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05.09.2022 | 06:00

GreenTech-Unternehmen heiß begehrt: Freyr Battery, Rock Tech Lithium, Meta Materials, BYD

  • GreenTech
Bildquelle: pixabay.com

Viele CEOs von jungen Unternehmen setzen sich hochgesteckte Ziele. In der GreenTech-Branche sieht es aktuell so aus, als würden viele dieser Ziele wahr werden: Industrieunternehmen streben reihenweise Kooperationen mit jungen Unternehmen an. Welche Vorteile das für Investoren bietet und wie Anleger Chancen ergreifen können, erklären wir an mehreren Beispielen. Los geht's mit einem Überflieger der vergangenen Woche.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Meta Materials Inc. | US59134N1046 , ROCK TECH LITHIUM | CA77273P2017 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Freyr Energy und Nidec: Kooperation mit Zukunft

    Die Aktie von Freyr Energy handelte noch im Juli bei 6 EUR, vergangene Woche erreichte der Wert satte 14,80 EUR. Zwar ist die Aktie inzwischen wieder etwas zurückgekommen, doch hat es die Geschichte hinter dem Kursanstieg in sich. Freyr Energy ist Experte für halbfeste Lithium-Ionen-Batterien. Das Unternehmen angelte sich Ende August mit der japanischen Nidec Corporation einen potenten Kooperationspartner. Nidec stellt in erster Linie Präzisionsmotoren für die Autoindustrie her. Das Betätigungsfeld des neuen Joint-Ventures, an dem Nidec 66,7% und Freyr 33,3% halten wird, liegt aber in einem anderen Bereich. Das neue Unternehmen soll mit der besonders nachhaltigen Fertigungstechnik, für die Freyr bekannt ist, riesige Energiespeicher herstellen , die Industrie- und Versorgungsunternehmen dabei unterstützen sollen, regenerative Energie zwischenzuspeichern. Bei der Fertigung der Energiespeicher soll ausschließlich Wasserkraft zum Einsatz kommen. Insgesamt geht es um Speicher mit einer Kapazität von satten 38 GW zwischen 2025 und 2030. Optional kann der Vertrag auf 50 GW ausgeweitet werden.

    Die halbfeste Lithium-Ionen-Batterie von Freyr gilt als besonders sicher und langlebig. 2024 soll die erste Gigafactory von Freyr in Norwegen in Produktion gehen und zunächst für 29 GW Kapazität stehen. Bis 2030 hat sich FREYR das Ziel von 200 GW gesetzt. Das Joint Venture zeigt erneut, dass innovative Technologien selbst in schwierigen Marktphasen gefragt sind. Die Transformation der Industrie im Zuge von Energiewende, aber auch Digitalisierung, zwingt große Unternehmen zum Handeln. Zulieferer und Lösungsanbieter, wie Nidec, erkennen diese neuen Märkte und ergreifen diese Chancen. Auch große Industrieunternehmen beschreiten diesen Pfad: Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass etwa das Lithium- und Recycling-Unternehmen Rock Tech Lithium in Zukunft mit Daimler zusammenarbeitet.

    Meta Materials: Leiten diese Produkte eine GreenTech-Revolution ein?

    Während das Potenzial bei Freyr Battery inzwischen ausgereizt zu sein scheint, gibt es noch weitere Technologie-Führer mit enormem Potenzial. Das kanadische Unternehmen Meta Materials setzt auf innovative Oberflächenmaterialien mit physikalischen Eigenschaften, die so in der Natur nicht vorkommen. Was sich abstrakt anhört, hat viele handfeste Einsatzzwecke: So forscht Meta Materials an Materialien und Fertigungstechniken, um Batterien langlebiger, sicherer und günstiger zu machen. Unter anderem geht es dabei darum, dass Batterien der Zukunft aus weniger Metallen gefertigt sind. Auch im Bereich der Solarenergie gibt es für die ultra-dünnen Oberflächen , die etwa leitende Eigenschaften haben können, Einsatzzwecke, etwa um Solarpanels noch leistungsfähiger zu machen. Auch Kombi-Produkte sind dank der ultra-dünnen Oberflächen denkbar: Etwa Fensterscheiben, die nahezu unsichtbare 5G-Antennen enthalten oder andere Funktionen haben.

    Die Aktie von Meta Materials wurde im vergangenen Jahr im Sommer binnen Tagen weltweit bekannt – damals preschte der Kurs der Aktie an der NASDAQ auf über 12 USD und vervielfachte sich. Damals wurde Meta Materials zur Meme-Aktie und das Geschäftsmodell erstmals einem breiten Anlegerkreis bekannt. Inzwischen hat sich beim Unternehmen einiges getan. Etwa schloss man mehrere Kooperationen, unter anderem im Bereich der Geothermie, um die Technologie gemeinsam mit Partnern zur Marktreife zu führen. Schon im vergangenen Jahr war man bei Meta Materials zuversichtlich, das ultra-dünne Material schon bald zu kompetitiven Preisen fertigen zu können. Sobald eine der bestehenden Kooperationen zur Marktreife gelangt oder ein noch größerer Partner mit Meta Materials gemeinsame Sache macht, dürfte sich das Potenzial des Unternehmens auch an der Börse entfalten. Aktuell handelt eine Aktie mit rund 0,80 EUR in der Nähe des mehrmonatigen Tiefs. Antizyklische Investoren sollten hellhörig werden, Trendfolger jedes Zucken der Aktie mit Argusaugen beobachten!

    Warum der Buffett-Schock kein BYD-Schock ist

    Die Stunde der antizyklischen Investoren könnte auch bei BYD geschlagen haben. Groß-Investor Warren Buffett hat zuletzt Anteile des chinesischen Autoherstellers verkauft. Viele Privatanleger folgten dem Investment-Guru und schickten den Kurs von BYD weiter nach unten. Doch fundamental hat sich bei BYD wenig getan – eher im Gegenteil: BYD verdreifachte seinen Gewinn erst kürzlich und ist mit einer eigenen Batteriefertigung sowie einer Chip-Sparte ziemlich gut aufgestellt. Die Gründe für den Ausstieg Buffetts dürften also weniger bei BYD, denn bei Buffett selbst liegen. Dieser ist 2008 mit 230 Mio. USD bei BYD eingestiegen. Heute wäre sein Anteil 8 Mrd. USD wert – Gewinnmitnahmen kann man dem Value-Investor nicht verübeln.


    Womöglich zieht Buffett, der in den vergangenen Jahren mit seiner Offenheit gegenüber neuen Technologien überraschte, auch weiter und entdeckt neue Branchen für sich. Die Aktie von Meta Materials dürfte angesichts fehlender Gewinne eher noch nicht in den Fokus von Value-Investoren passen. Sobald die Produkte aber ihre Marktreife unter Beweis stellen, könnten auch spekulativ denkende Value-Investoren aufmerksam werden – dank bestehender Kooperationen und Patente dürfte Meta Materials eine solide Marktstellung sicher haben. Ein robustes Geschäftsmodell war schon immer ein gutes Argument für Anleger, die ein Unternehmen über Jahre als Aktionäre begleiten wollen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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