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09.10.2026 | 05:30

Stahl glänzt wieder!? Mehr als 100 % mit thyssenkrupp-Aktie? Starten bald auch Salzgitter und Strategic Resources durch?

  • Stahl
  • Rohstoffe
  • Energie
Bildquelle: ChatGPT KI generiert

100 % Kurssteigerung innerhalb von vier Monaten? Diese Performance haben wohl nur wenige der Aktie von thyssenkrupp zugetraut. Doch genau das ist passiert! Einer der Gründe ist die neue Perspektive für grünen Stahl. Darauf setzt auch Salzgitter. Der Konzern treibt den Umbau seiner Stahlproduktion voran. Die Aktie ist bislang noch nicht angesprungen. Und wer könnte noch davon profitieren, wenn Stahlkonzerne wie thyssenkrupp ihre Produktion auf klimafreundlichere Verfahren umstellen? Ein spannender Kandidat ist Strategic Resources. Das kanadische Unternehmen will künftig einen wichtigen Rohstoff für die grüne Stahlindustrie liefern. Mit einem Projekt in Québec könnte sich Strategic Resources als Zulieferer für die Stahlproduktion der Zukunft positionieren. Springt auch die Aktie bald an?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: SALZGITTER AG O.N. | DE0006202005 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , STRATEGIC RES INC. | CA86277X4093 | TSXV: SR

Inhaltsverzeichnis:


    thyssenkrupp: 100 % innerhalb weniger Monate

    Stahl glänzt wieder! Die Kursentwicklung der thyssenkrupp-Aktie seit April dürften wohl nur wenige Anleger erwartet haben. Seit Ende März ging es von 7,12 EUR bis fast auf 16 EUR. Da erscheint die aktuelle Korrektur auf 13 EUR verkraftbar.

    Für die Kursperformance gibt es gute Gründe. Insbesondere die Erwartungen an die künftige Profitabilität der Stahlsparte haben sich deutlich verbessert. Ende September stellte Thyssenkrupp Steel Europe ambitionierte Mittelfristziele vor. Das bereinigte EBITDA soll von rund 400 Mio. EUR auf mindestens 1,2 Mrd. EUR steigen. Dazu soll ein umfassendes Restrukturierungsprogramm beitragen, das unter anderem den Abbau beziehungsweise die Auslagerung von rund 11.000 Arbeitsplätzen vorsieht. Rückenwind kommt zudem aus Brüssel. Neue EU-Handelsschutzmaßnahmen sollen die europäischen Stahlhersteller besser vor günstigen Importen schützen und damit den Preisdruck verringern.

    Die positive Entwicklung wird auch von den jüngsten Geschäftszahlen gestützt. Im dritten Geschäftsquartal 2025/2026 stieg der Umsatz um 8 % auf 8,8 Mrd. EUR. Das bereinigte EBIT verbesserte sich von 155 Mio. EUR auf 183 Mio. EUR. Im August hob der Konzern zudem die Untergrenze seiner Ergebnisprognose für das Gesamtjahr von 500 Mio. EUR auf 600 Mio. EUR an.

    Auch beim Zukunftsthema grüner Stahl macht thyssenkrupp Fortschritte. Für den milliardenschweren Umbau der Stahlproduktion in Duisburg konnte sich das Unternehmen mit der EU-Kommission auf angepasste Förderbedingungen verständigen. Dadurch soll die staatliche Unterstützung von rund 2 Mrd. EUR trotz der Schwierigkeiten beim Aufbau einer wirtschaftlichen Wasserstoffversorgung gesichert werden. Insgesamt kostet die Transformation der Stahlproduktion rund 3 Mrd. EUR. Langfristig soll der Einsatz von Wasserstoff die CO₂-Emissionen deutlich reduzieren und thyssenkrupp neue Marktchancen eröffnen.

    Analysten sehen die Perspektiven von thyssenkrupp weiter positiv. In dieser Woche hat Jefferies das Kursziel von 13 EUR auf 16,50 EUR angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Experten setzen auf eine Erholung des Stahlgeschäfts und zusätzliche Fantasie durch die geplante Abspaltung des Werkstoffhandels. Die Deutsche Bank traut der Aktie sogar einen Anstieg auf 18 EUR zu.

