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17.09.2021 | 05:00

NEL, dynaCERT, Volkswagen: Wo Wasserstoff noch nicht abgeschrieben ist

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Wird Wasserstoff zum Klimaretter im Eigenheim? Oder revolutioniert Wasserstoff die Antriebstechnologie von Schiffen und LKW? Auch wenn Wasserstoff in den vergangenen Monaten ein wenig seiner Fantasie eingebüßt hat, so steht der Energieträger doch noch immer auf der Agenda vieler Tüftler und Ingenieure. Wir stellen drei Unternehmen vor, die – mal mehr und mal weniger – mit Wasserstoff zu tun haben.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    NEL: Hält die Marke von 1,30 EUR?

    Einer der Pioniere rund um Wasserstoff ist die norwegische NEL. Immer wenn Wasserstoff hergestellt, gelagert, transportiert oder verteilt werden soll, kommt NEL ins Spiel . Doch aktuell sieht es gar nicht danach aus, als bräuchten wir ein weit gefächertes Wasserstoff-Tankstellen-Netz. Der Grund: Autohersteller haben sich für Elektroautos mit Batterie und gegen die Brennstoffzelle entschieden. Lediglich bei Lastwagen gibt es noch immer handfeste Wasserstoff-Pläne. Doch dafür reichen Wasserstoff-Tankstellen entlang der Autobahnen und in Industriegebieten. Ist die Wasserstoff-Fantasie rund um NEL also komplett verflogen?

    An der Börse kämpft die Aktie seit Monaten immer wieder mit der Marke von 1,30 EUR. Bislang ist der Wert an diesem Punkt mehrere Male nach oben abgeprallt. Doch wie sieht es aktuell aus? Auch wenn Wasserstoff in den Planungen der Politik und auch bei einigen LKW-Herstellern, wie etwa Daimler, noch immer eine Rolle spielt, ist die Fantasie an der Börse verflogen. Da zugleich auch der Gesamtmarkt schwächelt und Chinas Immobilienmarkt angesichts der Probleme des Immobilienunternehmens Evergrande immer mehr auch als globaler Risikofaktor gesehen wird, stehen die Vorzeichen für Wachstums-Investments aktuell schlecht. Für den gefallenen Engel NEL gilt das umso mehr.

    dynaCERT: Die nächsten Wochen werden spannend

    Auf den ersten Blick versprüht auch die Aktie von dynaCERT wenig Fantasie: Der Kurs bröckelt seit Monaten und der große Durchbruch für die HydraGEN-Technologie ist bislang ausgeblieben. Doch im Gegensatz zu NEL kann HydraGEN schon heute in zahlreichen Fahrzeugen zum Einsatz kommen und wirkt sich direkt positiv auf die Umweltbilanz aus. Bei der patentierten Technologie von dynaCERT geht es um Umrüst-Kits für Dieselmotoren. Konkret wird dem klassischen Verbrennprozess im Motor dabei bedarfsgerecht Wasserstoff zugefügt. Gerade bei teuren Maschinen oder LKW kann sich die HydraGEN-Technologie auszahlen.

    Da dynaCERT zugleich eine Telematik-Software anbietet, die das eingesparte CO2 ausweisen kann , können Unternehmen und Fuhrparks dank dynaCERT einen grüneren Fußabdruck hinterlassen, als bisher. In einer Zeit, in der ESG-Kriterien an Bedeutung gewinnen und selbst Finanzierungsbedingungen an Nachhaltigkeit geknüpft sind, kann das Engagement Sinn machen. Ende des Monats findet die Hauptversammlung von dynaCERT statt. Es ist gut möglich, dass das Unternehmen im Rahmen der Veranstaltung auch einen Ausblick geben wird. Angesichts der nachgewiesenermaßen effektiven Technologie, die zudem zum Zeitgeist passt, sollten Anleger die Aktie von dynaCERT nicht abschreiben. Der Wert notiert fast auf Drei-Jahres-Tief und könnte für Schnäppchenjäger interessant sein.

    Volkswagen: Von Sorgenkind zum Hoffnungsträger

    Nichts für Schnäppchenjäger ist Volkswagen – das gilt für die Autos und die Aktie. Gerade die Stromer aus Wolfsburg sind noch immer nicht wirklich konkurrenzfähig zu Verbrennern. Doch das klare Bekenntnis des Konzerns zur Elektromobilität war trotzdem der richtige Schritt. Es hat den Anschein, als hätte VW dadurch binnen weniger Wochen ein grüneres Image erhalten – angesichts der Vorgeschichte ist das bemerkenswert. Auch die Börse preiste bei VW binnen Wochen mehr Zukunftsfantasie ein. Die Vorzüge handeln aktuell so tief, wie seit März nicht mehr. Die Dividendenrendite von rund 3,7% ist ordentlich.


    Auch wenn die Aktie von VW kein Überflieger mehr wird, so stimmen doch Ausschüttung und Perspektive. Deutlich schlechter sieht es dagegen bei NEL aus. Hier muss zunächst die Marke von 1,30 EUR halten , darunter kann es ungemütlich werden. Einen Boden gefunden scheint aktuell die Aktie von dynaCERT zu haben. Das Unternehmen hat eine vielversprechende Technologie , kann seine PS aber bisher nicht auf die Straße bringen. Anleger hoffen, dass sich noch rund um die Hauptversammlung etwas tut.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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