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04.11.2026 | 05:31

Überraschung bei NEL! SFC Energy stark! dynaCERT vor Kommerzialisierung!

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Bildquelle: ChatGPT KI generiert

Überraschung bei NEL - CEO Håkon Volldal wird abgelöst. Seine Bilanz nach vier Jahren fällt sehr überschaubar aus. Ob sein Nachfolger die Trendwende beim Wasserstoffspezialisten schaffen kann, bleibt abzuwarten. Mit großen Vorschusslorbeeren kommt der neue CEO jedenfalls nicht. Stark entwickelt sich hingegen SFC Energy. Das Unternehmen hat die Kommerzialisierung seiner Technologie geschafft. Nach starken vorläufigen Zahlen erhöhen Analysten ihr Kursziel und raten zum Kauf. Auf dem Weg zur Kommerzialisierung ist dynaCERT. Mit seinen Nachrüstgeräten für Dieselmotoren profitiert das Unternehmen von den hohen Energiepreisen. Denn Kunden können Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß reduzieren. Im Interview blickt der CEO optimistisch in die Zukunft.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: dynaCERT Inc | CA26780A1084 , Nel ASA | NO0010081235 , SFC Energy AG | DE0007568578

Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT: Der Brückenbauer

    Im Interview mit Lyndsay Malchuk vom International Investment Forum (IIF) hat dynaCERT-CEO Kevin Unrath die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende erläutert. Nachhaltige Technologien könnten sich langfristig nur durchsetzen, wenn sie für Unternehmen auch finanziell attraktiv seien. Genau hier setze dynaCERT mit seiner HydraGEN-Technologie zur Nachrüstung bestehender Dieselmotoren an. Die Systeme sollen den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen senken, ohne dass Unternehmen ihre vorhandenen Fahrzeuge oder Maschinen ersetzen müssen. Unrath betonte, dass die Dekarbonisierung nicht in einem einzigen Schritt erfolgen könne. Vielmehr müssten Unternehmen ihre bestehenden Anlagen heute effizienter betreiben, bis sie in Zukunft auf emissionsärmere Technologien umsteigen. dynaCERT verstehe sich daher als Brückentechnologie, die bereits heute ökologische und wirtschaftliche Vorteile ermöglichen soll. Und diese Brücke könnte lang sein, denn Unrath geht davon aus, dass die Übergangsphase hin zu vollständig dekarbonisierten Antrieben in bestimmten Industrien und Regionen noch 10, 20 oder sogar 30 Jahre dauern könnte. 

    Marktpotenzial sieht Unrath insbesondere bei Lkw-Flotten, industriellen Maschinen, Hafenkränen und Anlagen zur Stromerzeugung. Viele Unternehmen hätten erhebliche Summen in ihre Ausrüstung investiert und müssten diese noch über Jahre oder Jahrzehnte nutzen. Die Nachrüstsysteme von dynaCERT sollen hier mit vergleichsweise geringem Aufwand Verbesserungen ermöglichen und sich je nach Einsatzgebiet innerhalb kurzer Zeit amortisieren. Für den Weg von erfolgreichen Pilotprojekten zu größeren Kundenaufträgen sei entscheidend, die tatsächlichen Effizienzgewinne unter realen Betriebsbedingungen nachzuweisen. Daran arbeite dynaCERT derzeit mit Pilotprojekten in verschiedenen Ländern. Unrath verwies unter anderem auf seine jüngsten Besuche in Kolumbien und Vietnam.  

    Für die Zukunft fordert Unrath die stärkere Zusammenarbeit zwischen Technologieanbietern, Industrieunternehmen und Flottenbetreibern. Statt unterschiedliche Dekarbonisierungslösungen gegeneinander auszuspielen, müssten diese entsprechend den jeweiligen Einsatzbedingungen kombiniert werden. 

    Zum Interview:

    YouTube-Video ansehen

     

    SFC Energy: Besser als erwartet

    Während dynaCERT derzeit am kommerziellen Durchbruch arbeitet, ist SFC Energy dieser bereits gelungen. Nach den überraschend starken vorläufigen Neunmonatszahlen haben die Analysten von First Berlin ihre Kaufempfehlung für die SFC-Aktie bestätigt. Das Kursziel liegt bei 31 EUR. Derzeit notiert das Wertpapier zwischen 17 EUR und 18 EUR. Anfang des Jahres lag der Kurs unter 13 EUR.  

    SFC Energy hat in den ersten neun Monaten 132,8 Mio. EUR umgesetzt und damit 29 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA hat sich auf 33,7 Mio. EUR mehr als verdreifacht. Das bereinigte EBIT legte sogar von 5 Mio. EUR auf 25,7 Mio. EUR zu. Besonders stark entwickelte sich das dritte Quartal. Erstmals überschritt der Quartalsumsatz die Marke von 50 Mio. EUR und lag damit 73 % über dem Vorjahreswert. Das bereinigte EBITDA erreichte 15,3 Mio. EUR nach lediglich 2,3 Mio. EUR im Vorjahresquartal.

