Menü

19.03.2021 | 05:00

Bechtle, Revez, Deutsche Bank: Digital ist besser

  • Digitalisierung
Bildquelle: pixabay.com

Dass die Digitalisierung ein Trend ist, der bleibt, darüber besteht kein Zweifel. Die Experten der Fondsgesellschaft ClearBridge Investments haben aktuell bei Fintechs einen Boom ausgemacht. Die Pandemie führe dazu, dass viele innovative Lösungen Rückenwind erhalten und die Finanzbranche weiter umgekrempelt wird. „Die Aktien einiger neu börsennotierter, verbraucherorientierter Fintechs steigen rasant an – aufgrund des schnellen Wachstums und der starken Investorennachfrage, die wahrscheinlich zumindest teilweise durch die hohe Liquidität an den Kapitalmärkten und den Fokus der Investoren auf schnell wachsende Unternehmen begünstigt wird", so ein Analyst des Investmenthauses. Doch auch unter etablierten Titeln, die nicht aus der Finanzbranche stammen, gibt es Digitalisierungs-Chancen. Wir schauen uns drei Werte genauer an.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor


Bechtle: Digitalisierung Made in Germany

Wenn es um Digitalisierung geht, ist das Systemhaus Bechtle für viele der erste Ansprechpartner. Bechtle unterstützt sowohl Unternehmen als auch Behörden. Das klassische Systemhaus-Geschäft macht ungefähr zwei Drittel der Umsätze aus, der Rest entfällt auf den Großhandel von Hard- und Software mittels einer eigenen eCommerce-Plattform. Dass Bechtle seine Zahlen auch im letzten Jahr steigern konnte, liegt auf der Hand. Schließlich wurden im März 2020 innerhalb von Tagen Remote-Lösungen nötig und viele Mitarbeiter mussten mit mobilen Endgeräten ausgestattet werden.

Auch wenn die Aktie auf Sicht von einem Jahr um rund 80% zulegen konnte, ist seit einiger Zeit Sand im Getriebe: Innerhalb der letzten drei Monate büßte der Wert rund 10% ein. Zuletzt steuerte das Unternehmen mit Kurskosmetik gegen und verteilte großzügige Geschenke an die Aktionäre. Das Unternehmen verteilt je Anteilsschein zwei Gratis-Aktien und erhöht darüber hinaus die Dividende. Dadurch wird die Aktie optisch günstiger und auch die Liquidität sollte zunehmen. Bechtle bleibt ein interessantes Unternehmen und ist vor allem in der DACH-Region stark. In den letzten Jahren ist das Unternehmen beständig gewachsen. Ein Hype-Titel ist Bechtle allerdings nicht.

Revez: Hohe Margen, spannende Geschäftsfelder, niedrige Bewertung

Mehr Zutaten, um an der Börse eine rasante Kursrally auszulösen, bietet die Investment-Story von Revez. Das Unternehmen aus Singapur bietet unter anderem interaktive Multimedia- und Kommunikationslösungen. Wie die Pandemie gezeigt hat, lassen sich viele geschäftliche Treffen auch virtuell durchführen. Zwar dürfte es nach der Rückkehr zur Normalität einen Trend hin zu Präsenzveranstaltungen geben, doch bleiben virtuelle Lösungen eine Alternative. Das regelmäßige Zoom-Meeting gehört heute für viele Menschen bereits dazu und ist alltäglich geworden. Von dieser Entwicklung dürfte Revez profitieren. Das Unternehmen steigerte seine Umsätze zuletzt beständig zweistellig und bietet eine Bruttomarge von fast 60%. Neben internationalen Kunden wie Microsoft oder PayPal, arbeitet Revez auch für öffentliche Auftraggeber oder digitalisiert beispielweise das Angebot von Museen.

Während der Pandemie werden letztere Angebote von Nutzern bereits gerne angenommen. Bislang agiert Revez ausschließlich in Asien und bietet die Geschäftsbereiche Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT), Deep Tech in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Internet der Dinge (IOT), Industrieautomation, Cybersicherheit und MICE-Support. Innerhalb der Geschäftsbereiche, die von Tochter-Unternehmen geführt werden, forciert Revez Synergien und Skalen-Effekte. Langfristig ist auch eine Expansion über Asien hinaus denkbar. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 25 Mio. EUR ist Revez ein aussichtsreicher Smallcap, der von Markt noch nicht entdeckt wurde. Die Umsätze und auch das Betätigungsfeld stimmen. Der Wert ist interessant.

