Menü

16.02.2021 | 05:55

Adler Modemärkte, RYU Apparel, Adidas: Welche Aktie hat morgen Saison?

  • Mode
Bildquelle: pixabay.com

Mode ist ein herausforderndes Geschäft --und zugleich unglaublich vielseitig. Während die eine Marke am Abgrund steht, entstehen an anderer Stelle neue Labels, die sich verkaufen wie geschnitten Brot. Wie kommt das? Wahrscheinlich liegt es daran, dass Mode für viele Menschen ein Ausdruck ihrer Identität ist. Wenn aus einfacher Bekleidung ein persönliches Statement wird, haben Modekonzerne gewonnen und eine starke Marke im Portfolio. Doch wie findet man Mode-Unternehmen, die große Chancen bieten?

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor


Adler Modemärkte: Wo ist der Boden?

Ein Ansatz ist es, diejenigen Konzepte auszusortieren, die wenig Erfolg versprechen. Adler Modemärkte befindet sich seit einiger Zeit wegen Überschuldung im Insolvenzverfahren. Geprüft wird eine Sanierung in Eigenverantwortung. Ein solches Verfahren bietet laut Insolvenz-Experten die Chance auf ein Comeback. Die Aktie hat erst vor wenigen Tagen ein neues Allzeittief erreicht -- doch wie geht es weiter? Während bei vielen klassischen Insolvenzverfahren die Kurse nur noch aufgrund von sinnloser Spekulation wieder steigen und nach und nach wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen, besteht bei Adler trotzdem noch Hoffnung.

Wie das Unternehmen gemeldet hat, hat vor allem der zweite Lockdown die Modekette in die Insolvenz getrieben. Der jetzige Status gibt die Chance, mit Gläubigern neu zu verhandeln und auch an den Kosten zu drehen. Gelingt es, die Wochen des Lockdowns für die richtigen Weichenstellungen zu nutzen, kann es auch für Adler weitergehen. Positive Beispiele sind etwa Galeria Karstadt Kaufhof oder Sinn. In den vergangenen Wochen haben sich einige Fonds von den Aktien von Adler Modemärkte getrennt. Das erklärt den Ausverkauf und die gesunkenen Kurse. Findet der Wert einen Boden, gelingt die Restrukturierung in Eigenverantwortung und läuft das Geschäft nach Ende des Lockdowns wieder an, kann es selbst für Aktionäre wieder Hoffnung geben. Aktuell ist der Wert aber eine Insolvenz-Aktie. Weiterhin sollten Anleger bedenken, dass Adler nicht das hippeste Image hat und digital nicht mit jungen Marken mithalten kann.

RYU Apparel: Der Turnaround-Wert, der den Nerv trifft

Dass es bei Mode-Aktien auch anders laufen kann, zeigt das Beispiel des kanadischen Unternehmens RYU Apparel. Die Kanadier stellen hochwertige Sport- und Freizeitmode her und haben mit ihren minimalistischen Designs den Geschmack der jungen und mittleren Käuferschicht getroffen. RYU verkauft seine Mode in Ladengeschäften, aber auch online in Nordamerika. Der Gedanke: Wer einmal seine Größe gefunden hat, kann problemlos die anderen Produkte online shoppen. Das Konzept scheint aufzugehen: Besucht man die RYU-Onlineshops für Kanada oder die USA, sind viele Produkte bereits vergriffen.

Dass es bei Mode darauf ankommt, das Besondere zu bieten, hat RYU längst erkannt und geht gezielt beim Marketing neue Wege. Neben Produktplatzierungen in Film und Serie setzt man auch auf Influencer-Marketing und kooperiert mit Sportlern. Beispiele sind Golfprofis und das kanadische Skateboard-Team. Erst kürzlich verstärkte mit Stefanie Crosby eine Expertin für grenzüberschreitende Fusionen und Übernahmen sowie Influencer-Marketing das Board of Directors. Nachdem das Unternehmen vor einigen Monaten noch am Boden lag, sorgte Neu-CEO Cesare Fazari für einen Turnaround: Neue Designer, effizientere Abläufe und innovatives Marketing sollen Unternehmen und Aktie wieder in die Spur bringen. Allein während der letzten drei Monate ging es um knapp 40% nach oben. Auf Sicht von drei Jahren bleibt dennoch ein Verlust von rund 90% - spekulative Investoren können genau darin eine große Chance sein.

Adidas: Platzhirsch mit begrenztem Potenzial

Besonders viel Wagemut brauchen Aktionäre von Adidas nicht. Das Unternehmen ist weltweit einer der größten Player rund um Sportbekleidung. Da es zudem immer salonfähiger wird, sportliche Accessoires auch mit Alltagskleidung zu kombinieren, profitiert auch Adidas. Zwar belastet die Marke vor allem auch der Lockdown, doch hat Adidas als Großkonzern die Mittel, um das Wachstum im eCommerce zu forcieren. Im dritten Quartal legte der Online-Bereich nach bereits starken Zahlen in den Vorquartalen erneut um rund 50% zu.

Was der Aktie eine besondere Stabilität verleiht, sorgt auch dafür, dass das Potenzial beim Wert aus Franken begrenzt ist: Adidas verkauft seine Schuhe und Bekleidung längst in allen Regionen der Welt. Auch beim Marketing kann das Unternehmen kaum mehr eine Schippe drauflegen -- die bekanntesten Sportler der Welt tragen die Marke bereits. Zudem wird der markante Schriftzug von Kunden oft nur nebenbei wahrgenommen. Das ist der Preis der hohen Bekanntheit. Adidas dürfte trotz Problemen gut durch den aktuellen Lockdown kommen und ist perfekt positioniert, um seine Marktstellung zu halten. Für Anleger ist das aber etwas wenig Fantasie. Wer Titel sucht, bei denen ein gelungener Marketing-Schachzug die Gewinne vervielfachen kann, setzt sich besser mit RYU auseinander.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.