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20.08.2021 | 08:20

Volkswagen, dynCERT, BYD: Urplötzliche Trendwende voraus?

  • Trendwende
Bildquelle: pixabay.com

Wenn Volkswagen-CEO Herbert Diess die Talkshow von Markus Lanz besucht, dann versprüht der Konzernlenker einen Esprit, der fast schon an Promi-Gründer aus den USA heranreicht. Auch wenn ein Vergleich mit Elon Musk weit hergeholt wäre – moderner und flexibler wirken sie, die Manager deutscher Konzerne. Diese Flexibilität ist wahrscheinlich auch nötig, um riesige Konzerne in einer Zeit des Wandels in die Zukunft zu führen. Die Herausforderungen sind nämlich groß: Neben der Unsicherheit über die Zukunft scharren auch zahlreiche kleinere Unternehmen mit den Hufen und wollen den Großen Marktanteile abjagen. Wir beleuchten drei Titel rund um die mobile Zukunft.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , BYD CO. LTD ADR/2 YC 1 | US05606L1008



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Volkswagen: Deswegen schwächelt die Aktie

Nachdem die Aktie von Volkswagen über viele Monate einer der Überflieger der Old Economy war, schwächelt der Wert seit drei Monaten und verlor rund 7,5 %. Angesichts des Kursfeuerwerks von 43%, das auf Sicht von einem Jahr noch immer zu Buche steht, ist das aber zu vernachlässigen. Man könnte gar von einem Signal der Stärke sprechen – schließlich befindet sich Volkswagen in einem Transformationsprozess, bei dem nicht zwangsläufig alles rund laufen muss. Erst kürzlich wurden wieder Medienberichte über in Brand geratene Elektroautos laut. Einen derartigen Skandal kann sich kein Autobauer leisten. Inzwischen untersucht VW Brände beim Modell ID.3 und betont, dass diese Vorfälle sehr selten seien.

Ein deutlich größeres Problem dürfte sowieso der Chipmangel sein. Heute stecken auch in Autos unzählige Halbleiter. Diese sind weltweit knapp. Diese Knappheit führt dazu, dass immer wieder die Bänder stillstehen müssen. Bei Volkswagen ist das nun wieder der Fall. Am Stammwerk in Wolfsburg wird nach der Sommerpause die Produktion gedrosselt werden. Zwar sollte eine vorübergehend niedrigere Fertigungskapazität noch kein großes Problem darstellen, da Kunden dann eben einige Zeit länger warten müssen, mittel- und langfristig könnte die Chip-Knappheit aber zu einem Problem werden. Hier ist VW gefragt, um entsprechende Lösungen mit Herstellern oder Zulieferern zu finden. Die Aktie ist inzwischen nicht mehr günstig, aber solide. Wer auf Wachstum steht, findet aber andere Werte.

dynaCERT: Wann folgt der Durchbruch?

Als solcher Wachstumswert gilt dynaCERT. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, klassische Verbrennungsmotoren sauberer zu machen. Dazu setzt das Unternehmen seine patentierte HydraGEN™-Technologie ein. Dabei setzt ein Gerät, das bei herkömmlichen Fahrzeugen nachgerüstet werden kann, ein Wasserstoff-Gemisch dem Verbrennungsprozess zu. Dies sorgt für eine Reduktion des Verbrauchs von rund 19%, im selben Maße wird auch CO2 eingespart. Da dynaCERT auch Telematik-Software bietet , können Nutzer Einsparungen an CO2 dokumentieren und in CO2-Zertifikate ummünzen. Letzteres ist vor allem für die Industrie interessant. In der Vergangenheit hat dynaCERT mit Kommunen zusammengearbeitet und unter anderem den öffentlichen Nahverkehr mit den eigenen Anlagen ausgestattet.

Angesichts der steigenden Kraftstoffpreise könnte die Technologie auch bei LKW in Nordamerika eingesetzt werden. Viele Trucks sind noch immer Spritfresser und während reine Wasserstoff-Trucks noch Zukunftsmusik ist, könnte die Lösung von dynaCERT als Übergangstechnologie in die Bresche springen. Gerade bei LKW mit hoher Laufleistung sollte sich die Anschaffung der Geräte für rund 7.000 USD lohnen. Die Aktie von dynaCERT hat im Zuge schwächerer Notierungen von Cleantech-Unternehmen gelitten und handelt aktuell um 0,20 EUR. Charttechnisch erscheint der Wert zwar angeschlagen, doch könnte bereits ein neuer Auftrag den Titel wieder zu neuem Leben erwecken. Die Aktie ist ein Fall für den Hinterkopf – auch im Zuge wieder anziehender Wasserstoff-Aktien dürfte dynaCERT wieder Thema werden.

BYD: Hier stimmen vor Voraussetzungen

Eine Aktie, die zeitgleich mit dynaCERT Höhenluft schnupperte, ist BYD. Der chinesische Autobauer punktet mit langen Reichweiten und gilt als ernsthafter Konkurrent für Tesla – auch wenn Tesla-Boss Elon Musk für die Autos von BYD oft nur ein Lachen übrig hat. Zuletzt schwächelte die Aktie und verlor seit fünf Tagen rund 4%. Nach der vorangegangenen Rally ist ein kurzer Rücksetzer aber kein Wunder. Spannend wird sein, ob es der Wert noch einmal nachhaltig über die Marke von 30 EUR schafft , dann könnte neue Kursdynamik entstehen. Mit der eigenen Batteriefertigung und dem Halbleiter-Geschäft ist BYD gut aufgestellt. Ein Newcomer ist die Aktie aber längst nicht mehr.


Während Volkswagen noch viele alte Zöpfe abschneiden muss, um in der mobilen Zukunft anzukommen und BYD vor allem im Westen noch keinen guten Ruf hat, könnte dynaCERT mit dem Fokus auf Dieselmotoren mit hoher Laufleistung einen Nerv treffen. Gerade LKW oder schwere Maschinen sind in der Anschaffung teuer. Es lohnt sich, diese länger in Betrieb zu lassen. Hier könnte dynaCERT punkten. Eine Trendwende könnte urplötzlich erfolgen!


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Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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