24.08.2026 | 04:30
Rheinmetall-Aktie verkaufen? Evotec mit KI-Fantasie? Lahontan Gold hebt Ressourcenschätzung um 22 %!
Soll man die Rheinmetall-Aktie verkaufen? Dazu rät jedenfalls mwb Research. Die Analysten sehen Rheinmetall operativ weiterhin als klaren Gewinner des europäischen Rüstungsbooms. Doch die Erwartungen des Marktes ab 2028 seien zu ambitioniert. Der Auftragsbestand sei nicht so komfortabel, wie man meint. Dagegen spricht bei Lahontan Gold viel für einen steigenden Aktienkurs. Der Goldpreis liegt wieder über 4.600 USD. Damit scheint eine neue Rally beim Edelmetall zu starten. Perfektes Timing, um der Lahontan-Story Rückenwind zu geben. Denn das Unternehmen will im kommenden Jahr eine Mine bauen und Gold produzieren. Zuletzt konnte die Ressourcenschätzung um 22 % angehoben werden. Und was macht Evotec? Die Aktie liegt am Boden. Kann KI-Fantasie für neue Impulse sorgen?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Lahontan Gold: Ressourcenschätzung um 22 % angehoben
Gold ist mit einem Preis von über 4.600 USD ins Wochenende gegangen. Ein interessanter Explorer für die neue Goldrally ist Lahontan Gold. Der Explorer will schon im kommenden Jahr zum Goldproduzenten aufsteigen. Bis dahin können sich Anleger auf viel Newsflow freuen. So wie vergangene Woche. Da hat Lahontan Gold die Mineralressourcen seines Flaggschiffprojekts Santa Fe im US-Bundesstaat Nevada deutlich angehoben. Die Aktie reagierte bisher mit einem Anstieg von über 9 %. Doch bei einer Marktkapitalisierung von rund 170 Mio. CAD scheint es noch viel Luft nach oben zu geben.
Die aktualisierte Ressourcenschätzung weist nun 1,195 Mio. Unzen Goldäquivalent in der Kategorie „Indicated“ sowie weitere 1,190 Mio. Unzen in der Kategorie „Inferred“ aus. Gegenüber der Schätzung aus dem Jahr 2024 entspricht dies einem Zuwachs um insgesamt 435.000 Unzen beziehungsweise 22 %. Grundlage der neuen Berechnung sind 1.275 Bohrlöcher mit insgesamt 136.515 Bohrmetern.
Besonders stark entwickelte sich das eigentliche Santa-Fe-Vorkommen. Dort stiegen die Ressourcen um mehr als 26 %. Die angezeigten Ressourcen belaufen sich auf 31,15 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 0,99 g/t Goldäquivalent und insgesamt 993.000 Unzen. Hinzu kommen 41,60 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 0,71 g/t in der Kategorie „Inferred“ und damit weitere 954.000 Unzen. Gleichzeitig konnten auch die oberflächennahen Oxidressourcen bei Slab und York kräftig ausgebaut werden. Dort beträgt das Plus gegenüber 2024 mehr als 37 %.
Für weiteres Wachstumspotenzial sorgt, dass die Gold- und Silbermineralisierung laut Blockmodell über die bislang angenommenen konzeptionellen Grubengrenzen hinausreicht. Damit ergeben sich zusätzliche Bohrziele sowohl im Bereich der tieferen Sulfidmineralisierung bei Santa Fe als auch innerhalb des Slab-Calvada-York-Gebiets. Gerade die höhergradigen Sulfidressourcen könnten künftig eine wichtige Rolle spielen. Lahontan untersucht derzeit, ob sich diese durch ein vorgeschaltetes Oxidationsverfahren und anschließende Cyanidlaugung wirtschaftlich verarbeiten lassen.
Die neue Ressourcenschätzung bildet nun die Grundlage für eine aktualisierte frühe Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA). Dabei sollen sowohl ein kostengünstiger Tagebau mit Heap-Leach-Verarbeitung für die Oxidressourcen als auch eine mögliche zweite Produktionsphase für die Sulfidressourcen untersucht werden. Parallel laufen Planungen für Minendesign, Prozessschema und Genehmigungen. Lahontan sieht sich damit auf dem Weg vom Projektentwickler zum Betreiber und peilt weiterhin den Beginn der Bauarbeiten bei Santa Fe im Jahr 2027 an.
https://youtu.be/QGRV7IfTWec?si=GHVNPooFwSnStJ6n
Rheinmetall: Erwartungen ab 2028 zu hoch?