    Salzgitter treibt den Umbau voran

    Auch Salzgitter treibt den Umbau zu einem der führenden europäischen Hersteller von grünem Stahl voran. Dabei macht der Konzern konkrete Fortschritte. Bei der Tochtergesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg wurde im September ein Hochofen nach mehr als 53 Jahren endgültig stillgelegt. Künftig soll dort einer der größten Elektrolichtbogenöfen Europas deutlich CO₂-ärmeren Stahl produzieren. Die neue Anlage soll 2029 in Betrieb gehen und eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 2,5 Mio. Tonnen erreichen. Der Bau hat bereits im August begonnen und wird von Bund und Land Nordrhein-Westfalen mit 200 Mio. EUR gefördert. Mit der Investition schafft Salzgitter die Voraussetzungen, um die Stahlproduktion langfristig wettbewerbsfähiger und klimafreundlicher aufzustellen.

    Auch bei der Energieversorgung kommt Salzgitter voran. Mitte September hat die Tochtergesellschaft Salzgitter Flachstahl mit dem Energieunternehmen Zelestra einen langfristigen Grünstromvertrag abgeschlossen. Dieser umfasst zwei Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von 147 MW sowie Batteriespeicher mit 79 MW Leistung und 237 MWh Speicherkapazität. Die Anlagen entstehen in Brandenburg und Thüringen und sollen künftig einen Teil des Strombedarfs für die CO₂-arme Stahlproduktion decken. Die Kombination aus Solarenergie und Batteriespeichern ermöglicht eine flexiblere Nutzung des erneuerbaren Stroms. Für Salzgitter ist dies ein weiterer Baustein der Transformation. Gelingt es dem Konzern, die Produktionskosten im Griff zu behalten und die wachsende Nachfrage nach klimafreundlichem Stahl zu bedienen, könnte sich der milliardenschwere Umbau langfristig auch für die Aktionäre auszahlen.

    Strategic Resources: Aktie mit Nachholpotenzial?

    Doch wer profitiert eigentlich davon, wenn Stahlkonzerne wie thyssenkrupp ihre Produktion auf klimafreundlichere Verfahren umstellen? Eine mögliche Antwort lautet Strategic Resources. Das kanadische Unternehmen will hochwertige Eisenerzpellets für die Direktreduktion produzieren und damit einen wichtigen Rohstoff für die grüne Stahlindustrie liefern. Mit einem geplanten Produktionsvolumen von jährlich 4 Mio. Tonnen könnte Strategic Resources zu einem interessanten Zulieferer werden.

    Dafür treibt man die Entwicklung des Black-Rock-Projekts in der kanadischen Provinz Québec voran. Die geplante Tagebaumine für Vanadium, Titan und Eisen sowie eine Aufbereitungsanlage sind bereits vollständig genehmigt. Hinzu kommt ein geplanter metallurgischer Komplex am Hafen von Saguenay, der über eine rund 400 Kilometer lange Bahnverbindung mit der Mine verbunden werden soll. Das Projekt genießt die Unterstützung der Regierung von Québec sowie der lokalen Gemeinden und indigenen Gemeinschaften.

    Geplant ist eine jährliche Produktion von rund 550.000 Tonnen hochreinem Roheisen, 120.000 Tonnen Titan und 40.000 Tonnen Vanadium. Gerade bei Vanadium bietet sich erhebliches Potenzial, da Nordamerika derzeit über keine eigene primäre Minenproduktion verfügt. Das Metall wird unter anderem für hochwertige Stahllegierungen, die Luft- und Raumfahrt sowie Batteriespeicher benötigt. Strategic Resources könnte damit zu einem wichtigen Lieferanten kritischer Rohstoffe in Nordamerika werden. Die langfristigen Perspektiven werden durch die großen Rohstoffvorkommen gestützt. Allein für den ersten Tagebau wird eine mögliche Betriebsdauer von 39 Jahren genannt. Das Unternehmen sieht daher erhebliches Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre.


    Fazit

    In das Thema grüner Stahl kommt positiver Schwung. Davon sollten Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette profitieren. Die thyssenkrupp-Aktie hat in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist. Dagegen scheint Strategic Resources noch Nachholpotenzial zu haben. Dies gilt auch für Salzgitter.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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