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17.10.2022 | 06:00

Wie BioNTech im März 2020? Defence Therapeutics, Commerzbank

  • Anlagechancen
Bildquelle: pixabay.com

Nach Teuer-Schock und Rezessionsängsten ist seit vergangener Woche auch die Pandemie wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach stellte die Impf-Strategie für den Herbst vor – und warnte vor einer Herbstwelle. An den Märkten dürfte die Pandemie bis auf wenige Ausnahmen vorüber sein. Corona und BioNTech eignen sich aber als Blaupause für andere Unternehmen. Wo sich sonst noch eine Sonderkonjunktur ergeben könnte und wo Anleger besser vorsichtig sind, erklären wir an dieser Stelle.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech: Zwischen Impf-Strategie und Krebs-Fantasie

    Als im März 2020 die Kurse weltweit ins Bodenlose stürzten, arbeiteten die Strategen hinter BioNTech an der Zukunft des Unternehmens. Trotz der allgemeinen Untergangsstimmung tat sich für BioNTech eine riesige Chance auf. Die mRNA-Technologie, an der man lange geforscht hatte, könnte plötzlich gefragt sein wie noch nie. Der Wunsch nach schnellen und effektiven Impfstoffen war groß. In den USA traf der damalige US-Präsident Donald Trump die womöglich beste Entscheidung seiner Amtszeit: Er erklärte die Suche nach einem Impfstoff zur wichtigsten Mission des Landes – koste es, was es wolle. Aufgrund dieser Unterstützung war es Pfizer und BioNTech erst möglich, die Entwicklung ihres Corona-Impfstoffes so schnell durchzuführen. Dort, wo man im normalen Verfahren innehält und abhängig von Details nach und nach Kapital nachschießt, konnten Pfizer und BioNTech aus den Vollen schöpfen.

    In Deutschland läuft aktuell erneut eine Impfkampagne an. Menschen über 60 sowie Vorerkrankte können sich den 4. Pieks abholen. Inzwischen gibt es Impfstoffe, die ausdrücklich für die Omikron-Variante entwickelt wurden. Diese neue Impfnachfrage dürfte sich auf für BioNTech positiv auswirken. Der große Impf-Hype ist aber vorbei. Aktionäre können sich dennoch freuen: Zuletzt eröffnete BioNTech eine Niederlassung in Australien und will dort verstärkt an Impfstoffen gegen Krebs forschen. Der Cashflow aus den Corona-Impfstoffen wird also wachstumsstark investiert. Die Aktie hat sich in den vergangenen Monaten stabilisiert und könnte mittelfristig wieder zulegen. Ein Geheimtipp ist BioNTech allerdings nicht mehr.

    Defence Therapeutics vor Monaten der Wahrheit

    Ganz anders sieht es für das kanadische Unternehmen Defence Therapeutics aus. Das Biotech-Unternehmen verfügt über ein breites Arsenal an Wirkstoffen und Wirkstoffverstärkern, die vielschichtig einsetzbar sind. Zuletzt kündigte man eine klinische Studie für den Wirkstoff AccuTox™ an, mit dem Ziel Lungenkrebs zu bekämpfen. Das besondere ist, dass der Wirkstoff im Rahmen der vor-klinischen Studie intranasal verabreicht werden soll, um dann in der Lunge zu wirken. Der Wirkstoff AccuTox™, den Defence Therapeutics als Patent angemeldet hat, ist ein Ableger der schon länger bekannten Accum™-Technologie. Hierbei geht es verkürzt gesprochen darum, verschiedene Wirkstoffe effektiver in den Zellkern zu schleusen und so größere Effekte zu erzielen. Defence Therapeutics macht sich dieses Verfahren zu Nutze, indem man an Impfstoffen gegen verschiedene Krebsarten forscht. Unter anderem soll es dabei um Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs gehen. Die klinischen Studien sollen Anfang 2023 starten.

    Da Accum™ als Wirkstoffverstärker sehr flexibel einsetzbar ist, ist auch denkbar, dass die Technologie anderen Wirkstoffen, die bereits in klinischen Studien verworfen wurden, zu einem Comeback verhilft. In der ersten Phase von klinischen Studien geht es um die Sicherheit von Wirkstoffen. Ist diese nicht gegeben, scheitert die Studie. Wenn nun dank Wirkstoffverstärkern die Dosis drastisch reduziert werden kann, könnten vormals gescheiterte Projekte zu neuem Leben erweckt werden. „Frisches Blut" erkennen Anleger auch beim Blick auf den Kursverlauf der Aktie von Defence Therapeutics. Der Wert hat sich zuletzt erholt, ist aber noch immer günstig. Entscheidend wird für das Unternehmen sein, seine Pläne auch umsetzen zu können. Angesichts der Vielseitigkeit der Technologie und der zahlreichen Chancen sollten kundige Investoren das Unternehmen aber bereits längst auf dem Zettel haben. Defence Therapeutics ist aktuell mit dem Stand bei BioNTech vergleichbar, bevor die Covid-19 zur Pandemie erklärt wurde – nur Branchenkenner haben den Wert auf dem Schirm. Sobald aus wissenschaftlichen Perspektiven aber konkrete Marktchancen werden, sollte sich das ändern. Die Aktie ist spekulativ, aber auch rund 80% günstiger als vor einem Jahr. Zudem stehen operative Fortschritte an. Defence Therapeutics ist nicht uninteressant!

    Commerzbank: Zinswende hui, Immobilienmarkt pfui!

    Gleiches gilt auch für die Aktie der Commerzbank. Der Kurs der Frankfurter hielt sich in den vergangenen Wochen trotz des schwierigen Marktumfeldes stabil. Wir erinnern uns: Zeitweise war gar von einem neuerlichen Banken-Beben die Rede. Diese Spekulationen haben die Gelb-Bank aber kalt gelassen. Ungemach droht aber von Seiten des Immobilien-Geschäfts. Wie Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis dem Handelsblatt sagte, würden aktuell viele Immobilien-Projekte in Planung wieder auf Eis gelegt. Auch könnten viele private Interessenten sich schlicht keine Immobilien mehr leisten – die Hypothekenzinsen haben sich 2022 vervielfacht. Zugleich belasten Inflation und Materialknappheit Bau und Renovierung. Die Aktie der Commerzbank profitierte zuletzt von der Bärenmarkt-Rally. Es bleiben aber noch immer viele Baustellen. Zwischen 8,20 und 8,40 EUR muss die Aktie zeigen, was sie kann. Scheitert der Ausbruch über dieses Niveau, kann es auch wieder nach unten gehen.


    Auch wenn viele Banken der Zinswende entgegengefiebert haben, ist mit höheren Zinsen alles andere als eine Sonderkonjunktur verbunden. Zu groß sind die Verwerfungen in der aktuellen Situation. Aktien, die in jedem Markt gut laufen können, sind dagegen BioNTech oder auch Defence Therapeutics. Wer den nächsten Blockbuster entwickelt, kann Inflation und Krise garantiert hinter sich lassen. Während BioNTech bereits ein alter Hase im Geschäft ist, umweht Defence Therapeutics noch immer der Nimbus des Newcomers. Hinzu kommen die vielfältigen Projekte und die Chance auf Lizenzeinnahmen, wenn man etwa den patentierten Wirkstoff-Verstärker anderen Unternehmen zur Verfügung stellen würde. Die kommenden Monate dürften spannend werden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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