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18.05.2022 | 06:00

Dicke Prozente dank Plattform-Ansatz: Amazon.com, Defence Therapeutics, Nordex

  • Plattform
Bildquelle: pixabay.com

Ein zentrales Prinzip der Plattform-Ökonomie ist es, verschiedene Nutzergruppen zusammenzubringen und so Synergien zu schaffen. Was sich etwas trocken anhört, wird vor allem aus Investoren-Sicht schnell interessant. Etwa dann, wenn verschiedene Auto-Modelle auf ein und derselben Plattform aufsetzen oder gleich mehrere Krankheiten dank ein und derselben Technologie effektiv bekämpft werden können. Das Besondere für Investoren: Wenn diese Synergien zum Tragen kommen und es gelingt ein Geschäft zu skalieren, sind hohe Renditen möglich. Wir nennen drei Aktien als Beispiel.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

Inhaltsverzeichnis:


    Amazon: Dieser Gigant wankt nie

    Das Geschäft von Amazon ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Als Buchversand gestartet, ist Amazon längst ein weltweites Imperium. Als Gründer Jeff Bezos vor Jahrzehnten darüber nachdachte, wie er im E-Commerce möglichst schnell einen Fuß in die Tür bekommen könnte, dachte er an Bücher. Bücher werden nicht schlecht und haben alle mehr oder weniger dasselbe Format, was Verpackung und Versand einfach macht. Längst ist Amazon viel weiter und verkauft heute alles. Das Unternehmen stellt seine Logistik und die Webseite Drittanbietern zur Verfügung. Diese konkurrieren auf der Amazon-Plattform und bezahlen sogar dafür, prominent platziert zu werden – aus einem einfachen Geschäftsmodell sind vielfältige Optionen geworden.

    Vor einigen Jahren begann Amazon damit, eigene Tech-Gadgets auf den Markt zu werfen. Streaming-Boxen fürs TV, Tablets und sogar Smartphones gab es von Amazon. Später kam die smarte Assistentin Alexa dazu. Der Kauf im Amazon-Universum ist mit diesen Gadgets selbstverständlich besonders einfach. Auch der Abo-Dienst Prime verführt Kunden dazu, am besten alles über die Dienste von Amazon abzuwickeln. Heute ist das Unternehmen ein Handels-Riese mit großer Tech-Macht. Viele weitere Geschäftsmodelle sind im Amazon-Universum denkbar. Trotz Verlusten von rund 20% sollten Anleger die Aktie im Hinterkopf haben. Kaufdruck besteht aber nicht.

    Defence Therapeutics: Viele Eisen im Feuer – CEO stellt sich Ihren Fragen

    Was bei Amazon die Webseite und die Logistik-Infrastruktur ist, ist bei Defence Therapeutics die Accum™-Technologie. Das Biotech-Unternehmen entwickelt Impfstoffe und fokussiert sich auch auf die Behandlung von Krankheiten. Inzwischen zählen zahlreiche Patente zum immateriellen Vermögen des Unternehmens. Accum™ ist ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das herkömmliche Wirkstoffe in betroffene Zellen schleusen kann. Dieser zielgerichtete Einsatz sorgt dafür, dass die nötige Dosis sinken kann, das wiederum kann potenziell die Wahrscheinlichkeit für eine Zulassung von Wirkstoffen erhöhen. Genau in diesem Bereich wird deutlich, wieso die Accum™-Technologie auch mit einem Multi-Tool vergleichbar ist: Einerseits treibt Defence Therapeutics die Entwicklung von Impfstoffen gegen Humane Papillomviren (HPV) und Covid-19 voran und will womöglich schon Ende 2022 entsprechende Studien lancieren. Andererseits kann Accum™ bestehende Wirkstoffe verstärken und damit potenziell nutzbar machen.

    Im Interview machte Dr. Moutih Rafei, Direktor und VP für Forschung und Entwicklung bei Defence Therapeutics deutlich, dass die Technologie auch anderen Unternehmen offenstehen könnte: „Nahezu jedes Pharmaunternehmen arbeitet an ADCs – Genentech, Roche, AstraZeneca und viele andere. Vor allem in Deutschland ist man womöglich mit der Geschichte von Curevac vertraut, deren Covid-19-Impfstoff aufgrund von Problemen mit der Dosierung leider nicht erfolgreich war. Alle diese Unternehmen sind potenzielle Partner für uns, gerade deshalb, weil wir Probleme mit Dosierungen effektiv und ohne unerwünschte Neben-Effekte lösen können", so Rafei. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, Accum™ einerseits als Wirkstoffverstärker und gleichzeitig als effektives Medikament einzusetzen, da der Stoff bei zielgerichteter Anwendung als äußerst toxisch gilt. Die Einsatzbereiche von Defence Therapeutics und seiner Technologie sind vielfältig und stecken voller möglicher Synergie-Effekte. Das kann Potenzial für Überraschungen bieten. Auch Kooperationen, die dem Unternehmen Kapital zuführen, sind denkbar. Am morgigen Donnerstag präsentiert Dr. Moutih Rafei,
    Lead Scientist, VP R&D, Director von Defence-Therapeutics um 15:20 Uhr sein Unternehmen
    im Rahmen des International Investment Forum (IIF) auf Zoom. Die Teilnahme ist kostenfrei, auch Fragen sind möglich. Interessierte Anleger sollten diese Veranstaltung für einen Deep-Dive nutzen.

    Nordex: Sentiment hui, Marge pfui

    Dass es gerade jetzt auf eine gründliche Due Diligence ankommt, zeigt die Aktie von Nordex – das Papier hat trotz Energiekrise und Klimawende in den letzten drei Monaten rund 17,7% verloren. Schon im vergangenen Jahr zeigte das Recherche-Portal researchanalyst.com, woran es bei Nordex hapert: die Marge stimmt nicht. Hohe Rohstoffkosten und auch der immer teurer werdende Transport machen Nordex das Leben schwer. Und das, obwohl der Windanlagenbauer aus Rostock mit seiner Delta-4000-Plattform schon rechtzeitig hat gegensteuern wollen. Inzwischen ist der Anteil von Delta 4000 am Neugeschäft bereits groß. Weitere positive Impulse sind fraglich. Das spiegelt sich im Kurs wider. Nordex ist grün, nachhaltig und leider für Anleger uninteressant.


    Die genannten Beispiele zeigen es: Plattform ist nicht gleich Plattform. Während das Geschäft bei Amazon bereits weit entwickelt ist und die Aktie im Sog des Gesamtmarkts einige Prozent verlieren kann, ohne wirklich in Bedrängnis zu kommen, hat die neue Plattform Delta 4000 bei Nordex nicht für Jubelstimmung gesorgt. Was konkret in einigen Jahren aus Defence Therapeutics wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. Sicher ist aber, dass die Einsatzbereiche vielfältig sind und Accum™ sogar das Zeug hat, Einkommensströme zu generieren. In einer Marktphase, in der Wachstum an der Börse nicht teuer ist, sollten Anleger ihre Hausaufgaben machen und recherchieren – etwa am Donnerstag beim IIF, wo neben Defence noch 14 weitere spannende Unternehmen zugegen sind. Kostenfrei und per Zoom.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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