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13.08.2026 | 04:30

Plug Power mit Licht und Schatten! Siemens Energy Aktie wieder über 200 EUR? Drohnen-Fantasie bei HPQ Silicon!

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Bildquelle: ChatGPT KI generiert

Die USA stehen bei militärischen Drohnen zunehmend unter Zugzwang. China und der Iran legen den Nachholbedarf schonungslos offen. Washington macht Druck, um eigene Lieferketten aufzubauen. Davon könnte HPQ Silicon profitieren. Mehrere potenzielle Kunden aus dem Drohnen- und Verteidigungssektor testen bereits die fortschrittliche Batterietechnologie. Die Aktie steht noch nicht im Fokus. Ein Dauerläufer im KI-Boom ist Siemens Energy. Im letzten Quartal konnte der Konzern erneut überzeugen. Analysten trauen der Aktie den Sprung über die 200-EUR-Marke zu. Positive Signale gibt es auch im Quartalsbericht von Plug Power. Doch die große Frage bleibt, wie die Liquidität bis zum Erreichen der Gewinnzone gesichert werden soll.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

Inhaltsverzeichnis:


    HPQ Silicon: Batterien für den US-Drohnen-Boom?

    HPQ Silicon hat mit seinen ENDURA+ Gen4 21700 Lithium-Ionen-Zellen einen wichtigen Schritt in Richtung Kommerzialisierung erreicht. Die Zellen haben die UN-38.3-Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen und dürfen damit international transportiert werden. Für HPQ ist dies besonders relevant, da derzeit mehrere potenzielle Kunden aus dem Drohnen- und Verteidigungssektor die Technologie im Rahmen von Qualifizierungsprogrammen testen. Die Zertifizierung beseitigt damit eine zentrale regulatorische Hürde und ermöglicht es, Muster weltweit für Evaluierungen und weitere Freigabeprozesse zu versenden.

    Im Fokus der Vermarktungsstrategie stehen zunächst Anwendungen, bei denen eine hohe Energiedichte, geringes Gewicht und lange Einsatzdauer besonders wichtig sind. Dazu zählt unter anderem der von HPQ-Partner Novacium entwickelte AA-NOVA-6S3P-Drohnenakku, der auf Wunsch eines europäischen Drohnenherstellers konzipiert wurde. Für die Silizium-Anoden-Technologie von Novacium verfügt HPQ über exklusive Vermarktungsrechte in Nordamerika. Das Unternehmen sieht insbesondere im wachsenden Markt für militärische und kommerzielle Drohnen attraktive Chancen und will mit ersten erfolgreichen Kundenreferenzen die Basis für eine breitere Marktdurchdringung schaffen.

    Die Entwicklung folgt dabei einem klar definierten Stufenplan. Nach Technologievalidierung, unabhängigen Tests und Zertifizierungen befindet sich HPQ derzeit in der Phase der Kundenqualifizierung. Dabei werden die Batterien getestet, optimiert und anschließend erneut validiert. Der nächste entscheidende Schritt wären kommerzielle Bestellungen, gefolgt vom Ausbau der Produktionskapazitäten und einer späteren Expansion in weitere Anwendungsbereiche. Damit ist HPQ auf dem Sprung zum kommerziellen Einsatz der ENDURA+-Plattform.

    Das Timing erscheint günstig. Die USA stehen bei militärischen Drohnen zunehmend unter Zugzwang. Insbesondere China verfügt über eine starke industrielle Basis und kann Drohnen sowie zentrale Komponenten in großen Stückzahlen produzieren. Der Krieg im Iran hat gezeigt, dass man mit seinen Hightech-Raketen nicht alle Ziele erreichen kann und die Arsenale inzwischen stark dezimiert sind. Washington versucht daher, eigene Lieferketten für unbemannte Systeme aufzubauen und die Abhängigkeit von chinesischen Komponenten zu reduzieren. Davon könnte auch HPQ Silicon profitieren. Dann wäre die Aktie derzeit alles andere als teuer.

    https://youtu.be/V6FO2uPdQLI?si=krfrV3gpZFo5xt5e

    Plug Power: Licht und Schatten

    Während die Aktie von HPQ Silicon noch auf den Kurssprung im Anschluss an die positive Meldung wartet, konnte Plug Power nach der Quartalsmitteilung um rund 10 % zulegen.

