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2021-02-19 06:04

PayPal, Marble Financial, Ferratum: Fintech nimmt Fahrt auf

  • Fintech
Bildquelle: pixabay.com

Die Welt wird immer digitaler – nur die Altersvorsorge und auch das Bankwesen stecken teils noch immer in den 1980ern fest. Das wird immer dann deutlich, wenn wir Bankgeschäfte abwickeln, die nicht alltäglich sind. Beispiele sind das Einlösen von Schecks oder auch Überweisungen ins Ausland. Doch es gibt Abhilfe: Immer mehr Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren analoge Bereiche rund um Finanzen vorgeknöpft und aus Kundenperspektive digital und besser gemacht. Das eröffnet auch für Anleger Chancen.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
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Inhaltsverzeichnis:


    PayPal: Langfristig nicht mehr wegzudenken

    Ein Fintech-Dauerbrenner ist die Aktie von PayPal. Das Unternehmen kennen die meisten Deutschen sicher noch als Zahlungsdienstleister von eBay. Schon vor Jahren war es möglich, mit wenigen Klicks Beträge um die Welt zu schicken – Käuferschutz inklusive. Die dabei entstehenden Gebühren bezahlten die Nutzer gerne – schließlich dauern Überweisungen auch heute noch lange und sollte die bestellte Ware nicht geliefert werden, ist das Geld – insbesondere bei Überweisungen ins Ausland – in der Regel weg. Paypal ist also das beste Beispiel dafür, wie Unternehmen mit innovativen Produkten innerhalb von wenigen Jahren zum Marktführer werden können.

    Inzwischen wächst PayPal auch dank seiner Smartphone-App oder einer virtuellen Mastercard, die es Kunden ermöglicht, Smartphone-Zahlungen via Google Pay abzuwickeln. In Schwellenländern forciert PayPal Kooperationen mit Supermarktketten und schafft es auf diese Weise, auch dort Kunden zu gewinnen. Die Aktie legte in einem Jahr um mehr als 100% zu und zeigte auch kaum eine Schwäche. Da Paypal Kryptowährungen gegenüber zudem nicht abgeneigt ist, schwingt sogar ein wenig von dieser Fantasie mit. PayPal ist eine solide Aktie, die auch in Jahren noch für ein gutes Geschäft stehen wird. Das große Wachstum hat der Wert aber hinter sich.

    Marble Financial: Exklusive Zielgruppe und volle Produktpipeline

    Dass es sich auszahlen kann, wie PayPal in einem verkrusteten System mit innovativen Lösungen zu punkten, zeigt Marble Financial. Das kanadische Unternehmen hat erkannt, dass es in dem Land, das traditionell eher hohe Lebenshaltungskosten hat, viele überschuldete Menschen gibt. Diese hangeln sich von Kredit zu Kredit und sind teils sogar vom Banksystem ausgeschlossen. Der Grund: Auskunfteien, vergleichbar mit der deutschen Schufa, senken virtuell den Daumen. Ein neues Bankkonto oder ein Mobilfunkvertrag werden dann schnell illusorisch. Marble hat Lösungen entwickelt, um diesen Menschen zu helfen. Nehmen Finanzbildung gibt das Fintech konkrete Handlungsanweisungen, wie Kunden ihre Kredit-Scores verbessern können. Auf diese Weise holt Marble die in Kanada rund 12 Mio. Menschen umfassende Gruppe ins Finanzsystem zurück und macht sie sogleich zu Kunden.

    Neben den bereits skizzierten Produkten arbeitet Marble auch an Lösungen wie einer Kreditkarte und einem Onlinetool zur finanziellen Restrukturierung. Diese Produkte sollen der Zielgruppe des Unternehmens handfeste Vorteile bieten und Marble selbst einen wertvollen Datenschatz. Zuletzt schloss das Unternehmen eine Vertriebsvereinbarung mit zwei bekannten kanadischen Webseiten und bietet dort seine Lösungen 800.000 potenziellen Nutzern monatlich an. Marble ist ein innovatives Unternehmen rund um die Themen Big Data und KI und fokussiert sich in Kanada auf eine interessante Marktnische. Auch die Expansion in die benachbarten Vereinigten Staaten ist denkbar, da es auch dort viele vom Finanzsystem ausgeschlossene Menschen gibt. Die Aktie hat 2021 ihren Seitwärtstrend nach oben verlassen und wird seitdem rege gehandelt.

    Ferratum: Aktie läuft an

    Dass es kein Nachteil sein muss, sich an Kunden mit kleinem Geldbeutel zu richten, zeigt auch die Aktie des finnischen Unternehmens Ferratum. Die Finnen haben eine Plattform für Kleinkredite aufgelegt. Dort erhalten Menschen ohne Gehaltsnachweis Kredite. Der Clou: Es dauert in der Regel nicht länger als 60 Sekunden bis zur Entscheidung. Auch die Konditionen sind attraktiv. Wer etwa für die Dauer von dreißig Tagen 500 EUR benötigt, zahlt nach Ablauf der Frist lediglich 504,26 EUR zurück. Zuletzt kaufte Ferratum in den Niederlanden einen ähnlichen Anbieter zu. Dass bei derart niedrigen Beträgen Größe entscheidend ist, liegt auf der Hand.

    Die Aktie von Ferratum wurde in den Jahren 2017 und 2018 hochgejubelt und war auch schon mal im SDAX. Danach folgte aber der Absturz. Seit dem Corona-Crash verläuft der Wert seitwärts und zieht aktuell an. Während Ferratum als Kreditgeber punktet, wollen die Kanadier von Marble ihre Kunden umfassend unterstützen und begleiten. Daraus könnte potenziell ein größerer Datenschatz entstehen. Wer auf Nebenwerte setzt, sollte daher auch Marble nicht außer Acht lassen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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    Fintechs revolutionieren die Finanzbranche und verdienen ordentlich Geld. Wer Zahlungs- oder Kapitalströme digitalisiert, profitiert von der wichtigsten Eigenschaft digitaler Geschäftsprozesse: der Skalierung. Während klassische Fabriken ihre Kapazität nur mit mehr Maschinen, Werkshallen und Personal hochschrauben können, genügt bei digitalen Geschäftsmodellen mehr Serverkapazität. Moderne Architekturen ermöglichen es sogar, diese Kapazität von jetzt auf gleich hochzufahren oder beim externen Dienstleister hinzu zu buchen. Das eigentliche Produkt kann so mit minimalem Aufwand vielfach zum Einsatz kommen. Startup-Investoren wie Peter Thiel und Gründer freut das.

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