Bisher war es ein guter Sommer für die Aktie von Rheinmetall. Nach dem Absturz auf 900 EUR konnte sich das Wertpapier im Juli und August ordentlich erholen und schaffte zwischenzeitlich wieder den Sprung über die Marke von 1.200 EUR. Doch jetzt gießen Analysten Wasser ins Kursfeuerwerk.
mwb Research sieht Rheinmetall operativ weiterhin als klaren Gewinner des europäischen Rüstungsbooms. Doch die Erwartungen des Marktes ab 2028 seien zu ambitioniert. Der Auftragsbestand von 80,5 Mrd. EUR belege zwar die starke Nachfrage. Davon sollen jedoch nur 33,6 Mrd. EUR innerhalb der kommenden 2,5 Jahre in Umsatz umgewandelt werden, rund 90 % davon aus festen Aufträgen. Damit seien die Konsensschätzungen für 2026 und 2027 weitgehend abgesichert. Für 2028 öffne sich dagegen eine große Lücke. Von den erwarteten 25,4 Mrd. EUR Umsatz seien lediglich rund 9,6 % durch den heutigen festen Auftragsbestand gedeckt. Selbst unter Einbeziehung von Rahmenverträgen blieben laut mwb rund 77 % des erwarteten 2028er-Umsatzes noch ungesichert.
Aus Sicht der Analysten müsste Rheinmetall deshalb in kurzer Zeit außergewöhnlich viele neue Aufträge gewinnen und diese zugleich schnell in Umsatz umwandeln. Bei einer angenommenen jährlichen Backlog-Conversion von 30 % wären bis Ende 2028 neue Aufträge von rund 65 Mrd. EUR nötig, um die aktuelle Konsenserwartung zu erreichen. mwb hält das für ambitioniert. Hinzu komme, dass die zuletzt diskutierte deutsche Beschaffungsplanung für 2027 ausgerechnet bei Munition sowie Kampf- und Militärfahrzeugen teilweise niedrigere Ausgaben signalisiere. Besonders problematisch sei, dass nur Munition kurze Produktionszeiten habe, um noch spürbar zur Schließung der Umsatzlücke 2028 beizutragen. Neue Aufträge für gepanzerte Fahrzeuge würden bei längeren Vorlaufzeiten dagegen oft erst später umsatzwirksam.
Für die Jahre 2026 und 2027 ändert mwb daher nichts an seinen Schätzungen, bleibt ab 2028 aber bewusst unter dem Marktkonsens. Die Analysten trauen Rheinmetall im Jahr 2028 einen Umsatz von 22,6 Mrd. EUR zu. Das EBITDA soll dann bei 5,5 Mrd. EUR liegen und der Gewinn je Aktie bei 57,11 EUR. Nach Ansicht der Analysten preist die Aktie derzeit einen sehr reibungslosen Auftrags- und Produktionshochlauf ein und lässt damit wenig Spielraum für Verzögerungen. Das Kursziel bleibt bei 1.050 EUR, die Einstufung lautet weiterhin „Sell“.
Zu den Rheinmetall-Bullen gehört die RBC. Die Analysten sehen den fairen Wert der Aktie bei 1.600 EUR. Um das Wachstum des Konzerns weiter anzutreiben, trauen die Experten dem Rüstungskonzern die eine oder andere Übernahme zu.
Evotec: Bringt KI-Fantasie neue Impulse?
Nach den enttäuschenden Halbjahreszahlen liegt die Aktie von Evotec am Boden. Das Vertrauen gegenüber dem neuen Management ist angeschlagen und die Wachstumsfantasie fehlt. Kann die jüngste Meldung neue Impulse bringen?
Evotec und Odyssey Therapeutics haben eine strategische Forschungs- und Entwicklungskooperation im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen vereinbart. Dabei kombiniert Odyssey seine Expertise in der Krankheitsbiologie mit Evotecs datengetriebener Wirkstoffforschungsplattform, modernen Screening-Technologien, firmeneigenen Substanzbibliotheken und KI-gestützten Data-Science-Lösungen. Ziel ist es, für mehrere krankheitsrelevante Zielstrukturen neue Small-Molecule-Wirkstoffkandidaten schneller zu identifizieren und zu validieren. Hochdurchsatz-Experimente und maschinelles Lernen sollen dabei helfen, aussichtsreiche Wirkstoffserien effizienter zu finden und weiterzuentwickeln.
Evotec soll im Rahmen der Zusammenarbeit validierte Wirkstoffserien für mehrere Zielstrukturen bereitstellen und erhält dafür erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Die Kooperation passt zu Evotecs Strategie, ihre integrierten Forschungsplattformen in Krankheitsfeldern mit hohem medizinischem Bedarf einzusetzen und den frühen Entwicklungsprozess neuer Therapien durch die Verbindung experimenteller Verfahren und KI zu beschleunigen.
Fazit
Die jüngste Meldung mit etwas KI-Fantasie dürfte nicht ausreichen, um bei der Evotec-Aktie für ein Comeback zu sorgen. Ein Kauf der Aktie drängt sich nicht auf. Dagegen spricht bei Lahontan Gold viel für steigende Kurse. Gold scheint eine neue Rally zu starten. Genau in diesem positiven Umfeld erhöht das Unternehmen seine Ressource, arbeitet an der frühen Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) und will schon im kommenden Jahr die Mine bauen. Dafür erscheint die Aktie zu günstig. Die ganz große Kursfantasie gibt es bei Rheinmetall derzeit nicht. Die Analysten von mwb zeigen durchaus plausibel auf, warum es in den kommenden sechs bis 12 Monaten weitere Großaufträge braucht. Oder Rheinmetall übernimmt das eine oder andere Unternehmen.
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