27.08.2026 | 04:30
Aktien im Milliardenrausch! Siemens Energy auf 245 EUR? +16 % bei Deutz! Startet Volatus Aerospace wieder durch?
Die Börse feiert die geplante Milliardenübernahme durch Deutz. Um 16 % ist die Aktie des Motorenspezialisten innerhalb weniger Tage nach oben geschossen. Mit dem Kauf wollen sich die Kölner breiter aufstellen und stärker von den weltweiten Rüstungsinvestitionen profitieren. Volatus Aerospace bedient mit seiner Drohnenplattform militärische und zivile Anwendungen. Das Potenzial ist riesig. Die Börse wartet auf Großaufträge. Diese sind laut dem Volatus-CEO absehbar. Damit sollte die Aktie wieder durchstarten können. Deutliches Kurspotenzial sehen Analysten auch bei Siemens Energy. Die geplante Abspaltung des Industriegeschäfts kommt gut an. Die Kursziele reichen bis 245 EUR.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
DEUTZ AG O.N. | DE0006305006 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Volatus Aerospace: Chance für Anleger mit etwas Geduld
Volatus Aerospace ist wohl eines der interessantesten Drohnen-Plays und erst am Anfang einer spannenden Entwicklung. Denn das kanadische Technologieunternehmen befindet sich mitten in einer grundlegenden Transformation. Im Interview mit Lyndsay Malchuk vom IIF hat CEO Glen Lynch ein ausführliches Update gegeben.
Volatus versteht sich längst nicht mehr als reiner Drohnenanbieter, sondern als Aerospace-Plattform mit dem zivilen und dem militärischen Bereich als zwei parallel wachsenden Säulen. Dazu gehören heute Entwicklung, Fertigung, Training, autonome Systeme, Luftaufklärung, Software und operative Flugdienstleistungen. Wichtig ist die eigene Produktion. Ende Februar 2026 hat Volatus eine rund 53.000 Quadratfuß große Fertigungs- und Integrationsanlage im kanadischen Mirabel übernommen.
Besonders große Chancen sieht Lynch im kanadischen Verteidigungsmarkt. Hintergrund ist die neue Ausrichtung der Regierung auf souveräne Fähigkeiten und eine stärkere Beschaffung bei heimischen Unternehmen. Volatus positioniert sich dafür mit eigener Technologie und zunehmender Nähe zu den kanadischen Streitkräften. Mit vCortex AI verfügt das Unternehmen laut Lynch inzwischen über eine eigene Autonomieplattform einschließlich Flight Controller, Hardware, Firmware, Kommunikation, Verschlüsselung und Autonomie-Stack. Gleichzeitig beteiligt sich Volatus an Initiativen wie der Drone Defence Initiative, die Beschaffungsprozesse beschleunigen soll. Größere Beschaffungsvolumina erwartet er vor allem ab 2027, während erste Ausschreibungen bereits anlaufen sollen.
Wie breit die Technologie eingesetzt werden kann, zeigt das Beispiel Waldbrandbekämpfung. Volatus will Satellitendaten, permanente Luftüberwachung und autonome Flugzeuge kombinieren, um Brände früher zu erkennen und schneller darauf reagieren zu können. Die geplanten Systeme sollen unter anderem rund 1.500 Liter Wasser oder Löschmittel transportieren und auch nachts operieren können. Und dies ist nur ein erster Anwendungsfall einer Dual-Use-Plattform, die ebenso für Katastrophenhilfe, Lieferungen in abgelegene Regionen oder Überwachungsaufgaben eingesetzt werden kann.
Am Kapitalmarkt ist diese strategische Neuausrichtung bislang offenbar noch nicht vollständig angekommen. Lynch räumt ein, dass Investoren vor allem große Aufträge und sichtbare Umsatzbeiträge sehen wollen, während viele Investitionen erst mit Verzögerung in den Zahlen auftauchen. Als wichtige operative Fortschritte nennt er neben der neuen Fabrik die Erweiterung auf größere Flugzeuge sowie eine Transport-Canada-Zulassung für ein ferngesteuertes Flugzeugsystem mit „Detect-and-Avoid“-Funktion zur Kollisionsvermeidung. Für Lynch ist Volatus daher derzeit vor allem in einer Positionierungsphase. Entscheidend wird nun sein, ob sich die aufgebauten Fähigkeiten, Regierungsbeziehungen und eigenen Technologien tatsächlich in größeren Aufträgen und anschließend in steigenden Umsätzen niederschlagen.
Die Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten fast 40 % an Wert verloren und wird noch mit 378 Mio. CAD bewertet. Damit scheint das Kursrisiko nach unten begrenzt zu sein. Stattdessen könnte sich der Kauf der Aktie für Anleger mit etwas Geduld auszahlen. Derzeit liegt der Kurs bei 0,31 EUR. Im März dieses Jahres waren es auch schon 0,55 EUR.
https://youtu.be/F4ajDCojMRo?si=XNXoEHVhjc9cyVRW
Siemens Energy: Analysten sehen Aktie bei 245 EUR
Zahlreiche positive Analystenkommentare gab es in den letzten Tagen bei Siemens Energy. Besonders bullisch ist JPMorgan. Die Analysten sehen den fairen Wert der DAX-Aktie bei 245 EUR. Derzeit notiert die Aktie bei rund 151 EUR.
