den Rahmenbedingungen. Mit den Entwicklungen rund um den Goldpreis könnte die Durststrecke bald enden. Da kleinere Titel, wie Ximen Mining, einen größeren Hebel auf Gold bieten können, sollten sich vor allem spekulativ orientierte Anleger die Aktie zur näheren Analyse vormerken.

    Newmont: Hier geht es schon nach oben

    Dass am Goldmarkt etwas im Gange ist, zeigt die Aktie von Newmont. Der größte Gold-Produzent der Welt hat im vergangenen Monat bereits um rund 6% zugelegt. Das kann als klares Zeichen interpretiert werden, dass die Fantasie rund um das Edelmetall zurückkehrt. Gold-Produzenten profitieren direkt von steigenden Notierungen, während Projekt-Entwickler, wie Ximen Mining am Anfang einer Goldpreis-Rally zu den Nachzüglern gehören. Das liegt daran, dass die Goldvorkommen bei Projekt-Entwicklern im Boden schlummern und die Produktion in der Regel noch einige Monate bis Jahre dauert.


    Um beim Goldpreis einen Fuß in die Tür zu stellen, können sich Aktien wie Newmont oder auch Barrick durchaus eignen. Anleger sollten aber bedenken, dass die Förderung von Rohstoffen eigene Risiken birgt: Dazu gehören etwa Unfälle, geologische Fehlplanungen oder unabwendbare Naturkatastrophen . Etwas „gnädiger" mit Blick auf die operativen Details ist der Markt in der Regel bei Junior-Unternehmen, die noch nicht in Produktion sind. Hier zählen Bohrergebnisse und Fantasie. Wer derartige Rahmenbedingungen im Depot schätzt, kann sich die Aktie von Ximen näher ansehen. Eher uninteressant ist dagegen aktuell Shell – um in Öl und Gas zu investieren, gibt es bessere Alternativen.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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