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28.12.2023 | 06:05

Morphosys mit 50 % Risiko? BioNTech und Defence Therapeutics Aktie mit positiven Nachrichten

  • Biotech
  • Wachstum
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Bildquelle: BASF SE

Wird sich die Aktie von Morphosys halbieren? Dies halten Analysten für möglich, dabei gehört das deutsche Biotech-Urgestein im laufenden Jahr zu den Gewinnern im Sektor. Insgesamt gehörten Biotech-Aktien in 2023 nicht zu den Anlegerlieblingen. Immerhin gibt die angekündigte Milliardenübernahme von Karuna Therapeutics durch Bristol-Myers Squibb dem Sektor Hoffnung auf eine bessere Entwicklung in 2024. Heute stehen bei uns drei Unternehmen mit unterschiedlichsten Größen im Fokus: neben Morphosys auch Defence Therapeutics. Das Biotech-Unternehmen mit Fokus auf Immunonkologie schließt das Jahr mit einer weiteren positiven Meldung ab. So hat die FDA grünes Licht für den Studienbeginn im kommenden Jahr gegeben, mit der man einen Milliardenmarkt erschließen könnte. Gleich mehrere positive News gibt es von BioNTech. Auch hier hat die FDA sich positiv geäußert und man hat einen Etappensieg gegen CureVac eingefahren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

Inhaltsverzeichnis:


    Defence Therapeutics: Milliardenmarkt im Fokus

    Aktionäre von Defence Therapeutics können sich auf ein spannendes Jahr 2024 freuen. Denn kurz vor Weihnachten hat das Biotech-Unternehmen mit Fokus auf Immunonkologie die Freigabe der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur Durchführung einer klinischen Phase I-Studie des neuen Arzneimittels AccuTOX® erhalten. Dabei handelt es sich um ein injizierbares Antikrebs-Molekül zur Behandlung solider Tumore und eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Accum®-Moleküls. Gemäß Data Bridge Market Research hatte der Markt zur Bekämpfung von soliden Tumoren im Jahr 2021 ein Volumen von rund 210 Mrd. USD. Bis 2029 wird ein deutlich zweistelliges Wachstum prognostiziert und das Volumen würde auf über 900 Mrd. USD hochschießen.

    Bei präklinischen Tests mit T-Zell-Lymphomen, Melanomen oder Brustkrebs überzeugte AccuTOX® bereits mit einem eingeschränkten Tumorwachstum und vollständige Reaktionen in 70 % der Behandlungen. Sébastien Plouffe, Präsident und CEO von Defence Therapeutics: "Wir sind sehr stolz und begeistert und freuen uns auf den Beginn der Phase I-Studie. Das Ziel dieser Studie ist es, eine unserer Leitsubstanzen und aussichtsreichsten therapeutischen Kandidaten für die Behandlung von soliden Tumoren zum Nutzen der Krebspatienten zu testen. Defence kommt jetzt in die klinische Phase."

    BioNTech: Positive Nachrichten zum Jahresende

    Bei BioNTech gab es allein in den vergangenen Tagen gleich mehrere positive Meldungen. So hat das Bundespatentgericht im Patentstreit mit CureVac im Sinne von BioNTech entschieden. Allerdings hat CureVac Berufung angekündigt und das Urteil betrifft auch nur eines von acht Schutzrechten. Daher hatte die Nachricht auch wenig Wirkung auf die Aktie.

    Wichtiger sind die operativen Meldungen des führenden deutschen Biotech-Unternehmens. Wie bei Defence Therapeutics gibt es auch hier positive Nachrichten der FDA. So hat die US-amerikanischen Arzneimittelbehörde dem BioNTech-Wirkstoff BNT323/DB-1303 den Status eines Therapiedurchbruchs für die Behandlung von fortgeschrittenem Endometriumkarzinom bei Patientinnen erteilt, die während oder nach einer Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren fortgeschritten sind. BNT323/DB-1303 ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat der nächsten Generation, das auf ein Zelloberflächenprotein in einer Reihe von Tumorarten abzielt. Die Entscheidung der FDA basiert auf ermutigenden ersten Daten aus einer Phase-1/2-Studie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterkrebs.