Die Experten reagierten auf die jüngste Unternehmensmeldung. Denn der Konzern will sich nicht nur umbenennen, sondern auch organisatorisch neu aufstellen. Siemens Energy bereitet die rechtliche und operative Verselbstständigung des Geschäftsbereichs Transformation of Industry vor. Ziel ist es, daraus ein eigenständiges Unternehmen für industrielle Energielösungen mit größerer unternehmerischer Flexibilität und besseren Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen. In einem zweiten Schritt soll eine neue Eigentümerstruktur geprüft werden, etwa durch den Einstieg externer Investoren oder eine Kapitalmarkttransaktion. Siemens Energy strebt eine Entkonsolidierung an, will aber eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behalten. Der Bereich beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 5,7 Mrd. EUR bei einer Ergebnismarge von 11,3 %. Zum Portfolio gehören unter anderem industrielle Dampfturbinen, Kompressoren, Elektrolyseure, Generatoren und Motoren sowie maritime und Subsea-Technologien.
Mit der Abspaltung will sich Siemens Energy stärker auf die wachstumsstarken Kerngeschäfte Stromerzeugung und Stromübertragung konzentrieren. Transformation of Industry bedient dagegen vor allem Branchen wie Öl und Gas, Chemie, Prozessindustrie, Papier, Zement und Schifffahrt, die nach Einschätzung des Konzerns andere Kundenanforderungen und kürzere Entscheidungszyklen aufweisen. Als eigenständiges Unternehmen soll der Bereich daher schneller investieren und wachsen können. Rückenwind sieht Siemens Energy durch Trends wie industrielle Elektrifizierung, Energieeffizienz, Dekarbonisierung, Digitalisierung und Versorgungssicherheit. Rund 50 % des Umsatzes stammen aus dem Servicegeschäft, zudem bilden mehr als 85.000 weltweit installierte Einheiten eine breite Basis für wiederkehrende Erlöse. Der ausgegliederte Bereich soll zunächst unter der künftigen Siemens-Energy-Marke Omterra auftreten.
Deutz: Börse feiert Milliardenübernahme
Stark läuft derzeit die Deutz-Aktie. Allein in den vergangenen fünf Handelstagen ging es um über 16 % nach oben. Im laufenden Jahr hat das Wertpapier damit um über 36 % zulegen können. Treiber ist die Rüstungsfantasie. Dafür will der Motorenbauer eine Milliardenübernahme stemmen. Auf dem Weg zum Kauf der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft hat man zuletzt eine wichtige Hürde genommen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung stimmten 99,7 % der Deutz-Aktionäre der erforderlichen Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage zu. Auch das Bundeskartellamt hat den Erwerb bereits freigegeben. Das Closing wird nach Erteilung der noch ausstehenden Genehmigungen für Ende 2026 bis Anfang 2027 erwartet. Mit FFG will Deutz sein Defense-Geschäft zu einer tragenden Säule ausbauen und den Umbau vom Motorenhersteller zum breit aufgestellten Industriekonzern beschleunigen.
FFG zählt zu den führenden europäischen Anbietern militärischer Land- und Spezialfahrzeuge und ist unter anderem in der Wartung, Modernisierung und Instandhaltung von Rad- und Kettenfahrzeugen aktiv. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.100 Mitarbeiter an neun Standorten und beliefert Streitkräfte in mehr als 15 Ländern. 2025 erzielte FFG einen Umsatz von rund 760 Mio. EUR, der Auftragsbestand liegt bei mehr als 1,9 Mrd. EUR. Bereits im kommenden Jahr soll der Umsatz deutlich über 1 Mrd. EUR liegen – bei einer Marge von mehr als 20 %. Damit könnte FFG erheblich dazu beitragen, dass Deutz seine für 2030 angepeilten Ziele von 4 Mrd. EUR Umsatz und 10 % Marge früher erreicht.
Nach Abschluss der Transaktion soll die beschlossene Kapitalerhöhung umgesetzt werden. Dabei werden die bisherigen FFG-Eigentümerfamilien mit bis zu 29,9 % zu Ankeraktionären von Deutz. Für bestehende Aktionäre bedeutet dies zwar eine deutliche Verwässerung, gleichzeitig erhält Deutz Zugang zu einem hochprofitablen und stark wachsenden Verteidigungsgeschäft. Gelingt die Integration, würde sich das Geschäftsprofil des Kölner Konzerns grundlegend verändern. Die Börse geht derzeit davon aus, dass diese Transformation gelingt.
Fazit
Der Drohnenmarkt hat Milliardenpotenzial. Volatus hat in den vergangenen Monaten wichtige strategische Meilensteine wie den Aufbau der eigenen Produktion erreicht, um davon zu profitieren. Dies sollte man auch zunehmend in der Entwicklung von Umsatz und Gewinn sehen. Von dem Rüstungskuchen will sich in Zukunft auch Deutz ein größeres Stück abschneiden. Gelingt die Integration der neuen Tochtergesellschaft, entsteht ein interessanter Konzern. Siemens Energy fokussiert sich weiter auf den KI-Hype. Damit steigt natürlich auch das Risiko.
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