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01.11.2021 | 05:00

Royal Dutch Shell, Sierra Grande Minerals, K+S: 4,1% Inflation – so steuern Anleger gegen

  • Inflation
Bildquelle: pixabay.com

Die Teuerung in der Eurozone kletterte im Oktober auf einen neuen Rekord – bei 4,1% kann man getrost von Inflation sprechen. Zugleich zeigt sich die Europäische Zentralbank (EZB) weiter abwartend. Obwohl die Märkte eine Zinsanhebung im Euroraum einpreisen, gehen Analysten und auch die EZB davon aus, dass diese Erwartungen verfrüht sind. Angesichts der stotternden Erholung der Wirtschaft, könnte es aus Sicht der Notenbank Sinn machen, den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik noch ein wenig heraus zu zögern – mit allen Risiken…

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: Sierra Grande Minerals | CA82631L1085 , ROYAL DUTCH SHELL B EO-07 | GB00B03MM408 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Shell: Gut, aber es gibt Besseres

Bislang gehen EZB-Chefin Christine Lagarde und Co. davon aus, dass die Teuerung nur vorübergehend ist. Die noch immer stotternden Lieferketten und das geringere Angebot an Energie könnten für diesen temporären Effekt gesorgt haben, so die Optimisten. Doch Inflation kann sich selbst nähren. Wenn Menschen angesichts steigender Preise Anschaffungen vorziehen, steigen die Preise immer weiter. Bei Immobilien oder auch Dienstleistungen, wie etwa dem Handwerk, ist ein solcher Effekt bereits jetzt zu spüren. Für Öl-Unternehmen, wie etwa Shell, ist die aktuelle inflationäre Episode ein gutes Marktumfeld – schließlich steigen die Margen.

Die Aktien von Shell und anderen Öl-Multis sind nach Ansicht vieler Experten, wie etwa dem Chef-Anlagestrategen der Deutschen Bank, Ulrich Stephan, noch immer moderat bewertet – gerade in Europa. Shell legte innerhalb der vergangenen drei Monate dennoch um rund 20% zu. Das Unternehmen investiert auch in regenerative Energie und zeigt sich nach außen betont „grün". Das liegt auch an einem Urteil, das der Konzern vor einiger Zeit einstecken musste, das das Unternehmen dazu verdonnerte, schneller klimaneutral zu werden, als geplant. Blickt man im langfristigen Verlauf auf den Chart , hat auch Shell noch Potenzial. Anleger sollten den politischen Gegenwind für fossile Brennstoffe aber nicht außer Acht lassen. Bei kleineren Unternehmen aus dem Ölsektor, gibt es möglicherweise noch größere Chancen.

Sierra Grande Minerals: 3 Projekte, weniger als 5 Mio. EUR Bewertung

Ein kleines Unternehmen mit vielfältigen Chancen ist auch Sierra Grande Minerals. Dabei geht es allerdings nicht um Öl, sondern um Gold, Silber, Molybdän und Kupfer in Nevada. Das Unternehmen entwickelt drei Projekte innerhalb der Rohstoff-Gürtel Getchel-Comstock-Trend und Walker Lane. Unweit befinden sich auch der bekannte Carlin-Trend sowie zahlreiche Minen rund um Gold und Kupfer. Sierra Grande entwickelt alle seine Projekte in einem frühen Stadium. Das bedeutet, dass bereits ab kleinen Investitionen wichtige Vorarbeiten geleistet werden können, um Hinweise auf Rohstoff-Vorkommen und möglicherweise gar deren ökonomische Förderung erhalten zu können. Aktuell ist die Aktie von Sierra Grande Minerals mit weniger als 5 Mio. EUR bewertet – die Vorschusslorbeeren des Marktes auf die drei Projekte sind also eher gering.

Dabei konnte Sierra Grande Minerals bereits Ergebnisse von mehr als 500 geochemischen Bodenproben vermelden, die Auffälligkeiten hinsichtlich Kupfer, Molybdän, und Silber auf der Liegenschaft B&C Springs gezeigt haben. Die nächsten Schritte umfassen weitere Explorationsarbeiten. Der Pfad, auf dem Sierra Grande wandelt, ist klar: Je deutlicher das Potenzial der Liegenschaften wird, desto eher dürfte auch der Aktienkurs zulegen. Die aktuelle Frühphase ist aus Sicht von Anlegern zwar äußerst spekulativ, doch würden erfolgreiche Explorationsarbeiten die Aktie schnell in andere Sphären heben. Auch eine krisenhafte Entwicklung rund um Inflation oder Verwerfungen des Finanzsystems könnten Rückenwind für die Aktie bedeuten. Das Papier ist ein hochspekulativer Versicherungsschein gegen Krisen, den erfahrene Anleger ihrem Portfolio beimischen können.

K+S: Rückschläge bleiben möglich

Wie am Schnürchen läuft auch die Aktie von K+S. Der Düngemittel-Spezialist ist seit jeher eine gute Wahl, wenn die Preise steigen. Schon während der Inflations-Angst nach der großen Finanzkrise gehörte K+S zu den Überfliegern. Danach ging es für das Unternehmen bergab: Das Salzgeschäft in den USA lähmte das Unternehmen. Erst der Verkauf im vergangenen Jahr gab K+S Spielraum. Inzwischen hat sich auch die Finanzsituation entspannt und das inflationäre Marktumfeld spielt dem Unternehmen in die Karten . Anleger sollten aber bedenken, dass die Aktie bereits stark gestiegen ist und K+S alles andere als eine solide Bilanz hat. Rückschläge sind jederzeit möglich.


Anleger, die mit Bluechips von der aktuellen Situation profitieren möchten, sollten Ölkonzerne, wie etwa Shell, vorziehen. Bei K+S gibt es noch immer einige Fragezeichen. Hinzu kommt, dass Agrarrohstoffe an den Märkten noch kein großes Thema sind. Wer bereit für Investments in Nebenwerte ist, kann sich auch Sierra Grande Minerals näher ansehen. Hier besteht die Chance, drei Rohstoff-Projekte von Anfang an zu begleiten – mit allen Chancen, aber auch Risiken.


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