    Plug Power hat im zweiten Quartal 2026 operative Fortschritte gemacht. Der Umsatz lag bei rund 178 Mio. USD und damit etwa 9 % über dem Vorquartal. Auffällig ist die Verbesserung der Bruttomarge von minus 31 % im Vorjahresquartal und minus 13 % im ersten Quartal 2026 auf nun ungefähr null. Grund war die Reduzierung der operativen Kosten im Jahresvergleich um rund 50 % auf etwa 62 Mio. USD. Auch der Verlust je Aktie verringerte sich. Positiv entwickelte sich zudem das Material-Handling-Geschäft mit 1.666 ausgelieferten GenDrive-Einheiten. Dies waren 125 % mehr als im Vorjahresquartal. Die Serviceumsätze legten um 82 % auf rund 30 Mio. USD zu.

    Auch im Elektrolyseurgeschäft meldet Plug Fortschritte. Unter anderem erreichte das 30-MW-Projekt Barrow Green Hydrogen in Großbritannien die finale Investitionsentscheidung. Zudem konnte ein FEED-Auftrag über 275 MW in Québec sowie nach Quartalsende ein 50-MW-Auftrag für ein Wasserstoffprojekt von Orica in Australien an Land gezogen werden. Im Wasserstoffgeschäft stiegen die Umsätze um rund 15 % auf 39 Mio. USD. Allerdings bleibt dieser Bereich mit einer Bruttomarge von minus 48 % deutlich defizitär.

    Konzernweit ist Plug noch weit von nachhaltiger Profitabilität entfernt. Das Management hält dennoch am Ziel fest, im vierten Quartal 2026 ein positives EBITDAS zu erreichen, und hat die Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr auf 15 bis 16 % angehoben.

    Der größte Schwachpunkt bleibt die Liquidität. Ende Juni verfügte Plug lediglich über rund 162 Mio. USD an frei verfügbaren Barmitteln, während im Quartal netto noch etwa 61 Mio. USD verbraucht wurden. Zwar hat sich der Cashburn gegenüber dem Vorquartal deutlich reduziert, doch das Unternehmen ist weiter auf zusätzliche Finanzierung angewiesen. Abhilfe sollen unter anderem Verkäufe von Vermögenswerten schaffen. Aus dem Graham-Projekt in Texas, dem New York Gateway und weiteren Maßnahmen will Plug rund 275 Mio. USD monetarisieren. Anleger hatten auf diese Ankündigung zuletzt negativ reagiert.

    Siemens Energy: Erneut starke Zahlen

    Die Aktie von Siemens Energy scheint den im April eingeleiteten Abwärtstrend wieder verlassen zu können. Derzeit notiert das Wertpapier bei 164,50 EUR. Ende Juni waren es noch 135 EUR. Die Deutsche Bank Research traut der Aktie sogar einen Anstieg auf 210 EUR zu. Im Anschluss an den Quartalsbericht wurde das Kursziel von 200 EUR angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Von Überkapazitäten oder Preiskämpfen fehle derzeit jede Spur.

    Siemens Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 seine Wachstumsdynamik nochmals erhöht. Der Auftragseingang erreichte mit 17,9 Mrd. EUR einen neuen Rekordwert, getragen vor allem von Gas Services sowie starken Zuwächsen bei Grid Technologies und Transformation of Industry. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57. Der Auftragsbestand stieg auf 162 Mrd. EUR. Gleichzeitig legten die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis um 18,5 % auf 11,4 Mrd. EUR zu.

    Das Ergebnis vor Sondereffekten hat sich mit 1,623 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Der Gewinn nach Steuern stieg auf 1,188 Mrd. EUR nach 697 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Stark war auch die Entwicklung beim einstigen Sorgenkind Siemens Gamesa. Das Windgeschäft schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen. Parallel verbesserte sich der Free Cashflow vor Steuern massiv auf 2,319 Mrd. EUR.

    Für das Gesamtjahr bestätigt Siemens Energy die angehobene Prognose. Erwartet werden ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 % bis 16 % und eine Ergebnismarge vor Sondereffekten von 10 % bis 12 %. Dabei peilt das Unternehmen das obere Ende der Margenspanne an. Der Gewinn nach Steuern soll rund 4 Mrd. EUR erreichen, der Free Cashflow vor Steuern rund 8 Mrd. EUR.


    Fazit

    HPQ Silicon kommt der Kommerzialisierung der Batterietechnologie immer näher. Tests überzeugen und Zertifizierungen liegen vor. Hält der positive Newsflow an, sollte auch die Aktie deutlich zulegen können. Plug Power bleibt etwas für Zocker. Es gibt immer wieder positive News, aber bis der Konzern den Break-even erreicht, wird es wohl noch mindestens eine größere Kapitalmaßnahme brauchen. Siemens Energy läuft operativ sehr solide. Allerdings darf man sich bei der Bewertung auch keine Ausrutscher leisten.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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