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07.09.2022 | 06:00

Mini-Risiko, Maxi-Chance: Thyssenkrupp, Saturn Oil + Gas, BioNTech

  • Anlagechancen
Bildquelle: pixabay.com

Energiepreis-Hammer, mögliche Gasrationierungen im Winter und dann war da noch die Pandemie. Doch welche Themen wirken sich am Ende auf die Kurse aus? Sind die Risiken rund um die Energieknappheit in der Industrie bereits adäquat eingepreist? Sind Energieunternehmen überhaupt fair bewertet? Und welche Chancen kann BioNTech noch bieten? Wir beleuchten drei Aktien und geben einen Überblick über Chancen und Risiken.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    ThyssenKrupp - besser als befürchtet

    Aktien wie Thyssenkrupp litten in diesem Jahr unter den Umständen. Je mehr Putin am Gashahn drehte, desto nervöser wurde der Markt. Zwischenzeitig war gar vom Zusammenbruch ganzer Industrien die Rede. Die Stahlbranche ist traditionell sehr energieintensiv und daher in Bedrängnis. Trotzdem lief es für Thyssenkrupp im dritten Geschäftsquartal ganz gut: Der Umsatz kletterte um 26% auf rund 11 Mrd. EUR und auch operativ konnte das Unternehmen sein Ergebnis steigern. Gegriffen haben im Stahl-Geschäft vor allem Rationalisierungsmaßnahmen. Die gestörten Lieferketten belasteten Thyssenkrupp dagegen eher in der Autosparte, die aber nur rund 13% zum Gesamtumsatz des Unternehmens beisteuert. Zum Vergleich: Stahl zeichnet für mehr als ein Viertel der Umsätze verantwortlich. Noch wichtiger ist nur der Bereich der Dienstleistungen rund um Materialien.

    Wenig beachtet ist bei Thyssenkrupp außerdem, dass das Unternehmen mit dem Bereich „Marine Systems" einen kleinen, aber feinen Geschäftsbereich hat, der von mehr Investitionen in Rüstung profitieren könnte. Erst vor einiger Zeit kaufte Thyssenkrupp die MV Werften ins Wismar zu. Zukunft hat auch das Elektrolyse-Geschäft, das man womöglich gar gesondert an die Börse bringen will. Dann würde das Potenzial der Sparte sichtbar und der Stahl-Riese würde zudem Kapital für das weitere Wachstum im Wasserstoff-Bereich einsammeln. Bei Thyssenkrupp kommen kurzfristige Risiken und langfristige Chancen zusammen. Kommt Deutschland gut durch den Winter und wird die Aktie noch günstiger, könnten hier Chancen entstehen. Als Zykliker ist Thyssenkrupp aktuell aber wenig interessant.

    Saturn Oil & Gas: Börsenwert = 2023er Cashflow

    Als Zykliker verschrien ist auch die Aktie von Saturn Oil & Gas. Dabei sprechen die Zahlen eher eine andere Sprache – der Wert müsste gerade jetzt stark sein. Im abgeschlossenen Geschäftsquartal generierte Saturn einen Rekord-Cashflow von 14,5 Mio. CAD. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung von 400%. Für die Analysten von Velocity Trade Capital ist das dennoch nur die "Spitze des Eisbergs" , da der Cashflow allein im aktuell laufenden zweiten Halbjahr auf über 100 Mio. CAD ansteigen dürfte. Die Gründe dafür sind zwei Akquisitionen, die Saturn in den vergangenen Jahren getätigt hat und die sich inzwischen auch in den Zahlen bemerkbar machen. Zuletzt sicherte Saturn zudem weitere 2.782 Barrel Öl zu mindestens 100 USD ab, was das Geschäft noch stabiler machen dürfte. Für die Analysten liegt die aktuelle Bewertung in etwa im Bereich des für 2023 erwarteten EBITDA – damit wäre Saturn enorm günstig bewertet. Hinzu kommt das Wachstumspotenzial.

