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23.02.2023 | 05:00

Unbekannt und besser als Tesla? BYD, First Phosphate, Varta

  • Phosphat
  • Batterietechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Satte 1,86 Mio. Autos will BYD 2022 verkauft haben. Das sind rund 500.000 mehr als Konkurrent Tesla. Trotzdem gilt das Unternehmen von Elon Musk noch immer als E-Auto-Gigant. Woran liegt das? Sicher hat der Fokus auf westliche Märkte damit zu tun, dass viele Anleger aus den USA und Europa noch immer Tesla favorisieren. Warum sich ein Blick über den Tellerrand auszahlen kann und wie Investoren dadurch Chancen wahrnehmen können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , TESLA INC. DL -_001 | US88160R1014 , FIRST PHOSPHATE CORP | CA33611D1033

Inhaltsverzeichnis:


    BYD: Operative Fortschritte, Aktie steht still

    Das chinesische Unternehmen BYD startete 1995 als Akku-Spezialist und stach dank niedriger Lohnkosten in China schnell die asiatische Konkurrenz aus. 2003 übernahm man einen chinesischen Autohersteller und kopierte mehr oder minder erfolgreich japanische Modelle. Doch erst als BYD seine Akkus auch in Elektrorollern und ersten Autos nutzte, wurde die Story so heiß, dass 2008 auch Warren Buffett als Großaktionär bei BYD einstieg. Die heutigen Rekord-Absatzzahlen sind zwar in erster Linie auf Erfolge auf dem Heimatmarkt zurückzuführen, doch ist BYD längst auch in anderen Regionen tätig.

    In Europa startete das Unternehmen vor einigen Monaten und geht dabei äußerst selbstbewusst vor: Die von vielen Beobachtern erwartete Rabattschlacht bliebt bislang aus. BYD verkauft seine Autos auch beim Preis auf dem Niveau westlicher Hersteller, obwohl die Margen Raum für ein aggressiveres Vorgehen ließen. Die Aktie hat während der vergangenen Monate ein wenig von ihrem Esprit eingebüßt und legte zuletzt den Rückwärtsgang ein. Auf Sicht von sechs Monaten stehen gar deutliche Verluste zu Buche. Auch langfristig macht der Wert nicht den Eindruck, als würde die Aktie mittelfristig wieder zu einer Erfolgsgeschichte werden.

    First Phosphate: Spannender Börsengang

    Ganz anders sieht die Situation beim kanadischen Unternehmen First Phosphate aus. Das Unternehmen adressiert den wachsenden Bedarf an Phosphat im Zuge der Mobilitätswende. Zwischen 2021 und 2028 dürfte der Markt von 10 Mrd. USD auf 50 Mrd. USD wachsen , so Marktforscher. Aktuell werden rund 90% als Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien in China hergestellt. Im Zuge der auch durch den Inflation Reduction Act geforderten stärkeren Unabhängigkeit von China sollen mehr kritische Industrie-Erzeugnisse innerhalb der USA hergestellt werden. Doch bestehende Quellen für Phosphat speisen aktuell zu annähernd 100% die Düngemittelindustrie. First Phosphate will mit seinem Phosphat-Projekt im kanadischen Distrikt Québec neue Quellen erschließen und sich darüber hinaus auch an der weiteren Wertschöpfung für die Akku-Industrie beteiligen.

    Das Projekt Lac à L'Orignal zeigt sich nach geologischen Vorarbeiten vielversprechend – in diesen Tagen laufen zudem Arbeiten für eine erste Untersuchung zur ökonomischen Machbarkeit an. Die Projekte in Québec sind über Straßen erreichbar und befinden sich zudem in der Nähe eines Tiefseehafens. Neben Lac à L'Orignal besteht auf 1.500 Quadratkilometern weiteres Explorationspotenzial. Gestern startete die Aktie in Kanada an der Börse und ist zudem auch in Deutschland gelistet. Aufgrund des Ansatzes, der neben der Förderung auch die Verarbeitung des Lithium-Eisen-Phosphat für den nordamerikanischen Markt vorsieht, könnte der Wert spannend werden. First Phosphate ist ein Kandidat für die Watchlist. Nähere Informationen liefert der Vortrag von CEO John Passalacqua beim International Investment Forum (IIF) von vor rund einer Woche.

    Varta: Hörgerät statt Turbolader

    Während die Aktie von First Phosphat ohne Altlasten an der Börse startet, dürften Investoren bei Varta immer auch in die Vergangenheit blicken – deutlich dreistellig war die Aktie noch vor wenigen Jahren. Damals wurde Varta als die deutsche Batterie-Hoffnung gehandelt. Tatsächlich bietet das Unternehmen Hochleistungsbatterien, die in sportlichen Fahrzeugen verbaut werden sollen. Nach einer Gewinnwarnung ging es für die Aktie aber noch weiter nach unten. Die Marke von 30 EUR war für den Wert in den vergangenen Wochen gleich mehrfach ein Widerstand. Die große E-Auto-Fantasie rund um Varta ist verflogen – die Aktie versprüht aktuell eher den Esprit eines Herstellers von Knopfzellen für Hörgeräte.


    Während BYD den Großteil seiner Entwicklung hinter sich haben dürfte und die Varta-Rakete gar nicht so richtig abgehoben ist, könnte First Phosphate in den kommenden Wochen und Monaten zu einem Geheimtipp werden. Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien stammen heute zum überwiegenden Teil aus China. Hier unabhängiger zu werden, ist das erklärte Ziel westlicher Regierungen. Angesichts eines vielversprechenden Projekts und der Beteiligung an der weiteren Wertschöpfungskette können Anleger First Phosphate auf dem Schirm haben.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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