Menü

13.01.2021 | 13:17

NEL, dynaCERT, K+S: Wo Analysten 280% Potenzial sehen

  • ESG
Bildquelle: pixabay.com

Innovative Technologie bringt Anlegern Rendite. Bestes Beispiel ist die Aktie des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten NEL. In den vergangenen zwölf Monaten legte der Wert um mehr als 250% zu. Der Grund: Die Mobilitätswende ist im Gange und Wasserstoff wird von vielen Experten als das nächste große Ding gesehen. Damit Wasserstoff allerdings produziert, gelagert und verteilt werden kann, sind Milliarden-Investitionen nötig – und genau darauf spekulieren Aktionäre von NEL. Doch wachsen die Bäume an der Börse nicht in den Himmel. Jeder Trend ist einmal vorüber. Bei NEL wurden Pessimisten in den vergangenen Wochen allerdings oft auf den falschen Fuß erwischt. Kaum zeigte der Chart ein Warnsignal an und der Kurs zögerte einen Augenblick, preschte die Aktie wieder vor und markierte ein neues Hoch. Die wie lang geht das so weiter?

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA26780A1084 , NO0010081235 , DE000KSAG888



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor


NEL: Analysten kommen nicht mehr mit

Blickt man auf die Meinung von Analysten rund um NEL, so fällt ein gemischtes Bild auf. Weniger als die Hälfte der Experten empfahlen den Wert im Dezember zum Kauf. Einige Kursziele dieser Kaufempfehlungen sind inzwischen bereits erreicht worden. Die Diskrepanz zwischen Analysten-Meinung und Börsenkurs ist kein Wunder. NEL wird 2021 nur rund 100 Mio. EUR Umsatz machen – ist aber zugleich mit über vier Mrd. EUR bewertet. Angesichts des anhaltenden Höhenflugs sollten Anleger bei NEL vorsichtig sein. Zwar ist an der Börse alles möglich – aber auch das Gegenteil. Vorsicht schadet daher nicht.

dynaCERT als „Top Pick 2021“: Haywood sieht 280% Kurspotenzial

Ein ebenfalls spannendes Unternehmen, dessen Aktienkurs noch keine Rekord-Rally hinter sich hat und zuletzt von einem Analystenhaus mit einem hohen Kurspotenzial geadelt wurde, ist dynaCERT. Die Kanadier bieten einerseits ein patentiertes Elektrolysesystem auf Wasserstoff-Basis, das dazu geeignet ist, Spritverbrauch und Emissionen bei großen Diesel-Motoren um bis zu 19% zu senken. In der Vergangenheit schloss dynaCERT bereits einige Verträge mit Gemeinden in Nordamerika ab und half diesen dabei, ihre Städte sauber zu halten und Busse oder andere Geräte umzurüsten. Das zweite Geschäftsfeld umfasst Telematik-Software. So können Kunden von dynaCERT ihre CO2-Ersparnis messen und erhalten sogar Emissionsrechte.

Erst gestern veröffentlichten die Analysten von Haywood Capital Markets eine Liste mit ihren Top-Picks für 2021. Mit dabei in der Kategorie Nachhaltigkeit: dynaCERT mit einem Kursziel von 2,20 CAD. Gestern schloss die Aktie bei 0,58 CAD. Daraus ergibt sich laut Haywood Capital Markets ein Kurspotenzial von knapp 280%. Die Analysten loben das synergistische Geschäftsmodell von dynaCERT mit der Kombination aus Elektrolysesystemen und Telematik-Software und sehen in der Aktie Nachholpotenzial. Zuletzt seien einige Aktienoptionen vom Markt gekommen, was den Kurs in den vergangenen Monaten etwas belastet habe. Weiterhin rechnet Haywood vor, dass dynaCERTs Technologie im Minensektor Anwendung finden könnte. Mit Elektrolysesystemen und Software ausgestattet, ließen sich bei schwerem Gerät mit Spritkosten von 100.000 CAD im Jahr die Anschaffungskosten von 6.000 CAD direkt amortisieren. Bereits in der Vergangenheit hatten die Analysten von GBC Research dem Unternehmen ebenfalls Kurspotenzial bis 2,20 CAD attestiert – im Vergleich zu Aktien wie NEL (4,5 Mrd. EUR), Plug Power (25,3 Mrd. EUR) oder Everfuel (1,3 Mrd. EUR) beträgt die Marktkapitalisierung bei den Kanadiern nur rund 138 Mio. EUR.

