29.09.2026 | 04:30
Problem bei HelloFresh? Chancen bei D-Wave Quantum und Standard Uranium?
Rutscht die Aktie von HelloFresh unter die Marke von 2 EUR? Analysten rasieren nach der Gewinnwarnung jedenfalls ihre Kursziele. mwb hält 1,80 EUR für das Wertpapier des Kochboxenversenders für fair und weist auf ein Problem im Geschäftsmodell hin. Anfang des Jahres notierte die Aktie noch bei 6 EUR. Uranaktien haben Anleger 2026 bislang enttäuscht. Trotz einer weiterhin positiven langfristigen Angebots- und Nachfragesituation liegt der Sektor seit Jahresbeginn im Minus. Genau darin sieht John Bey jedoch Chancen. Im Interview gibt der Standard-Uranium-CEO einen optimistischen Ausblick. Die Aktie von D-Wave war bisher kein Überflieger. Jetzt sind die Details zur Partnerschaft mit der US-Regierung draußen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099 , STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Standard Uranium: Bereit für den Uranboom
Uranaktien haben Anleger 2026 bislang enttäuscht. Trotz einer weiterhin positiven langfristigen Angebots- und Nachfragesituation liegt der Sektor seit Jahresbeginn im Minus. Genau darin sieht John Bey jedoch Chancen. Im Interview mit Lyndsay Malchuk gibt der Standard-Uranium-CEO einen optimistischen Ausblick.
Während der Spotpreis aus seiner Sicht vor allem die kurzfristige Stimmung widerspiegelt, sei für die fundamentale Entwicklung der langfristige Vertragsmarkt entscheidend. Dort seien die Preise zuletzt kontinuierlich gestiegen. Gleichzeitig erwartet Bey nach der saisonal ruhigeren Sommerphase wieder mehr Dynamik bei Uranaktien. Insbesondere bei Junior-Explorern und Mid-Tier-Unternehmen rechnet er mit neuem Anlegerinteresse auf dem Weg ins Jahr 2027.
Für langfristig orientierte Investoren sieht Bey vor allem das Verhältnis von Angebot und Nachfrage als Argument für den Sektor. In den kommenden zwei bis drei Jahren dürfte der Uranmarkt seiner Einschätzung nach noch ausreichend versorgt sein. Danach könnte sich die Situation jedoch deutlich verschärfen. Neue Reaktoren, Small Modular Reactors (SMRs) und Laufzeitverlängerungen bestehender Kraftwerke erhöhen den Bedarf. Gleichzeitig kommen nur wenige neue Minen hinzu. Für den Zeitraum von 2030 bis 2050 erwartet Bey daher eine erhebliche Angebotslücke. Auch strukturell sieht Bey die Kernenergie vor einer starken Phase. Der weltweit steigende Strombedarf, unter anderem durch Rechenzentren und KI, trifft auf den Wunsch vieler Staaten nach größerer Energiesicherheit und geringerer Abhängigkeit von Russland. Anders als beim sprunghaften Preisanstieg 2007 erwartet er diesmal eher eine schrittweise Aufwärtsbewegung des Uranpreises.
Standard Uranium will von diesem Umfeld vor allem durch Explorationserfolge profitieren. Das kanadische Uranexplorationsunternehmen hat ein Projektportfolio von mehr als 94.000 Hektar im Athabasca Basin in Saskatchewan, einer der bedeutendsten Uranregionen der Welt. Im Fokus stehen das Flaggschiffprojekt Davidson River sowie mehrere weitere Explorationsprojekte.
Zum vollständigen Interview:
https://youtu.be/lJ0gNIdHXE4?si=BVdT7j0u51o6nqu-
D-Wave: Die Details zum Deal mit der US-Regierung
Ähnlich wie bei Uran gab es auch im Quantum-Sektor im laufenden Jahr eine Konsolidierung. Dabei sind auch hier die längerfristigen Chancen unbestritten. Gerade bei Quantum ist die Korrektur dennoch nachvollziehbar. So brachte beispielsweise D-Wave Ende 2025 über 17 Mrd. USD auf die Börsenwaage. Dem gegenüber stand ein Jahresumsatz 2025 in Höhe von 24,6 Mio. USD. Derzeit notiert die Aktie zwischen 17 USD und 18 USD und die Bewertung ist auf 6,6 Mrd. USD abgeschmolzen.