    Wesentlicher Wachstumstreiber war das margenstarke Verteidigungsgeschäft. Insbesondere die Auslieferung eines Großauftrags aus der Ukraine im Volumen von 43 Mio. EUR trug zum Ergebnissprung bei. Hinzu kamen eine verbesserte Bruttomarge im Segment Clean Power Management und bislang geringere Kosten für das laufende ERP-Projekt. Aufgrund der starken Entwicklung hat SFC Energy seine Ergebnisprognose für 2026 erneut angehoben. Das Unternehmen erwartet nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 36 Mio. und 38 Mio. EUR statt bisher 31,5 Mio. bis 34 Mio. EUR. Die Prognose für das bereinigte EBIT wurde von 21,5 Mio. bis 25,5 Mio. EUR auf 25,5 Mio. bis 27,5 Mio. EUR erhöht. 

    First Berlin erwartet, dass SFC Energy 2026 ein Rekordjahr erzielen wird und das profitable Wachstum anschließend fortsetzt. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren die Analysten einen Umsatz von 174,3 Mio. EUR und einen Nettogewinn von 15,8 Mio. EUR. Im Jahr 2027 sollen die Erlöse auf 192 Mio. EUR und der Jahresüberschuss auf 17,6 Mio. EUR steigen. Für 2028 rechnen sie bereits mit einem Umsatz von 215,8 Mio. EUR und einem Nettogewinn von 20,7 Mio. EUR. 

    Nel ASA: Neuer Chef soll es richten

    Bis zu stark steigenden Gewinnen ist es für Nel noch ein weiter Weg. Auf diesem Weg soll die Norweger ein neuer Chef führen. Morten Holum wird neuer Vorstandsvorsitzender und löst Håkon Volldal ab, der das Unternehmen schon Ende Oktober 2026 verlassen hat. Holum soll sein Amt spätestens am 1. Mai 2027 antreten. Bis dahin übernimmt der bisherige Finanzvorstand Kjell Christian Bjørnsen die Unternehmensführung. Neuer Finanzchef auf Interimsbasis wird Torbjørn Berg. 

    Der neue Nel-Chef übernimmt keine leichte Aufgabe. Sein Vorgänger Håkon Volldal konnte die hohen Erwartungen an den norwegischen Wasserstoffspezialisten nicht erfüllen. Während seiner gut vierjährigen Amtszeit verlor die Aktie mehr als 80 % ihres Wertes. Zwar verdoppelte sich der Umsatz zunächst nahezu, doch seit 2025 befindet sich das Unternehmen wieder auf Schrumpfkurs. Auch im dritten Quartal 2026 brachen die Erlöse um 63 % ein. Nel schreibt weiterhin rote Zahlen und muss seine Kosten senken. 

    Ob Morten Holum die Trendwende bei Nel schaffen kann, bleibt abzuwarten. Mit großen Vorschusslorbeeren kommt der neue CEO jedenfalls nicht. Bei seinem bisherigen Arbeitgeber Hexagon Purus konnte er zwar zunächst ein kräftiges Umsatzwachstum vorweisen, doch inzwischen steckt der Wasserstoffspezialist tief in der Krise. Im Jahr 2025 brachen die Erlöse ein, die Verluste stiegen und die Aktie hat in den vergangenen Jahren massiv an Wert verloren. Zwar leidet die gesamte Wasserstoffbranche unter einer schwachen Nachfrage, doch eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung sieht anders aus. 

    Nel selbst verweist auf positive Perspektiven. Der Führungswechsel erfolge in einer Phase, in der man neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen will. Zuletzt konnte das Unternehmen wichtige Aufträge von Collins Aerospace und einem führenden US-Technologiekonzern gewinnen. Zudem sieht Nel im Verteidigungssektor zunehmend Potenzial. Darauf deutet auch die jüngst angekündigte Zusammenarbeit mit Rheinmetall hin. Holum soll die bestehenden Kundenbeziehungen ausbauen und die Vermarktung der Wasserstofftechnologien beschleunigen. 

    Fazit

    SFC Energy hat einen Lauf. Die operative Entwicklung ist sehr dynamisch und die Aktie scheint weiter Luft nach oben zu haben. Sollte dynaCERT aus den zahlreichen Pilotprojekten den einen oder anderen Großauftrag gewinnen, hat die Aktie das Potenzial für eine Neubewertung. Mit Blick auf die aktuellen Energiepreise erscheint dies plausibel. Bei Nel drängt sich auch durch den Chefwechsel kein Kauf der Aktie auf. Dafür sind die Probleme zu groß. 


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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