20.08.2026 | 04:30
Insider-Alarm, Schock und Chance bei diesen Aktien: HelloFresh, Steyr Motors, Standard Uranium
Alarm bei HelloFresh. Die Aktie hat 50 % im laufenden Jahr verloren. Weniger Kunden bestellen und das Ergebnis ist tiefrot. Gibt es Hoffnung? Aus Sicht des Vorstands nicht. Er verkauft Aktien. Bei Standard Uranium hingegen ist ein strategischer Investor eingestiegen. Aus gutem Grund. Der Uranmarkt steht vor einem starken Wachstum und Standard Uranium hat erneut starke Bohrergebnisse veröffentlicht. Die Aktie läuft dieser Entwicklung hinterher – noch. Dagegen schockt Steyr Motors seine Aktionäre. Nachdem sich die Übernahmefantasie bereits schnell in Luft aufgelöst hatte, schockte das Unternehmen seine Aktionäre in dieser Woche auch noch mit einer Gewinnwarnung. Aufträge aus dem Defence-Bereich stellen sich als Fluch und Segen heraus. Jetzt kaufen?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
STEYR MOTORS AG | AT0000A3FW25 , STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Standard Uranium: Starke Ergebnisse, wann explodiert die Aktie?
„Die Börse verhält sich zur Wirtschaft wie der Hund zu seinem Herrn. Er läuft voraus, kommt zurück, läuft wieder voraus – aber am Ende kommen beide am selben Ziel an.“ Dieses bekannte Bild von Börsenaltmeister André Kostolany kann man auf Aktienkurs und operative Entwicklung eines Unternehmens anwenden. Und es passt derzeit gut zur Aktie von Standard Uranium. Denn während der Aktienkurs nach einer starken Jahresanfangsrally mehr als 40 % verloren hat, entwickelt sich das Unternehmen operativ stark.
Standard Uranium ist ein kanadisches Uranexplorationsunternehmen mit einem umfangreichen Projektportfolio im Athabasca-Becken in Saskatchewan, einer der weltweit bedeutendsten Regionen für hochgradige Uranvorkommen. Viele der Zielgebiete liegen in der Nähe bedeutender Uranentdeckungen, sind bislang jedoch nur vergleichsweise wenig durch Bohrungen getestet worden und bieten damit weiteres Explorationspotenzial.
Das Flaggschiffprojekt ist Davidson River. Dieses ist vielversprechend in das Sommerbohrprogramm gestartet. Bereits die erste Bohrung im Bronco-Korridor traf auf mehrere Abschnitte mit erhöhter Radioaktivität, darunter Spitzenwerte von bis zu 1.650 Counts pro Sekunde. Gleichzeitig wurden stark graphithaltige Strukturen und hydrothermale Alterationen durchschnitten. Diese geologischen Merkmale sind für die Uranexploration besonders interessant. Insgesamt laufen zwei Bohrgeräte rund um die Uhr, um bis August hochpriorisierte Ziele in den Korridoren Warrior, Bronco und Thunderbird zu testen. Entsprechend positiv könnte der Newsflow im Herbst werden.
Bei einem anderen Projekt hat Standard Uranium wichtige Explorationserfolge erzielt. Bei dem ersten Bohrprogramm seit mehr als 40 Jahren auf dem Corvo-Uranprojekt in Saskatchewan wurde in allen neun abgeschlossenen Bohrungen anomales Uran nachgewiesen. Dabei enthalten sechs Bohrlöcher mehrere deutlich angereicherte Abschnitte mit mehr als 100 bis 350 ppm Uran. Besonders positiv sind zudem Uran-Thorium-Verhältnisse von über 2:1, die nach Einschätzung des Unternehmens auf einen hydrothermalen Uraneintrag hindeuten.
Zusätzlich wurden in mehreren Bohrungen wichtige Begleitelemente identifiziert, die bei der Suche nach höhergradiger Uranmineralisierung als Wegweiser dienen können. Dazu zählt unter anderem ein außergewöhnlich hoher Bor-Gehalt von bis zu 13.600 ppm. Auch die geologischen Strukturen stimmen. In einer Bohrung wurden darüber hinaus erhöhte Gehalte an Seltenen Erden mit mehr als 0,1 % TREO inklusive Yttrium festgestellt. Für das Management bestätigen die Ergebnisse damit das bisherige Explorationsmodell und erhöhen die Zuversicht hinsichtlich des weiteren Entdeckungspotenzials.
Entsprechend soll Corvo nun systematisch weiterentwickelt werden. Die nächste Bohrphase soll entlang der bereits mineralisierten Strukturen ansetzen. Insgesamt befinden sich auf dem Projekt mehr als 25 Kilometer aussichtsreiche Strukturkorridore mit zahlreichen bislang ungeprüften Zielen und nur geringer Überdeckung. Hinzu kommen bereits bekannte hochgradige Oberflächenfunde von bis zu 8,10 % U3O8.