Zuletzt hat die Kooperation mit der US-Regierung neue Fantasie gebracht. D-Wave Quantum hat mit dem US-Handelsministerium eine endgültige Vereinbarung über Fördermittel von bis zu 100 Mio. USD im Rahmen des CHIPS and Science Act geschlossen. Mit den Mitteln will das Unternehmen die Forschung und Entwicklung seiner supraleitenden Quantencomputer beschleunigen und sowohl seine Annealing- als auch seine Gate-Model-Technologie weiter skalieren. CEO Alan Baratz sieht darin einen wichtigen Schritt, um die US-Position im Quantencomputing zu stärken, heimische Produktionskapazitäten auszubauen und leistungsfähigere Quantensysteme schneller zur Marktreife zu bringen.
Konkret soll die Förderung unter anderem die Entwicklung eines Annealing-Systems mit 100.000 Qubits sowie eines Gate-Model-Systems mit 10.000 Qubits unterstützen. Letzteres soll 100 logische Qubits ermöglichen und mehr als eine Million Operationen ausführen können, womit Anwendungen etwa in Quantenchemie und Quantum AI adressiert werden sollen. Als Gegenleistung für die Förderung erhält das US-Handelsministerium eine Minderheitsbeteiligung ohne Kontrollrechte an D-Wave.
HelloFresh: Aktie bald unter 2 EUR?
Alarm bei HelloFresh. Nach einer Gewinnwarnung am vergangenen Donnerstag sackt die Aktie weiter ab. Inzwischen droht der Rutsch unter die 2-EUR-Marke. Anfang des Jahres lag der Kurs noch bei rund 6 EUR. Im Corona-Hype 2021 waren sogar kurzzeitig die 100 EUR in Sicht.
HelloFresh hat nach einem schwachen Back-to-School-Geschäft erneut die Prognose gesenkt. Die Neukundengewinnung blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, was das Unternehmen vor allem auf niedrigere Marketingausgaben zurückführt. Für das dritte Quartal erwartet HelloFresh nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 11 bis 12 %, während der Konsens bislang bei minus 6,8 % lag. Das bereinigte EBITDA soll mit 45 bis 55 Mio. EUR ebenfalls unter den Markterwartungen liegen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern inzwischen mit einem Umsatzminus von 9 bis 11 % und einem bereinigten EBITDA von 350 bis 370 Mio. EUR. Zuvor waren beim Umsatz lediglich minus 3 bis 6 % und beim EBITDA 375 bis 425 Mio. EUR avisiert worden.
Zu den wenigen Optimisten in dieser Situation gehört Jefferies. Die Analysten haben ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 8,35 EUR bestätigt.
Ganz anders die Analysten von mwb research. Sie rechnen nicht damit, dass der Kochboxenversender 2027 oder 2028 auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Für 2027 wird ein Umsatzrückgang um weitere 5 % auf 5,85 Mrd. EUR erwartet. Für 2028 sollen es dann 5,70 Mrd. EUR sein. Immerhin wird eine Stabilisierung der Profitabilität erwartet. Das EBITDA soll 2027 mit 324 Mio. EUR nahezu auf dem Niveau von 2026 liegen und 2028 leicht auf 328 Mio. EUR steigen. Unter dem Strich wird mit einer schrittweisen Erholung gerechnet. Der Nettogewinn soll von 22 Mio. EUR im Jahr 2026 auf 25 Mio. EUR 2027 und 31 Mio. EUR 2028 steigen.
mwb research sieht ein grundsätzliches Problem des Geschäftsmodells. Bleibt HelloFresh bei strengen Renditevorgaben für Marketingausgaben, drohen weitere Kunden- und Umsatzverluste. Höhere Ausgaben zur Neukundengewinnung könnten dagegen die positiven Effekte des laufenden Effizienzprogramms auf das Ergebnis schmälern. Die Analysten rechnen daher in ihrem Basisszenario nicht mehr mit einer Rückkehr zu organischem Wachstum und unterstellen bis 2033 im Durchschnitt leicht rückläufige Umsätze. Das Kursziel wird deutlich von 2,90 EUR auf 1,80 EUR gesenkt, die Einstufung von „Halten“ auf „Verkaufen“.
Fazit
Der Uransektor erscheint reif für eine Rally. Standard Uranium ist ein interessanter Explorer, der vor wichtigen Monaten steht. Der erwartete Newsflow könnte für weitere Kursdynamik sorgen. Quantum-Aktien werden die Börse auch in Zukunft bewegen. D-Wave ist einer der führenden Pure-Plays. Bei HelloFresh könnte man auf einen Rebound spekulieren. Darüber hinaus drängt sich der Kauf der Aktie nicht auf.
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