Deutsche Bank: Rückschläge weiter möglich

Interessant ist auch die Aktie der Deutschen Bank – nur leider gilt das schon seit rund einem Jahr. Die einstige Vorzeigebank mauserte sich in den vergangenen Jahren zu einem kleinen, aber feinen Institut. Vor allem im Investmentbanking lief es schnell wieder rund. Dieses Geschäft ist zwar zyklisch, aber hochprofitabel. Da die Kurse steigen und auch Deals zwischen Unternehmen wieder zunehmen, sieht es auch für die Deutsche Bank rosig aus. Auch vom SPAC-Boom, bei dem beispielsweise Fintechs in Börsenhüllen eingebracht werden, profitieren die Frankfurter – dass die Deutsche Bank schon früh einen Fokus auf das Investmentbanking gelegt hat, zahlt sich jetzt zusätzlich aus.

Im aktuellen Marktumfeld spricht auch wenig dagegen, dass die jüngste Entwicklung anhält. Für Privatanleger, die sich allerdings jetzt erst mit der Aktie beschäftigen, könnten die Kurse bereits etwas zu weit gelaufen sein. Hier gilt es, innerhalb der nächsten Tage Ruhe zu bewahren und schwache Tage zum Einstieg zu nutzen. Die Aktie steht langfristig gesehen noch immer am Anfang ihrer Aufhol-Bewegung. Rückschläge sind da nicht ausgeschlossen – Anleger sollten diese clever nutzen.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von Nico Popp vom 14.04.2021 | 05:15

SAP, Wallstreet:Online, Bitcoin Group: Wo Digitalisierung Wachstum schafft

  • Digitalisierung

Dass die Digitalisierung noch längst nicht abgeschlossen ist, zeigt der Blick in deutsche Amtsstuben, Arztpraxen oder auch Schulen. Die Pandemie legt aktuell schonungslos offen, woran es hakt. Abläufe sind noch immer zu komplex, von Medienbrüchen gekennzeichnet und Daten können nicht effizient ausgetauscht werden. Unternehmen, die digitale Lösungen anbieten und schon heute Erfahrungen mit der Digitalisierung gemacht haben, können die Nutznießer von morgen sein. Wir stellen drei Aktien vor.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 08.04.2021 | 05:15

PayPal, Aspermont, ProSiebenSat.1: Digitale Medien sorgen für Wachstum

  • Digitalisierung

Digitale Geschäftsmodelle haben zahlreiche Vorteile. Prozesse lassen sich besser optimieren und das Geschäft leichter skalieren. Während analoge Geschäftsmodelle schnell mehr Mitarbeiter benötigen und letztlich kompliziert werden, treten solche Probleme bei digitalen Geschäftsmodellen kaum auf. Ob Paypal 100.000 Zahlungen in der Stunde ausführt oder 150.000, ist nahezu egal. Kommen Kapazitäten an ihre Grenzen, wird einfach dazu gekauft – auch hier ist digital einfach besser. Wir stellen Unternehmen vor, die entweder bestehende Branchen umgekrempelt haben oder aber dank digitaler Geschäftsmodelle so richtig durchstarten.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 15.02.2021 | 05:15

SAP, Revez, IBM: Wo Digitalisierung Werte schafft

  • Digitalisierung

Wer heute in Digitalisierung investieren will, der findet an der Börse selten die großen Wachstumschancen. Viele innovative Unternehmen öffnen sich lediglich Risikokapitalgebern und entwickeln ihre bahnbrechenden Produkte abseits der großen Handelsplätze. Sind die Unternehmen erfolgreich, stehen große Multis bereit und machen ein Übernahmeangebot. Nicht selten geht die revolutionäre Technologie dann in Milliardenkonzernen auf – und auch ein wenig unter. Wo sich Investments in IT heute noch lohnen und wo Anleger vorsichtig sein sollten, erklären wir an den Beispielen von SAP, Revez und IBM.

Zum Kommentar