K+S: Turnaround mit angezogener Handbremse

Eine Aktie, die in den vergangenen Tagen ebenfalls erhöhte Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, ist der Düngemittelspezialist K+S. Nach Jahren des Niedergangs gelang dem Unternehmen mit dem Verkauf seines US-Geschäfts operativ der Befreiungsschlag. Auch charttechnisch macht der Wert inzwischen etwas her. Blickt man auf Sicht von drei Jahren auf die Aktie, erkennt man, dass sich das Papier aus seinem Abwärtstrend befreit. Noch ist allerdings nicht klar, dass der Wert sofort auf die Erfolgsspur zurückfindet. Analysten sind noch immer nicht überzeugt. Zuletzt bewerteten die Analysten von JPMorgan K+S mit „untergewichten“ und riefen ein Kursziel von 7,60 EUR aus – das ist deutlich unter dem aktuellen Kurs von 9,77 EUR.

Nach dem jahrelangen Abwärtstrend dauert es ein wenig, bis die Idee vom Turnaround auch wirklich am Markt angekommen ist. Hinzu kommt, dass Analysten, die sich auf harte Fakten verlassen, bei Turnaround-Stories immer ein weniger hinter der Entwicklung zurückliegen. Anders ist das bei Werten, in denen Potenzial schlummert, welches am Markt aber bislang noch nicht zur Gänze wahrgenommen wird, wie etwa bei dynaCERT. Hier nehmen Analysten oft Entwicklungen vorweg, die der Markt so noch nicht erkannt hat. Es liegt am Anleger, zu erkennen, wie mit Analystenstimmen umzugehen ist.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von Mario Hose vom 04.08.2021 | 12:46

SYZYGY, UniDevice, USU Software - Berichtssaison und ESG im Fokus

  • ESG
  • Nachhaltigkeit

Das zweite Quartal 2021 liegt zurück und die Unternehmen öffnen ihre Bücher. Mit Spannung werden die Kennzahlen des abgelaufenen Zeitraums und der Ausblick erwartet. In einem Marktumfeld, bei dem Investoren immer häufiger auch ESG-Aktivitäten vor einem Engagement bewerten, gewinnen diese gesellschaftlich relevanten Themen an Bedeutung. Kleine Unternehmen sehen neben steigenden Kosten aber auch Chancen, um nachhaltig vom ESG-Trend zu profitieren.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 09.02.2021 | 06:09

Siemens, Almonty, Rheinmetall: Klassische Branchen im ESG-Check

  • ESG

Wenn es um medizinische Anwendungen, besonders korrosionsfestes Metall oder aber bestimmte panzerbrechende Munition geht, führt am chemischen Element Wolfram kein Weg vorbei. Wir stellen drei Unternehmen vor, die direkt oder indirekt mit dem Metall zu tun haben und deren Aktien aktuell auch aus ESG-Gesichtspunkten einen Blick wert sind.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 03.12.2020 | 22:06

Barrick Gold, Newlox Gold, PNE Wind: Dieser Rückenwind ist nachhaltig

  • ESG

In den vergangenen Jahren hatten Investoren von Barrick Gold mehr Interesse an hohen Goldgehalten und aussichtsreichen Projekten – und natürlich dem steigenden Goldpreis. Doch dass nachhaltiges Wirtschaften und Rendite in der Minenindustrie durchaus Hand in Hand gehen können, zeigt auch Branchenprimus Barrick Gold. Der größte Goldproduzent der Welt hat sich nachhaltiges Handeln seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben und verfolgt ein ESG-Konzept. Dabei kommt es Barrick in erster Linie darauf an, Mitarbeiter und Anwohner der von Minen-Projekten ins Boot zu holen und zu unterstützen. Dieser Stakeholder-Ansatz soll einerseits direkte Unterstützung für alle an Arbeitsprozessen beteiligten Personen bieten und andererseits dafür sorgen, dass das Unternehmen potenzielle Konflikte früh erkennen kann. In der Vergangenheit waren beispielsweise Streiks und auch unkontrollierte Arbeitsniederlegungen häufige Probleme bei Minengesellschaften. Pflegt ein Unternehmen allerdings einen fairen Umgang mit Arbeitnehmern und hat ein offenes Ohr, kann dieses Risiko reduziert werden –gerade bei produzierenden Unternehmen kann das schnell große Summen sparen und sich schnell auszahlen.

Zum Kommentar