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23.07.2026 | 04:30

Nächster Flop für Rheinmetall? DroneShield warnt! Volatus Aerospace trommelt!

  • Rüstung
  • Drohnen
  • Technologie
Bildquelle: KI

Floppt das nächste deutsch-französische Rüstungsprojekt? Rheinmetall-Chef Armin Papperger warnt im Interview mit der "Welt am Sonntag" vor einem möglichen Rückzug Frankreichs beim mit Deutschland geplanten Bodenkampfsystem MGCS. Dies wäre der zweite große strategische Rückschlag für Rheinmetall. Drohnen-Spezialist Volatus Aerospace rührt derzeit kräftig die Werbetrommel, um die volle Auftragspipeline weiter zu füllen. In Großbritannien präsentiert man in diesen Tagen seine Kompetenzen in den Bereichen Luftfahrt, autonome Systeme, Luftaufklärung, Training und Missionsunterstützung. Zuvor zeigte Volatus bereits seine Lösungen in Kanada, dessen arktische und maritime Regionen besondere Anforderungen an robuste und vernetzte Sicherheitslösungen stellen. Die Gefahr durch Drohnen wächst, doch viele Flughäfen und Betreiber kritischer Infrastruktur sind darauf offenbar nur unzureichend vorbereitet. Eine neue Studie von DroneShield zeigt erhebliche Lücken bei Erkennung, Abwehr und rechtlichen Befugnissen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF

Inhaltsverzeichnis:


    Volatus Aerospace trommelt

    Auf einer Vertriebspipeline von mehr als 500 Mio. CAD ruht sich Volatus Aerospace nicht aus. Der Spezialist für Drohnensysteme mit zivilem und militärischem Einsatzspektrum will in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Damit die Pipeline prall gefüllt bleibt, trommelt das Unternehmen derzeit kräftig.

    Derzeit präsentiert sich Volatus Aerospace auf der Farnborough International Airshow in Großbritannien. Als Teil der kanadischen Delegation will das Unternehmen seine Kompetenzen in den Bereichen Luftfahrt, autonome Systeme, Luftaufklärung, Training und Missionsunterstützung vorstellen. Zum Portfolio gehören unter anderem Drohnensysteme, Technologien zur Drohnenabwehr (C-UAS), die eigene Software SKYDRA sowie Lösungen für Verteidigung, Sicherheit, kritische Infrastruktur und industrielle Anwendungen.

    Mit der Teilnahme am kanadischen Gemeinschaftsstand will Volatus seine internationale Präsenz ausbauen und neue strategische Partnerschaften knüpfen. CEO Glen Lynch sieht das Unternehmen gut positioniert, um von der wachsenden Nachfrage nach autonomen Systemen, Intelligence-Lösungen und missionskritischen Luftfahrtfähigkeiten zu profitieren. Volatus kombiniert dabei klassische Luftfahrtexpertise mit Autonomie und datenbasierter Aufklärung, um Kunden bei Sicherheit, Einsatzbereitschaft und operativer Effizienz zu unterstützen.

    In der vergangenen Woche nahm Volatus Aerospace an der Maritime & Arctic Security & Safety Conference (MASS) 2026 im kanadischen St. John’s teil. Auf der von Saab Canada präsentierten Veranstaltung stellte das Unternehmen sein integriertes Angebot für Luftfahrt, Verteidigung und Sicherheit dar. Nach Angaben von CEO Glen Lynch stellen Kanadas arktische und maritime Regionen besondere Anforderungen an robuste und vernetzte Sicherheitslösungen. Volatus will seine Expertise in den Bereichen Luftfahrt, Autonomie und Intelligence nutzen, um staatliche und industrielle Kunden bei Einsätzen in anspruchsvollen Umgebungen zu unterstützen.

    https://youtu.be/F4ajDCojMRo?si=XNXoEHVhjc9cyVRW

    Rheinmetall-Chef warnt

    Floppt das nächste deutsch-französische Rüstungsprojekt? Nach dem Aus des gemeinsamen Kampfjetprogramms FCAS wächst auch beim geplanten Bodenkampfsystem MGCS die Unsicherheit. Rheinmetall-Chef Armin Papperger warnt im Interview mit der "Welt am Sonntag" vor möglichen Verzögerungen und einem möglichen Rückzug Frankreichs. Nach seinen Angaben könnte Paris das Budget für das Projekt deutlich kürzen. Das MGCS soll langfristig die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc ersetzen, doch konkrete Entscheidungen über die Finanzierung stehen offenbar noch aus.

