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25.08.2026 | 04:30

Paukenschlag, Absturzgefahr und Kaufempfehlung! Hensoldt-Aktie, D-Wave und Drohnen-Geheimtipp HPQ Silicon im Fokus!

  • Rüstung
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Bildquelle: Helsing

Paukenschlag bei HPQ Silicon. Gemeinsam mit einem Partner hat man den ersten militärischen Auftrag an Land gezogen. Die Batterien der Partner haben in Tests überzeugt und werden in FPV-Drohnen für ein Regiment der französischen Armee integriert. Damit sollten Aufträge aus NATO-Ländern erleichtert werden. Weitere potenzielle Kunden testen bereits. Damit entwickelt sich HPQ vom Geheimtipp zum Drohnen-Play. Dagegen sehen Analysten bei Hensoldt mehr als 30 % Rückschlagspotenzial. Im Vergleich zu Renk und Rheinmetall sei der gemeldete Auftragsbestand zwar qualitativ sauberer, aber die Frage sei, wie schnell sich dieser in Umsatz und Gewinn umsetzen lasse. Außerdem sehen die Analysten Risiken aus der Abhängigkeit von Programmen für gepanzerte Fahrzeuge. D-Wave Quantum wird hingegen zum Kauf empfohlen. Analysten loben die einzigartige Strategie, den First-Mover-Vorteil und die einsetzende Umsatzgenerierung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF

Inhaltsverzeichnis:


    HPQ Silicon: Paukenschlag beim Drohnen-Geheimtipp

    Paukenschlag bei HPQ Silicon. Bereits kurz nach dem Start der Testphase bestellt die französische Armee Batterien für Drohnen. Damit machen HPQ Silicon und sein französischer Partner Novacium einen wichtigen Schritt in Richtung Kommerzialisierung ihrer Batterietechnologie.

    Über den Partner LN Innov ging ein erster kommerzieller Auftrag für GEN3-Batteriepacks mit siliziumbasierter Anodentechnologie ein. Die 6S1P-Packs mit 6.000 mAh sollen in FPV-Drohnen integriert werden, die für ein Regiment der französischen Armee bestimmt sind. Damit schafft die Technologie erstmals den Sprung von Tests und Qualifizierung in eine reale Verteidigungsanwendung.

    Der Auftrag ist das Ergebnis mehrmonatiger Erprobungen mit dem Endkunden. Bereits im zweiten Quartal 2026 wurden Muster geliefert und auf Leistung sowie Zuverlässigkeit getestet. Nach Angaben der Unternehmen erfüllten die Batteriepacks die gestellten Anforderungen, woraufhin die erste Bestellung folgte. Dies bedeutet den Einstieg in die französische Verteidigungslieferkette und damit auch in die NATO-Verteidigungslieferkette. Die höhere Energiedichte der Siliziumanoden kann bei FPV-Drohnen unter anderem größere Reichweiten oder höhere Nutzlasten ermöglichen.

    Finanziell ist der Erstauftrag für HPQ noch nicht wesentlich, strategisch jedoch relevant. Er liefert eine erste kommerzielle Referenz im Verteidigungsbereich. Dies sollte weitere Aufträge erleichtern, zumal bereits zusätzliche Gespräche und Testprogramme mit potenziellen Kunden laufen. Zugleich stärkt der Erfolg die Pläne von HPQ, Novacium und LN Innov, eine integrierte Antriebsplattform für Drohnen und Verteidigungsanwendungen zu entwickeln. Dabei hat man auch Nordamerika im Visier. Dies ist besonders interessant, da die USA bei Drohnen erheblichen Nachholbedarf zu haben scheinen.

    Die HPQ-Aktie ist noch ein Geheimtipp. Dies dürfte sich mit solchen Meldungen jedoch ändern.

    https://youtu.be/V6FO2uPdQLI?si=krfrV3gpZFo5xt5e

    Raus aus Hensoldt?

    Während sich HPQ zum neuen Drohnen-Play entwickelt, hat mwb Research Zweifel am Auftragsvolumen der deutschen Rüstungsunternehmen. Neben Rheinmetall wird auch Hensoldt von den Analysten derzeit mit "Sell" eingestuft. Die Experten stellen in ihrer jüngsten Studie die Aussagekraft der Auftragsbestände im europäischen Rüstungssektor infrage. Nach Einschätzung der Analysten sind die veröffentlichten Backlog-Zahlen zwischen den Unternehmen nur eingeschränkt vergleichbar, weil teilweise auch Rahmenverträge oder noch nicht gewonnene, vom Management geschätzte Geschäftsvolumina enthalten sind. Von insgesamt rund 122 Mrd. EUR gemeldeten Auftragsbeständen bei fünf betrachteten deutschen Rüstungsunternehmen seien etwa 28 Mrd. EUR beziehungsweise 23 % keine fest kontrahierten Umsatzverpflichtungen.

