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14.06.2021 | 05:00

NEL, dynaCERT, Volkswagen: Investment-Ideen von konservativ bis spekulativ

  • Mobilität
Bildquelle: dynaCERT Inc.

Die Autobranche ist wieder in Bewegung! Vor allem Premiumhersteller freuen sich über ein gutes Geschäft. Obwohl der Trend hin zu Elektroautos geht, gibt es doch gerade bei Lastwagen und anderen Maschinen Alternativen: In den vergangenen Monaten wurden Wasserstoff-Titel medial auf ein Podest gehoben. Doch die Technologie ist trotz ihrer guten Perspektive noch nicht so weit. Wir erklären, welche Formen der Mobilität es gibt und wie Anleger investieren können.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA26780A1084 , NO0010081235 , DE0007664039



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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NEL: Nicht hoffen, sondern handeln

Die Aktie von NEL war über Monate einer der Lieblinge der Anleger. Das Unternehmen stellt Wasserstoff her und kümmert sich um dessen Transport und Lagerung. An der Börse kam die Story des norwegischen Unternehmens, das auch einige Beteiligungen im Wasserstoff-Bereich hält, lange gut an. Noch Anfang Januar notierte eine Aktie deutlich über 3 EUR. Und heute? Der Wert wirkt ausgebombt und nimmt Kurs auf das Jahrestief vom Oktober 2020. Der ganze Hype ist an der Börse bereits vorbei. Doch wie geht es jetzt mit NEL weiter?

Das Unternehmen ist gut positioniert, doch zeigt sich inzwischen, dass es im Wasserstoff-Sektor viel Konkurrenz gibt. Auch mischen zunehmend große Konzerne mit. In den vergangenen Wochen hat das dazu geführt, dass NEL einige Aufträge, die bereits als sicher galten, doch nicht bekommen hat. Da das Unternehmen noch immer mit rund 2,4 Mrd. EUR bewertet ist, die Umsätze aber denkbar niedrig und echte Gewinne in weiter Ferne sind, müssen sich NEL-Aktionäre die Frage gefallen lassen, wieso sie heute noch investiert sind. Die Wasserstoff-Technologie bietet sich vor allem für Schiffe, schwere Maschinen oder Lastwagen an, doch dürfte es noch lange dauern, bis etwa Wasserstoff-LKW in großer Zahl über unsere Autobahnen rollen. Bis dahin steht der Branche eine Konsolidierungswelle bevor. Privatanleger sollten nicht auf bessere Zeiten hoffen – die Erfahrung hat gezeigt, dass das in der Regel nur noch teurer wird.

dynaCERT: Schlägt jetzt die Stunde der Übergangs-Technologie?

Während NEL an der Börse über einige Monate der Liebling war, steht dynaCERT gefühlt seit langer Zeit in den Startlöchern. Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, mit der sich bestehende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor umrüsten lassen. Das Ergebnis: Bis zu 19% weniger CO2-Emissionen und Kraftstoffverbrauch. dynaCERT bietet sogar eine Software an, mit der sich die Einsparung ausweisen lässt. Hier wird es vor allem für Unternehmen interessant: Eingespartes CO2 lässt sich in entsprechende Zertifikate ummünzen, die Unternehmen entweder nutzen oder aber verkaufen können. Auch auf das grüne Image zahlt es ein, wenn man eingesparte Klimagase ausweisen kann.

Die patentierte Hydragen™-Technologie nutzt Wasserstoff, um Diesel-Motoren effizienter zu machen und lässt sich einfach nachrüsten. In der Vergangenheit haben bereits einige Kommunen die Technologie eingesetzt, etwa im öffentlichen Personennahverkehr. So können bestehende Fahrzeuge auch weiter genutzt werden – auch das ist eine Form der Nachhaltigkeit. Gerade im Zusammenhang mit dem oftmals wenig nachhaltigen Abbau kritischer Metalle für die Elektromobilität besetzt dynaCERT eine interessante Nische. Vor allem bei Großfahrzeugen, bei denen sich die noch nicht ausgereifte Wasserstoff-Technologie anbietet, kann die Lösung von dynaCERT für eine nachhaltige Technologiewende sorgen. Die Aktie handelt in der Nähe des Mehr-Jahres-Tiefs und war in der Vergangenheit immer wieder für Kurssprünge gut.

Volkswagen bleibt auf Kurs

Voller Geigen hängt dagegen der Himmel für Aktionäre von Volkswagen. Das Unternehmen scheint die Mobilitätswende offensiv anzugehen: Neben der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte will Volkswagen auch bei Batterien und den dazu nötigen Rohstoffen mitmischen. Das kommt an der Börse sehr gut an: Die Aktie legte im vergangenen Jahr allein um 60% zu. Dem Markt gefällt die neue Ausrichtung. Bei Volkswagen kommt hinzu, dass das Unternehmen über starke Marken und eingespielte Geschäftsbeziehungen verfügt. Nach dem Strategieschwenk traut man dem Unternehmen zu, auch in Zukunft eine starke Rolle zu spielen. Vor allem in China hat Volkswagen einen guten Ruf. Das Land ist der wichtigste Absatzmarkt für Automobile.

Für Anleger ist Volkswagen nach dem mutigen Schritt auch weiterhin eine solide Aktie. Die Bäume dürften beim Konzern aus Wolfsburg aber nicht in den Himmel wachsen. Eine gute Rolle im Depot kann der Wert aber weiter spielen – auch wegen der Dividende. Bei NEL sollten Anleger dagegen sehr vorsichtig sein. Die Konkurrenz ist groß und die Luft an der Börse raus. Fast ein Alleinstellungsmerkmal hat dagegen dynaCERT. Gelingt hier der Markteintritt erfolgreich und kann das Unternehmen große Aufträge vermelden, dürfte auch die Aktie vor einer Neubewertung stehen. Das Papier muss bis dahin aber als hochspekulativ gelten. Die Übergangstechnologie, gepaart mit Software zur Analyse der Kraftstoffersparnis und zur Erhebung weiterer Daten, ist aber ein spannendes Feld. Anleger haben rund um Lösungsanbieter für Mobilität zahlreiche Optionen und können sowohl konservativ als auch spekulativ investieren.


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