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26.08.2026 | 04:30

Steyr-Motors-Aktie nach Abverkauf kaufen? TKMS im Rüstungsboom! Strategic Resources profitiert vom Stahlbedarf!

  • Rüstung
  • Stahl
  • Technologie
Bildquelle: ChatGPT KI generiert

Der weltweite Rüstungsboom sorgt nicht nur bei Herstellern von Panzern, Raketen und Drohnen für volle Auftragsbücher. Auch im Marinesektor wächst der Bedarf und damit die Nachfrage nach Rohstoffen. TKMS braucht für seine U-Boote und Fregatten dringend hochwertigen Stahl und arbeitet an belastbaren Lieferketten. An dieser Stelle wird Strategic Resources interessant. Denn das Rohstoffunternehmen ist ausgerechnet in Kanada und Nordeuropa aktiv und damit in den beiden Regionen, die auch beim jüngsten TKMS-Megaprojekt eine zentrale Rolle spielen. Die Aktie erscheint günstig. Ist die Aktie von Steyr Motors nach dem Abverkauf günstig? Dieser Meinung sind jedenfalls Analysten. Sie empfehlen die Aktie zum Kauf. Das schwache erste Halbjahr und die gesenkte Prognose seien vor allem als Folge zeitlich verschobener Abrufe im Defence-Geschäft zu bewerten.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , STEYR MOTORS AG | AT0000A3FW25 , STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR

Inhaltsverzeichnis:


    TKMS braucht für U-Boote und Fregatten solide Stahl-Lieferketten

    Der weltweite Rüstungsboom sorgt nicht nur bei Herstellern von Panzern, Raketen und Drohnen für volle Auftragsbücher. Auch im Marinesektor wächst der Bedarf und damit die Nachfrage nach Rohstoffen. Ein Beispiel ist TKMS. Der deutsche Marineschiffbauer positioniert sich beim milliardenschweren Canadian Patrol Submarine Project (CPSP) und will dabei einen möglichst hohen Anteil der Wertschöpfung in Kanada etablieren. Im April 2026 hat TKMS dazu eine Kooperationsvereinbarung mit Finkl Steel – Sorel, einem Unternehmen der Swiss Steel Group, geschlossen. Gemeinsam soll geprüft werden, wie der für moderne U-Boote benötigte Spezialedelstahl künftig in Kanada geschmolzen und produziert werden kann.

    Im Mittelpunkt steht Edelstahl der Güteklasse 1.3964, der für moderne U-Boot-Plattformen eingesetzt werden soll. Die Anforderungen an das Material sind entsprechend hoch. Finkl Steel – Sorel soll daher prüfen, wie sich das Unternehmen für die Produktion des Spezialstahls nach internationalen Marinestandards qualifizieren kann. Dazu zählen unter anderem technische Vorgaben des Deutschen Instituts für Wehrmaterial und Fertigungstechnik (WIWeB), der Klassifikationsgesellschaft DNV sowie die einschlägigen Bauvorschriften für Marineschiffe. Die Zusammenarbeit verdeutlicht, dass der Ausbau der westlichen Verteidigungsindustrie nicht allein zusätzliche Werftkapazitäten erfordert, sondern auch belastbare Lieferketten für hochwertige und zertifizierte Stahlprodukte.

    Damit dürfte der Stahlbedarf der Rüstungsindustrie in den kommenden Jahren weiter in den Fokus rücken. TKMS und Finkl Steel wollen nicht nur technische Informationen zu Abmessungen, chemischer Zusammensetzung und Zertifizierungsanforderungen austauschen, sondern auch Möglichkeiten für eine langfristige industrielle Beteiligung im Rahmen des kanadischen U-Boot-Programms ausloten. Entscheidend ist dabei die Versorgung mit strategischen Werkstoffen aus verlässlichen Lieferketten. Genau diese Entwicklung macht deutlich, dass vom europäischen und nordamerikanischen Rüstungsboom nicht nur die bekannten Defence-Konzerne profitieren könnten, sondern auch Unternehmen entlang der vorgelagerten Stahl- und Rohstoff-Wertschöpfungskette.

    Strategic Resources rüstet sich für Stahlboom

    An dieser Stelle wird Strategic Resources interessant. Denn das Rohstoffunternehmen ist ausgerechnet in Kanada und Nordeuropa aktiv und damit in den beiden Regionen, die auch beim jüngsten TKMS-Megaprojekt eine zentrale Rolle spielen. Das Projekt von TKMS soll nicht nur die Verteidigungsfähigkeit Kanadas stärken, sondern ausdrücklich auch eine langfristige industrielle Wertschöpfung und belastbare Lieferketten im Land schaffen.

    Genau hier passt Strategic Resources thematisch ins Bild. Eine direkte Lieferbeziehung zwischen Strategic Resources und TKMS besteht bislang nicht. Dennoch passt das Unternehmen gut in das größere Bild der sich neu ordnenden Stahl- und Rohstoffindustrie. Das Unternehmen entwickelt im kanadischen Québec das BlackRock-Projekt sowie am Port Saguenay den Aufbau einer Produktionsanlage für hochwertige Eisenerzpellets. Geplant ist zunächst eine Kapazität von rund 4 Mio. Tonnen pro Jahr. Produziert werden sollen sogenannte Direct-Reduction-Grade-Pellets, die insbesondere für die emissionsärmere Stahlproduktion geeignet sind. Der Standort bietet Zugang zu günstiger Wasserkraft, Erdgas und über den Hafen zu internationalen Absatzmärkten. Gleichzeitig treibt Strategic Resources die Genehmigungsverfahren für die größere Pelletanlage voran.

