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2021-02-10 05:50

Airbus, Kleos Space, Gazprom: Solide Geschäfte – auf der Erde und im Orbit

  • Orbit
Bildquelle: pixabay.com

The sky is the limit! Doch stimmt das wirklich? Immer mehr Unternehmen streben mit ihren Plänen hoch hinaus. Satelliten ermöglichen weltumspannende Kommunikation oder die Überwachung derselben. Zugleich warten im Orbit Rohstoffe darauf, ausgebeutet zu werden. Zukunftsmusik? Ganz eindeutig! Doch an der Börse wird genau diese Zukunft gehandelt. Wir stellen drei Unternehmen vor, für die es in irgendeiner Form hoch hinausgehen könnte – sei es als Anbieter innovativer Lösungen oder als dankbarer Kunde.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: AU0000015588 , NL0000235190 , US3682872078

Inhaltsverzeichnis:


    Airbus: Flugzeuge weiter am Boden

    Wenn die Deutschen an Luft- und Raumfahrt denken, fällt sofort der Name Airbus. Das Deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen steht sinnbildlich für die europäische Zusammenarbeit in strategisch bedeutsamen Industrien wie der Luftfahrt. Doch können Anleger, die sich für Zukunftsvisionen rund um die Raumfahrt investieren, in Airbus investieren oder wird das Unternehmen zu stark vom Flugzeugbau dominiert? Der Bereich Verteidigung und Weltraum nimmt bei Airbus nur etwa 15% des Umsatzes ein. Der Löwenanteil von rund drei Vierteln entfällt auf das klassische Luftfahrtgeschäft, der Rest auf Helikopter. 2020 war für das Unternehmen stark von der Pandemie geprägt. In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Umsatz um mehr als ein Drittel und der Verlust wuchs auf 2,7 Mrd. EUR.

    Damit die Zahlen besser werden, setzt das Unternehmen den Rotstift an und will vor allem beim Personal kräftig einsparen. Aufgrund der aktuellen Situation bleiben weiter viele Flugzeuge am Boden. Langfristig ist damit zu rechnen, dass Fliegen noch stärker besteuert wird. Für Airbus sind das keine guten Aussichten. Lediglich die Pläne für klimafreundliches Fliegen können der Aktie langfristig auf die Sprünge helfen. Aktuell handelt der Wert aber im Niemandsland und ist für Anleger wenig interessant.

    Keine Zukunftsmusik: Kleos Space verkauft Daten aus dem All

    Die deutlich spannendere Story hat das junge australische Unternehmen Kleos Space zu bieten. Das Unternehmen schießt Satelliten in den Orbit, um Daten zu gewinnen. Diese Daten werden Kunden im Rahmen von Abonnement-Modellen angeboten. Was zunächst absurd klingen mag, bekommt schnell Hand und Fuß. Im vergangenen November schoss Kleos Space die ersten vier Satelliten ins All. In den nächsten Monaten folgen weitere. Jeder Satellit überfliegt die Erde in seiner Umlaufbahn und sammelt dabei Daten. Dazu gehört beispielsweise die Aktivität von Funkgeräten. Unternehmen bezahlen Kleos Space je nach Abonnement-Modell zwischen 60.000 und 300.000 EUR , um die erhobenen Daten nutzen zu können. Mögliche Einsatzgebiete sind beispielsweise der Grenzschutz oder auch der Kampf gegen Piraterie. Wie das geht? Kleos Space erkennt verdächtigen Funkverkehr und kann auf diese Weise rechtzeitig warnen. Neben Behörden oder dem Militär zeigen sich auch Reedereien interessiert.

    Mit ersten Umsätzen ist laut dem Unternehmen noch in der ersten Jahreshälfte 2021 zu rechnen. Neben der US Air Force und weiteren Regierungsorganisationen konnte Kleos Space unter anderem das US-Tech-Unternehmen L3Harris als Kunden gewinnen. Nach weiteren Satellitenstarts im Juni und Dezember 2021 soll die noch umfangreichere Datenbasis weitere Kunden anlocken. Da der Start eines Satelliten das Unternehmen einen kleinen bis mittleren sechsstelligen Betrag kostet, könnte Kleos Space bei mehreren Kunden schnell in die Gewinnzone vorstoßen. Die Aktie wird in Australien und in Deutschland gehandelt und pendelt sich aktuell oberhalb der Marke von 0,40 EUR ein.

    Gazprom: Der Milliardenkonzern schielt nach Osten

    Wenn es um potenzielle Kunden für Kleos Space geht, kommen alle Unternehmen in Frage, die kriminellen Aktivitäten ausgesetzt sind. Beispielsweise gibt es bei Rohstoffunternehmen immer wieder Diebstähle oder auch Sabotageakte seitens Terroristen. Gerade Unternehmen, die in weitläufigen Regionen, wie etwa Kanada, Australien oder Zentralasien engagiert sind, können Unterstützung aus dem All gut gebrauchen. Eines dieser Unternehmen könnte beispielsweise Gazprom sein. Das russische Unternehmen fördert Erdöl und Erdgas und liefert dieses aus. Vor allem Pipelines erstrecken sich oft über tausende Kilometer und sind ein potenzielles Ziel von Terroristen.

    Trotz der Sanktionen gegen Russland läuft das Geschäft von Gazprom gut. Selbst der sinkende Ölpreis vor einem Jahr konnte den robusten Russen nichts anhaben. Jetzt steigt der Ölpreis wieder und das Unternehmen könnte profitieren. Zwar dominiert hierzulande das Hickhack rund um die Pipeline North Stream 2, doch könnte Gazprom selbst mit einem Baustopp leben – und seine Energie künftig eben nach China liefern. Die Aktie hat sich freigekämpft und sieht inzwischen auch kurzfristig gut aus. Hinzu kommt die traditionell hohe Dividende. Gazprom ist ein solider Standardwert, aber mit seinem Geschäftsmodell zugegebenermaßen ziemlich „down to earth". Wer eine spannende Investment-Nische sucht und nicht in einen trägen Konzern investieren will, kann sich Kleos Space näher ansehen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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