    Betrieb Saturn vor Jahren nur ein Projekt, gibt es heute dank drei Liegenschaften mehr Raum, um Wachstumschancen zu ergreifen und die Produktion zu steuern. Auch dürfte es als mittelgroßer Produzent leichter sein, Dienstleister zu guten Konditionen zu finden. Die Aktie von Saturn Oil & Gas leidet aktuell noch unter der Verwässerung im Zuge der Übernahmen. Wohlgemerkt wurde der Großteil der Akquisitionen mittels Fremdkapital gestemmt. In diesem Zusammenhang kursiert in einschlägigen Foren und YouTube-Videos immer wieder der Name eines großen US-Family-Offices , was vom Unternehmen bisher aber nie bestätigt wurde. Dank der hohen Cashflows soll sich der Fremdkapital-Anteil bis zum kommenden Jahr mehr als halbieren. Würden ausstehende Warrants bei 3,20 CAD im Juni und Juli kommenden Jahres in Anspruch genommen, wäre Saturn gar schon Mitte 2023 schuldenfrei. Ein derart hoher Cashflow schreit danach, Aktionäre an den Gewinnen zu beteiligen. Dass Saturn schon mittelfristig eine Dividende ausschütten könnte, unterstreicht auch die Kandidatur von Deutsche Rohstoff AG-Aufsichtsratschef Thomas Gutschlag für den Aufsichtsrat. Der erfahrene Manager und langjährige CEO des Unternehmens aus Mannheim hat in der Vergangenheit zu schwierigen Marktbedingungen günstige Zukäufe realisiert und zugleich eine für Aktionäre attraktive Dividendenpolitik etabliert. Die Chancen stehen gut, dass der Markt das neue Potenzial von Saturn Oil & Gas erkennt – das Unternehmen aus Saskatchewan hat die Energie im Boden und fördert aktuell äußerst rentabel.

    BioNTech: Der Markt hat bereits den Krebs im Visier

    Großes Potenzial hat auch BioNTech – Patente und Technologie versprechen langfristig hohe Erträge. Doch wie ambitioniert ist die Aktie bewertet? Blickt man auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis von BioNTech, findet sich dort mit rund 3 eine Zahl, die man eigentlich nur von Unternehmen in unsicheren Jurisdiktionen kennt. Woran liegt das? Der Markt geht davon aus, dass die exorbitanten Gewinne, die BioNTech in den Pandemie-Jahren mit seinen Impfstoffen gemacht hat, so nicht haltbar sind. Zwar bietet die mRNA-Technologie alle Möglichkeiten, unter anderem gegen Krebs, doch wohnt diesen Plänen noch das Risiko inne, dass es mit den Impfstoffen gegen Krebs doch nicht so gut klappt. Zwar gelten die Impfstoffvarianten gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie für sogenannte CAR-T-Zellen , die das Immunsystem für Krebszellen sensibilisieren, als vielversprechend, doch muss sich ein Erfolg erst noch einstellen. Die Aktie von BioNTech ist also trotz ihres Aufstiegs nicht zur Cashcow geworden, sondern bleibt langfristig ein fast reinrassiges Biotech. Dessen müssen sich Investoren bewusst sein.


    Sollten Herbst und Winter ein Pandemie-Comeback mit sich bringen, dürfte auch BioNTech wieder steigen. Langfristig wird der Markt aber einen Fokus auf die neuen Produkte legen – hier gilt das Biotech-Motto „Top oder Flop". Anleger, die konservativ in funktionierende Geschäftsmodelle investieren wollen, sollten sich die Aktie von Saturn Oil & Gas genauer anschauen. Das Unternehmen generiert 2023 Cashflows in Höhe der aktuellen Börsenbewertung , agiert in Kanada und hat eine glasklare ESG-Ausrichtung. Das Research-Portal researchanalyst.com hat die jüngsten Zahlen vor einigen Wochen detailliert beleuchtet. Ein Investment erscheint hier deutlich berechenbarer, als bei kurzfristig anfälligen Industriewerten wie Thyssenkrupp oder Biotech-Wetten, wie BioNTech – auch wenn beide genannten Unternehmen mittelfristig ebenfalls wieder eine Perspektive bieten könnten.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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