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19.04.2022 | 05:40

Heißer als Krypto: K+S, Nevada Copper, Shell

  • Knappheit
Bildquelle: pixabay.com

Während eine moderate Inflation als annehmbare Begleiterscheinung eines Aufschwungs gilt, sind Inflationsraten jenseits der Marken von 7 oder gar 8% Gift für die Wirtschaft. Erste Branchenverbände aus der Bauwirtschaft rechnen damit, dass der Wohnungsbau 2023 deutlich einbricht. Beispiele sind etwa der Verband der bayerischen Wohnungswirtschaft (vdw). Demnach schätzen rund 86% der Wohnungsbaugenossenschaften und sozial-orientierten Bauträger die Aussichten für den Neubau als „schlecht" oder „sehr schlecht" ein. Die Gründe liegen in rasant steigenden Preisen für Baustoffe, die eine Kalkulation erschweren. Einige Handwerksbetriebe würden demnach Aufträge, die zeitlich in weiter Ferne liegen, nicht mehr annehmen, um keine Risiken einzugehen. Auch die Zero-Covid-Strategie Chinas sorge immer wieder für Probleme. Wir stellen drei Unternehmen vor, die auch 2023 liefern können.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , Shell PLC | GB00BP6MXD84

Inhaltsverzeichnis:


    K+S: Dünger gefragter als Bitcoin

    Der Düngemittelproduzent K+S ist aktuell im Aufwind. Der Krieg in der Ukraine hat dazu geführt, dass Weizen zunehmend knapp ist. Auch Sonnenblumenöl ist gefragt wie nie. Auch wenn die Verteilungskämpfe in deutschen Discountern eher das Resultat von Panik und Gier sind, hellt sich das Umfeld für alle Unternehmen rund um die Düngemittelproduktion auf. Um Knappheit zu verhindern, müssen Landwirte die Erträge steigern. Am besten gelingt das mit potentem Saatgut und ausreichend Dünger. K+S konnte seine Gewinnprognose kürzlich deutlich steigern. Statt wie bisher 1,9 Mrd. EUR rechnet K+S inzwischen mit einem EBITDA von 2,3 bis 2,6 Mrd. EUR. Der Grund: Düngemittel ist noch teurer geworden als die Energie, die man aufwenden muss, um Dünger herzustellen.

    Die Aktie von K+S startet schon seit Monaten durch und zeichnet aktuell ein Chartbild, das an einen Krypto-Wert im Jahr 2020 erinnert. Innerhalb von nur einem Jahr ging es für die Aktie um 322% nach oben. Aktuell handelt die Aktie bei 35 EUR und nimmt Kurs auf langfristige Chartmarken jenseits von 40 EUR. Damals lag die Inflation deutlich tiefer und die Eurokrise hielt die Welt in Atem. Trotz des Momentums rund um K+S sollten Anleger bedenken, dass der Konzern seine aktualisierte Gewinnschätzung unter der Voraussetzung aufgestellt hat, dass es nicht zu einer Gasknappheit kommt. Mit schwarzen Schwänen müssen Anleger in diesen Zeiten aber rechnen. K+S ist eine Aktie, die man schon im Depot haben sollte. Ein Einstieg bietet sich nur für erfahrene Anleger an.

    Nevada Copper: Rekord-Produktion zur rechten Zeit

    Eher einen Sinn für Timing und Geduld brauchen Anleger dagegen bei Nevada Copper. Der Kupfer-Produzent aus dem gleichnamigen US-Bundesstaat fährt in diesen Monaten seine Pumpkin Hollow Untergrundmine hoch und erwartet, dort künftig im Jahr 77 Mio. Pfund Kupfer zu produzieren. Gleich nebenan befindet sich das gleichnamige Tagebauprojekt, das bereits genehmigt ist und zu dem eine vorläufige Machbarkeitsstudie vorliegt. Hier sollen weitere 200 Mio. Pfund Kupfer folgen. Obendrauf gibt es bei Nevada Copper vier Explorationsprojekte. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Kupfer-Distrikt zu etablieren und die US-Industrie unabhängiger von Importen zu machen. Damit trifft Nevada Copper einen Trend.

    Mit im Boot sind als Finanzierungspartner die deutsche KfW-Bank sowie die Anker-Aktionäre Solway und Mercuria, die jeweils 10,4% am Unternehmen halten und sich erst vor einigen Monaten für ein Engagement entschieden haben. Erst kürzlich vermeldete das Nevada Copper zudem eine Rekord-Produktion und sieht sich weiter auf Kurs: "Wir freuen uns über die Fortschritte, die bei Pumpkin Hollow in der Untertagemine, im Tagebauprojekt und bei den Explorationsinitiativen erzielt werden", sagte Randy Buffington, CEO und President von Nevada Copper. "Das Team hat eine bemerkenswerte Arbeit geleistet, um den Hochlauf in den Schlüsselbereichen Erschließung, Abbau und Verarbeitung sicher voranzutreiben. Wir freuen uns darauf, diese Fortschritte auf dem Weg zu einer stabilen Produktion planmäßig im Laufe dieses Jahres fortzusetzen." Die Aktie dümpelt seit Monaten mit fallender Tendenz seitwärts. Anleger mit einem Faible für derartige Projekte sollten den Titel nicht außer Acht lassen. Hier könnte schnell Potenzial entstehen.

    Shell: Für alle Eventualitäten gewappnet

    Dass Unternehmen wie Shell aktuell gut im Rennen sind, liegt auf der Hand. Die Energiepreise explodieren. Hinzu kommt, dass Regierungen hektisch versuchen, regenerative Energiequellen möglichst schnell auf die Straße zu bringen. Shell hat sich schon früh auch auf Windparks spezialisiert und kann sich jetzt ganz entspannt zurücklehnen, was Regierungen entscheiden. Egal ob fossile Energie aus anderen Quellen oder Windkraft -- der Konzern ist gut positioniert. Die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten mehr als 20% zugelegt und ist auch langfristig im Aufwärtstrend. Um 30 EUR könnte die Rally aber vorerst ihr Ende finden. Dort fand die Aktie vor der Pandemie ihr Zwischenhoch.


    Die Aktie ist aber dennoch nicht uninteressant, schließlich gibt es aktuell auch noch mehr als 3% Dividendenrendite. Sowohl in der Energiebranche, als auch bei Dünger und Kupfer, dürften die Gewinne für alle Unternehmen sprudeln, die liefern können. Besonderes Wachstumspotenzial könnte der Junior-Produzent Nevada Copper mit sich bringen -- schließlich steigen die Förderquoten erst nach und nach an und es ist noch Unsicherheit eingepreist.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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