    Hensoldt schneidet bei dieser Betrachtung vergleichsweise transparent ab. Der gemeldete Auftragsbestand von 10,3 Mrd. EUR besteht laut mwb vollständig aus vertraglich gesichertem Geschäft und enthält weder Rahmenvolumina noch nominierte Plattformen. Die Backlog-Coverage liegt damit bei 4,1x und verändert sich auch bei einer Bereinigung auf ausschließlich feste Aufträge nicht. Im Gegensatz dazu sinken die vergleichbaren Kennzahlen bei Unternehmen wie Renk und Rheinmetall deutlich, wenn nur fest kontrahierte Aufträge berücksichtigt werden.

    Trotz des qualitativ sauberen Auftragsbestands bleibt mwb bei Hensoldt vorsichtig. Im Fokus stehen weniger die Höhe des Backlogs als vielmehr die Frage, wie schnell und profitabel dieser in Umsatz umgesetzt werden kann. Die Analysten sehen weiterhin Risiken aus der Abhängigkeit von Programmen für gepanzerte Fahrzeuge und bewerten den bis 2030 angestrebten Anteil von Software Defined Defense von lediglich 8 % als niedrig. Das Kursziel bleibt unverändert bei 62 EUR, die Einstufung lautet weiterhin „Sell“. Damit besteht mit Blick auf den aktuellen Kurs von 88 EUR erhebliches Rückschlagspotenzial.

    D-Wave Quantum: Analysten raten zum Kauf

    Die Aktie von D-Wave Quantum hat sich in den vergangenen Wochen eindrucksvoll zurückgemeldet. Seit Ende Juli konnte das Wertpapier immerhin 25 % zulegen und notiert wieder über 20 USD. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 46 USD ist es allerdings noch ein ganzes Stück. BMO Capital sieht den fairen Wert der Aktie von D-Wave Quantum immerhin bei 35 USD und stuft sie mit „Outperform“ ein. Das Technologieunternehmen gehöre zu den wenigen Quanten-Computing-Playern mit bereits realen kommerziellen Umsätzen. Der technologische Ansatz mit der Kombination von Quantum Annealing und Gate-Model-Technologie sei einzigartig. Zusammen mit dem First-Mover-Vorteil sehen die Analysten D-Wave daher besonders gut positioniert, um sich im Quantencomputing kommerziell durchzusetzen.

    Positive News gab es zuletzt aus der Zusammenarbeit mit NTT DOCOMO. Der japanische Telekomkonzern ist einer der wichtigen Referenzkunden von D-Wave. Gemeinsam wurde eine zweite produktiv eingesetzte Quantencomputing-Anwendung für den Netzbetrieb vorgestellt. Die neue Lösung optimiert sogenannte Tracking Area Lists und soll dadurch die Signallast im Mobilfunknetz reduzieren. Im täglichen Spitzenwert sank das Volumen der Standortregistrierungssignale um 65,3 %, gleichzeitig gingen die Paging-Signale um 7,0 % zurück. In einem Beispiel mit 333 Basisstationen, drei TA-Lists und neun Tracking Areas benötigte die Optimierung rund fünf Minuten. Die Ergebnisse fließen anschließend in die Netzplanung und den laufenden Betrieb von DOCOMO ein.

    Für D-Wave ist die Anwendung ein weiterer Beleg dafür, dass Quantencomputing bereits heute in konkreten betrieblichen Prozessen eingesetzt werden kann. Während die erste gemeinsam mit DOCOMO entwickelte Anwendung auf die Reduzierung von Paging-Signalen innerhalb einzelner Tracking Areas zielte, adressiert die neue Lösung eine komplexere Optimierungsaufgabe über mehrere Bereiche hinweg. Damit erweitert DOCOMO den produktiven Einsatz der D-Wave-Technologie und zeigt, wie hybride Quantenverfahren zur effizienteren Nutzung bestehender Telekommunikationsinfrastruktur beitragen können.


    Fazit

    HPQ Silicon erzielt klar erkennbare Fortschritte bei der Kommerzialisierung der Batterietechnologie. Die Belieferung der französischen Armee dürfte die Türen zu weiteren NATO-Ländern öffnen. Die Aktie dürfte nicht mehr lange ein Geheimtipp bleiben. Hensoldt gehört zu den etablierten Rüstungsplayern. Wie bei Renk und Rheinmetall stellt sich allerdings die Frage, wie schnell und wie lange das Wachstum anhält. Vielleicht ist die Börse da einfach zu optimistisch. Viel Optimismus braucht man auch für Investments im Quantum-Bereich. Wer an die Monetarisierung der Technologie in der Zukunft glaubt, für den ist D-Wave unter den Pure Plays wohl ein Basisinvestment.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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