Im Anschluss an die Meldung ist übrigens ein strategischer Investor aus Asien mit 3 Mio. USD eingestiegen.
https://youtu.be/Ip4xhV6gDD8?si=YJMW2ZOPtll2E6eB
HelloFresh: Alarm nach schwachen Zahlen und Insiderverkauf
Während Standard Uranium mit positiven Bohrergebnissen einen strategischen Investor überzeugt hat, verkauft bei HelloFresh ein Vorstand nach schwachen Quartalszahlen Aktien. Da sollten bei Anlegern die Alarmglocken läuten.
HelloFresh hat im zweiten Quartal 2026 erneut deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen müssen. Der Konzernumsatz sank währungsbereinigt um 7,8 % auf rund 1,5 Mrd. EUR, während das bereinigte EBITDA von 158,5 Mio. EUR auf 120,6 Mio. EUR zurückging.
Alarmierend ist, dass sowohl das Kochboxen- als auch das Ready-to-Eat-Geschäft beim Umsatz schrumpfen. Zudem scheint das „Refresh“-Programm bei Bestandskunden zwar erste positive Effekte zu zeigen, bei der wichtigen Neukundengewinnung ist die Wirkung bislang jedoch begrenzt.
Für das Gesamtjahr hält HelloFresh an seiner AEBITDA-Prognose von 375 bis 425 Mio. EUR fest. Beim Umsatz entwickelt sich der Konzern allerdings inzwischen in Richtung des unteren Endes der erwarteten Spanne von minus 3 bis minus 6 % auf währungsbereinigter Basis. In den nächsten Quartalen muss das Unternehmen zeigen, dass die Strategie aus Kostendisziplin, höheren Warenkörben und fokussierterem Marketing ausreicht, um den strukturellen Rückgang bei Bestellungen und Kundenzahlen zu stoppen. Nur so kann der Niedergang des Aktienkurses gestoppt werden. Allein im laufenden Jahr hat das Wertpapier 50 % an Wert verloren und notiert nur noch bei 2,94 EUR. Vor einem Jahr lag der Kurs noch über 8 EUR.
Ein weiteres Alarmzeichen ist, dass Vorstand Fabien Jacques Jérôme Simone direkt nach der Zahlenveröffentlichung Aktien bei rund 3,40 EUR und im Gesamtwert von immerhin 340.000 EUR verkauft hat. Er sieht offensichtlich kein Upsidepotenzial.
Steyr Motors schockt seine Aktionäre
Alarmstimmung bei Steyr Motors. Nachdem sich die Übernahmefantasie schnell in Luft aufgelöst hatte, schockte das Unternehmen seine Aktionäre in dieser Woche auch noch mit einer Gewinnwarnung.
Steyr Motors hat seine Wachstumsziele deutlich zurückgeschraubt und die Mittelfristprognose für 2027 komplett gestrichen. Ursache sind Verzögerungen bei internationalen Defense-Projekten. Dadurch sind bereits im ersten Halbjahr rund 10 Mio. EUR an geplanten Umsätzen ausgefallen. Dies wird voraussichtlich auch im zweiten Halbjahr nicht aufgeholt werden können. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun nur noch 56 bis 61 Mio. EUR Umsatz statt zuvor 75 bis 95 Mio. EUR. Zugleich sinkt die erwartete EBIT-Marge von mindestens 15 % auf 8 % bis 12 %.
Auch die ambitionierten 2027-Ziele von rund 140 Mio. EUR Umsatz und 40 Mio. EUR EBIT scheinen nicht mehr erreichbar zu sein. Zwar betont Steyr Motors, dass die zugrunde liegende Nachfrage weiter bestehe, doch verschieben sich wesentliche Umsatzbeiträge offenbar um ein bis zwei Jahre. Die bisherige Wachstumsstory muss damit zumindest zeitlich deutlich nach hinten verschoben werden.
Die Aktie des Anbieters von Spezialmotoren für zivile und militärische Anwendungen stürzte im Anschluss an die Meldung von über 33 EUR auf 25 EUR ab. Seitdem gab es einen leichten Rebound auf 28 EUR. Vor gut einem Jahr stand das Wertpapier noch bei über 55 EUR. In der kommenden Woche dürften Analysten auf die News reagieren und ihre Schätzungen anpassen.
Fazit
Die Gewinnwarnung bei Steyr zeigt, dass das Behördengeschäft Fluch und Segen zugleich sein kann. Aufträge können groß sein, aber die Umsetzung dauert in der Praxis häufig länger. Insbesondere für Mittelständler ist dies eine Herausforderung. Bei Standard Uranium brauchen Anleger etwas Geduld. Doch der Einstieg des strategischen Investors und die überzeugenden Bohrergebnisse deuten stark darauf hin, dass sich die Geduld auszahlen kann. Bei HelloFresh drängt sich derzeit kein Kauf auf. Sogar der Vorstand verkauft auf diesem Niveau.
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