    Die ohnehin lange Zeitschiene erhöht den Druck. Während erste neue deutsche Kampfpanzer, inoffiziell als Leopard 3 bezeichnet, bereits Anfang der 2030er Jahre in Dienst gehen könnten, wird die Einsatzbereitschaft des MGCS erst in den 2040er Jahren erwartet. Papperger stellt deshalb offen infrage, ob das Projekt überhaupt umgesetzt wird. Beteiligt sind neben Rheinmetall auch KNDS und Thales. Nach dem Scheitern von FCAS zeigt sich damit erneut, wie schwierig die Zusammenarbeit bei großen deutsch-französischen Rüstungsprojekten ist.

    Für Rheinmetall könnte das mögliche Scheitern des MGCS zum nächsten strategischen Rückschlag werden. Kürzlich hatte die Bundesregierung einen geplanten Fregattenauftrag gestrichen, auf den sich der Rüstungskonzern Hoffnungen gemacht hatte. Im Anschluss war die Rheinmetall-Aktie unter 1.000 EUR gefallen. Derzeit bemüht sich das Wertpapier, die Marke zurückzuerobern. Der letzte Analystenkommentar kam von Jefferies. Die Experten sehen den fairen Wert der Aktie des größten deutschen Rüstungskonzerns bei 1.300 EUR und raten zum Kauf.

    DroneShield warnt

    DroneShield warnt in seinem neuen Bericht „Airspace Under Pressure“ vor erheblichen Lücken bei der Drohnenabwehr an Flughäfen und kritischen Infrastrukturen. Grundlage sind Befragungen von mehr als 20 Betreibern weltweit. Demnach sehen 70 % Defizite bei der Erkennung unerlaubter Drohnen als wesentliches Problem. 60 % der Organisationen fehlt zudem die rechtliche Befugnis, unmittelbar gegen eine Bedrohung vorzugehen. Weitere Hürden sind die komplexe Integration verschiedener Systeme und mangelnde Ausbildung beziehungsweise Einsatzvorbereitung.

    Zwar verfolgen 57 % der Befragten bereits einen umfassenden Ansatz aus Luftraumüberwachung, Erkennung, Verfolgung und Abwehr, doch zwischen Anspruch und tatsächlicher Einsatzfähigkeit klafft laut DroneShield eine deutliche Lücke. So verfügen 17 % über keinen formellen Counter-UAS-Plan. Diese Betreiber müssten im Ernstfall erstmals während eines laufenden Zwischenfalls reagieren ohne eingespielte Abläufe, klare Eskalationswege oder ausreichendes Lagebild.

    DroneShield teilt die untersuchten Organisationen deshalb nach ihrem Reifegrad ein. Ein größerer Teil verfügt zwar über definierte Ziele und gewisse operative Fähigkeiten, weist aber weiterhin Schwächen auf. Andere Betreiber haben Pläne, können diese mit den vorhandenen Technologien oder rechtlichen Befugnissen jedoch nicht vollständig umsetzen. Fazit des Berichts ist, dass nicht das Bewusstsein für die Drohnengefahr das Hauptproblem ist, sondern die Fähigkeit, Bedrohungen rechtssicher, koordiniert und in Echtzeit abzuwehren. Dafür seien neben Technologieinvestitionen auch regulatorische Reformen und eine bessere operative Integration notwendig.


    Fazit

    Rheinmetall tut sich derzeit schwer. Zwar wächst man weiter, aber bei den großen strategischen Themen häufen sich die Probleme. Volatus Aerospace dürfte in den kommenden Jahren weiter kräftig wachsen. Da dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Aktie wieder anspringt. Dies gilt auch für DroneShield. Die jüngste Veröffentlichung des Unternehmens zeigt, dass die Drohnenabwehr ein Milliardenmarkt ist und auch bleiben dürfte.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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