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12.09.2023 | 06:00

Wirecard 2.0 für KI-Branche? Deutsche Bank, Commerzbank, Desert Gold Ventures

  • NVIDIA
  • KI
  • Gold
  • Hedgefonds
Bildquelle: pixabay.com

Es ist aktuell kaum mehr als eine Aneinanderreihung von Ereignissen und Hintergründen. Trotzdem hat das Video, das Ende der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, große Sprengkraft. Läuft rund um eines der größten Unternehmen der Welt ein abgekartertes Spiel? Machen sich gierige Hedgefonds-Manager mit dubiosen Machenschaften die Taschen voll? Und vor allem: Schicken uns diese Ereignisse in ein Desaster, gegenüber dem der Zusammenbruch von Wirecard ein Non-Event ist? Wir ordnen die Lage ein, geben Einblicke und zeigen Alternativen auf.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040

Inhaltsverzeichnis:


    NVIDIA, Magnetar und CoreWeave: Was steckt dahinter?

    Seit Jahren kommentiert Jochen Stanzl für den Broker CMC Markets die Märkte. Ende der vergangenen Woche veröffentlichte der Marktkenner ein Video, in dem es weder um Notenbanken noch um Lagerbestände bei Rohöl geht. Zuletzt widmete sich Stanzl dem Chip-Giganten und KI-Profiteur NVIDIA. Seine These: Die Rekordumsätze des Chipherstellers basieren in erster Linie auf der Bestellung eines Unternehmens, das so gut wie niemand kennt: CoreWeave. Die Gesellschaft sei von ehemaligen Hedgefonds-Managern gegründet worden. Diese Manager hätten sich in der Vergangenheit in sämtlichen Branchen getummelt, in denen Geld zu verdienen gewesen sei. Unter anderem das „Schürfen" von Kryptowährungen oder der Handel mit Erdgas. Unmittelbar nach Gründung von CoreWeave habe das Unternehmen verschiedene Zahlungen erhalten – unter anderem von Magnetar Capital. Magnetar sei während der großen Finanzkrise vor rund 15 Jahren dick im Geschäft mit strukturierten Hypothekenprodukten gewesen – damals setzten Beobachter diese Produkte unter anderem mit „Massenvernichtungswaffen" gleich. Insgesamt seien in den Quartalen nach Gründung von CoreWeave hunderte Millionen USD an das Unternehmen geflossen – von Magnetar und sogar von NVIDIA selbst.

    Doch damit nicht genug. Am 8. August erhielt CoreWeave ein Darlehen über 2,3 Mrd. USD und soll als Sicherheit dafür laut Stanzl Chips von NVIDIA hinterlegt haben – ausgerechnet diejenigen H100-Chips, die aktuell so gefragt sind. Während mehrere Insider von NVIDIA in den vergangenen Wochen und Monaten Aktien ihres Unternehmens verkauft hätten, hat die Gesellschaft selbst beherzt zugegriffen: Satte 25 Mrd. USD zum Kurs von 499 USD je Aktie hat NVIDIA in sich selbst investiert. Laut der Recherchen von Stanzl bietet sich dafür der Tag nach Veröffentlichung der Zahlen für das 2. Quartal an – eine Order, die die Liquidität der ohnehin rege gehandelten Aktie drastisch erhöht haben dürfte. Obwohl Zusammenhänge all dieser Ereignisse rein zufällig sein können, wirft doch zumindest der Kauf der eigenen Aktie von NVIDIA Fragen auf. In der Regel kaufen Unternehmen eigene Aktien während anderer Marktsituationen.

    Was wird aus dem Comeback von Deutsche Bank, Commerzbank und Co.?

    Innerhalb der Finanzszene diskutieren Anleger bereits rege über die möglichen Zusammenhänge der genannten Unternehmen. Ob NVIDIA mit Hilfe von Hedgefonds-Managern seine Umsätze frisiert hat, bleibt trotz der vorliegenden Fakten zwar Spekulation, hinter vorgehaltener Hand erregt die Geschichte trotzdem die Gemüter. Vor allem angesichts der hohen Marktkapitalisierung von NVIDIA, die aktuell bei mehr als 1,1 Bio. USD liegt und der zahlreichen Kreditgeber für CoreWeave aus der Finanzbranche, ist eine Kettenreaktion nicht ausgeschlossen. Anleger, die sich angesichts der zuletzt freundlichen Chartbilder bei Aktien wie der Deutschen Bank oder Commerzbank long positionieren, sollten diese Geschichte – um mehr handelt es sich Stand heute nicht – zumindest im Hinterkopf behalten.

    Microcap Desert Gold als die Anti-KI-Aktie

    Während KI-Aktien von einem Bewertungs-Hoch zum nächsten eilen und aktuell gefühlt kein Startup mehr ohne die smarten Algorithmen auskommt, notiert die Krisenversicherung Gold mit rund 1.920 USD unterhalb der Jahreshochs. Würde ein unvorhergesehenes Ereignis die Börsen erschüttern, dürfte Gold neben Staatsanleihen guter Bonität ein sicherer Hafen sein. Das kanadische Gold-Unternehmen Desert Gold sprang im Pandemie-Jahr 2020 binnen drei Monaten von 0,05 auf 0,19 EUR. Wir erinnern uns: Damals öffneten Regierungen und Notenbanken die Geldschleusen. Nachdem im März dieses Jahres schon der Zusammenbruch von US-Regionalbanken für hektisches Handeln bei der US-Notenbank sorgte, sind weitere Maßnahmen vor dem Hintergrund der aktuellen Spekulationen nicht ausgeschlossen.

    Desert Gold bringt im Westen Malis in unmittelbarer Nachbarschaft zu Unternehmen wie B2Gold und Barrick Gold seine SMSZ-Liegenschaft voran. B2Gold kaufte erst in diesem Jahr erfolgreich in der Region zu. Währenddessen setzte Desert Gold seine Explorationstätigkeit fort und holte sich mit Doug Engdahl einen erfahrenen Bergbau- und Explorations-Spezialisten ins Boot. Engdahl führt unter anderem Axiom, ein Dienstleister, der sich auf moderne Verfahren zur Exploration mittels Drohnen, Satellitenfotos und KI spezialisiert hat. Während sich viele Geschäftsmodelle rund um KI erst noch bewähren müssen, hilft das Engagement von Axiom schon heute kleinen Unternehmen dabei, Kosten zu drücken und noch effizienter zu agieren.


    Während Aktien wie NVIDIA unabhängig von Spekulationen über die jüngsten Quartalszahlen teuer sind und die Charts von Finanzwerten schon aus mittelfristiger Perspektive nicht mehr so vielversprechend aussehen, ist die Aktie von Desert Gold am Boden. Angesichts der geringen Liquidität der Aktie und der Eigenschaft von Gold als Krisenversicherung könnte der Wert ganz plötzlich spannend werden – Anleger, die dann bereits positioniert sind, wären im Vorteil. Äußerst spekulativ bleibt der Wert dennoch: Die Marktkapitalisierung von nur 7,8 Mio. CAD spricht Bände.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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