    Prof. Özlem Türeci, CMO und Mitbegründerin von BioNTech: „Der Status "Breakthrough Therapy" für BNT323/DB-1303 zeigt das Potenzial unseres ADC-Kandidaten, die aktuellen Herausforderungen bei der Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-exprimierendem Endometriumkarzinom zu meistern, die unter mehreren systemischen Therapielinien fortgeschritten sind. Die Überlebensraten dieser Patientinnen sind nach wie vor niedrig, und der medizinische Bedarf an neuen und wirksameren Behandlungen ist nach wie vor hoch." Endometrium- oder Gebärmutterkrebs ist weltweit die zweithäufigste gynäkologische Krebserkrankung mit über 400.000 Fällen pro Jahr – Tendenz leider steigend. Während lokalisierte frühe Krankheitsstadien durch eine Operation geheilt werden können, beträgt die Fünfjahresüberlebensrate für Patientinnen mit fortgeschrittener, metastasierter oder rezidivierender Erkrankung nur 18,4 %.

    Wenige Tage vor der FDA-Meldung hatte BioNTech über die Einweihung eines neuen Standorts in Ruanda berichtet. Sie fand anlässlich des Aufbaus der ersten Produktionseinheit namens BioNTainer statt. Die Einrichtung ist Teil der Anstrengung von BioNTech, ein umfangreiches Impfstoff-Ökosystem in Afrika aufzubauen. Neben der Herstellung von Impfstoffen sollen künftig vor Ort auch Forschung und Entwicklung, klinische Studien und die Ausbildung von Fachpersonal stattfinden.

    Morphosys: Kann sich der Aktienkurs halbieren?

    Ein Highlight im Biotech-Sektor war im laufenden Jahr die Aktie von Morphosys. Das Wertpapier des deutschen Biotech-Urgesteins hat sich im laufenden Jahr mehr als verdoppelt und notiert über 32 EUR. Dabei gab es erst im November einen Einbruch von rund 31 EUR auf 16 EUR. Dieser Rücksetzer wurde jedoch innerhalb weniger Wochen wieder aufgeholt. Grund für den zwischenzeitlichen Kurseinbruch waren vorläufige Studiendaten zum Hoffnungsträger Pelabresib.

    Kürzlich wurde dann die gesamte Phase-3-Studie des Wirkstoffes gegen Myelofibrose veröffentlicht. Myelofibrose ist durch eine vergrößerte Milz, Anämie, Knochenmarkfibrose und krankheitsbedingte Symptome gekennzeichnet. Morphosys teilte mit, dass alle Merkmale durch die Kombination von Pelabresib und Ruxolitinib im Vergleich zu Placebo plus Ruxolitinib, der Standardtherapie bei Myelofibrose, verbessert wurden. Signifikante Verbesserungen bei beiden wichtigen sekundären Endpunkten wurden mit der Pelabresib-Kombination bei Patienten mit mittlerem Risiko beobachtet, die über 90 % der MANIFEST-2-Population ausmachen. Zwei Tage nach den Ergebnissen kündigte Morphosys eine Kapitalerhöhung um 10 % an. Diese wurde erfolgreich umgesetzt und spülte dem Unternehmen rund 100 Mio. EUR in die Kasse.

    Analysten bleiben jedoch skeptisch. Goldman Sachs hält es sogar für möglich, dass sich der Aktienkurs fast halbieren wird. Ihr Kursziel liegt bei 17,50 EUR. Die Bewertung wurde entsprechend der höheren Aktienzahl und den zu erwarteten Verlusten in den kommenden Jahren angepasst. Auch das Kursziel der Deutschen Bank liegt mit 25 EUR ein ganzes Stück über dem aktuellen Kursniveau. Immerhin sei positiv, dass Morphosys durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung für die kommenden Jahre erst mal durchfinanziert sein dürfte.


    Defence Therapeutics ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 100 Mio. CAD das kleinste der besprochenen Unternehmen. Nachdem man 2023 konsequent an der spannenden Pipeline gearbeitet hat, sollte es mit einem anhaltend positiven Newsflow auch wieder bei der Aktie aufwärtsgehen. Zudem ist das Unternehmen durchaus ein Übernahmekandidat. Dies gilt schon aufgrund der Aktionärsstruktur nicht für BioNTech. Dafür ist das Unternehmen mit seiner gut gefüllten Kasse immer wieder selbst als Übernehmer aktiv. Morphosys ist immer für eine Überraschung gut – im positiven und negativen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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