    Das zweite strategische Standbein von Strategic Resources befindet sich in Finnland. Dort entwickelt das Unternehmen das Mustavaara-Projekt, eine Vanadium-Eisenerz-Lagerstätte mit dem Ziel, Vanadium sowie eisenhaltige Produkte zu gewinnen. Gerade mit Blick auf den steigenden Bedarf an heimischen beziehungsweise verbündeten Rohstoffquellen für die Stahl- und Industrieproduktion gewinnt das Projekt an Bedeutung.

    Und es sind ja nicht nur U-Boote. Der Ausbau der Verteidigungskapazitäten – etwa durch neue Fregattenprogramme – erhöht langfristig den Bedarf an hochwertigen Stahlprodukten. Gleichzeitig investieren Stahlkonzerne wie thyssenkrupp Milliarden in die Umstellung auf eine CO₂-ärmere Produktion. Dafür werden hochwertige Eisenerzpellets benötigt, wie sie Strategic Resources künftig liefern will.

    Und wie sieht es bei der Aktie von Strategic Resources aus? Gemessen an den geplanten Produktionskapazitäten und der strategischen Bedeutung der Projekte erscheint die aktuelle Bewertung bislang nicht ambitioniert. Sollte Strategic Resources bei der Projektentwicklung weitere Fortschritte machen, könnte der Kapitalmarkt das Unternehmen deutlich höher bewerten.

    https://youtu.be/ha8A2-FPIwk?si=a2oFSk-vcijGTP1m

    Steyr Motors: Nach Abverkauf kaufen?

    Während TKMS derzeit auf einer Erfolgswelle schwimmt und Strategic Resources vom wachsenden Bedarf an CO₂-arm produziertem Stahl profitiert, kämpft Steyr Motors mit schwachen Halbjahreszahlen, Auftragsverschiebungen sowie der Enttäuschung über eine nicht zustande gekommene Übernahme. Daraufhin ist die Aktie seit Ende Juli von 41 EUR auf fast 25 EUR abgeschmiert. Ein Rebound hat den Kurs immerhin wieder über 28 EUR getrieben.

    NuWays rät im Research-Update dennoch zum Kauf der Aktie. Die Analysten bewerten das schwache erste Halbjahr und die gesenkte Prognose des Anbieters von Spezialmotoren vor allem als Folge zeitlich verschobener Abrufe im Defence-Geschäft. Im zweiten Quartal lag der Umsatz bei 11,1 Mio. EUR und damit 4,5 % unter dem Vorjahreswert, obwohl die neue Tochter BUKH 1,9 Mio. EUR beitrug. Während der zivile Umsatz im ersten Halbjahr um 39 % zulegte, gingen die Defence-Umsätze aufgrund verzögerter Verträge um 30 % zurück. Das bereinigte EBIT lag im zweiten Quartal bei -0,8 Mio. EUR, nach rund 1,3 Mio. EUR im Vorjahr. Für das Gesamtjahr wurde die Prognose gesenkt, da die verschobenen Volumina in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich nicht vollständig aufgeholt werden können. NuWays sieht bislang jedoch keine Hinweise darauf, dass Aufträge verloren gegangen sind, und rechnet daher weiterhin mit einer Belebung im zweiten Halbjahr.

    Für 2027 sieht NuWays mehrere potenzielle Wachstumstreiber. Dazu zählen Programme bei Urovesa, KNDS und im Bereich unbemannter Wasserfahrzeuge sowie mögliche zusätzliche Aufträge für die M12-Power-Unit. Auch im zivilen Geschäft könnten unter anderem ein möglicher Siemens-Lokomotivauftrag für Finnland und das Hochfahren des Shangyan-Joint-Ventures beitragen. Zusätzlich verweist NuWays auf eine weiterhin bestehende Übernahmefantasie, nachdem Red Cat seinen unverbindlichen Vorschlag zwar zurückgezogen hat, Steyr Motors aus Sicht der Analysten aber strategisch interessant bleibt. Vor diesem Hintergrund bestätigt NuWays die Kaufempfehlung und senkt das Kursziel von 53 EUR auf 49 EUR.


    Fazit

    Eine direkte Lieferbeziehung zwischen Strategic Resources und TKMS besteht bislang nicht. Dennoch ist die strategische Parallele bemerkenswert. TKMS baut für sein kanadisches U-Boot-Projekt gezielt lokale Lieferketten für kritische Werkstoffe auf und hat dafür bereits Vereinbarungen mit kanadischen Stahl- und Rohstoffunternehmen geschlossen. Strategic Resources positioniert sich wiederum am Anfang dieser industriellen Wertschöpfungskette. Neben Kanada ist das Unternehmen mit seinem finnischen Projekt auch in Nordeuropa vertreten. Damit könnte Strategic Resources davon profitieren, dass westliche Staaten und Unternehmen strategische Rohstoffe und Stahlprodukte zunehmend aus eigenen beziehungsweise verbündeten Lieferketten beziehen wollen. Der Abverkauf bei Steyr Motors scheint übertrieben. Doch die Entwicklung zeigt, dass große Rüstungsprojekte gerade für mittelständische Unternehmen Risiken bergen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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