17.08.2026 | 05:30
Allzeithoch nicht genug? TKMS-Aktie nicht zu bremsen! Wann starten DroneShield und Volatus Aerospace wieder durch?
Fast 50 % Kursplus innerhalb weniger Wochen. TKMS schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle und Analysten trauen der Aktie noch mehr zu. Der Konzern steht exemplarisch für das Comeback klassischer Rüstungsaktien in den vergangenen Wochen. Dagegen tun sich viele Drohnen-Plays weiterhin schwer. Eigentlich eine verkehrte Welt, denn kaum jemand dürfte bestreiten, dass Drohnen und deren Abwehr nicht nur in aktuellen Kriegsgebieten eine immer wichtigere Rolle spielen. Entsprechend groß dürfte der Investitionsbedarf bei Streitkräften und Sicherheitsbehörden in den kommenden Jahren bleiben. Wann starten also Unternehmen wie Volatus Aerospace und DroneShield wieder durch?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Fabian Lorenz
ISIN:
TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Fabian Lorenz
Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.
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Volatus Aerospace: Starkes zweites Halbjahr zu erwarten
Mit Volatus Aerospace können Anleger vom Wachstum im militärischen und zivilen Drohnenmarkt profitieren. Das kanadische Unternehmen ist Partner der NATO und befindet sich im Wandel vom klassischen Flugdienstleister hin zu einer integrierten Aerospace- und Defence-Plattform mit einem wachsenden Anteil wiederkehrender Softwareerlöse. Ein wichtiger Baustein ist SKYDRA, ein SaaS-Mietmodell für die Planung und Koordination von Drohnenabwehr-Einsätzen, das nach Unternehmensangaben attraktive Margen von rund 35 % ermöglicht. Gleichzeitig baut Volatus mit dem V-Cortex-AI-Flugcontroller und eigenen Autonomielösungen sein Technologieportfolio aus. Der Aufbau der Technologie und der Produktionskapazitäten kostet zunächst Geld. So stiegen die operativen Aufwendungen im ersten Halbjahr 2026 um 48 % auf 17 Mio. CAD.
Die Investitionen sollten sich schon bald auszahlen. Beim Umsatz blieb das zweite Quartal 2026 mit 8,4 Mio. CAD noch hinter dem Vorjahreswert zurück. Hauptgrund war jedoch eine zeitliche Verschiebung. Ein Defence-Auftrag mit einem erwarteten Umsatzbeitrag von rund 2,6 Mio. CAD konnte aufgrund von Lieferkettenproblemen nicht mehr im Quartal abgeschlossen werden und soll vollständig im weiteren Jahresverlauf ausgeliefert werden. Gleichzeitig zeigen die sequenziellen Wachstumsraten eine klare Belebung. Gegenüber dem ersten Quartal legten die Equipment-Umsätze um 38 % und die Serviceerlöse um 59 % zu.
Für den weiteren Wachstumskurs hat Volatus inzwischen die infrastrukturelle und finanzielle Basis geschaffen. Im Juni wurde am Flughafen Montreal-Mirabel eine große Produktions- und Systemintegrationsanlage eröffnet, die nach Unternehmensangaben auf einen Jahresumsatz von bis zu 250 Mio. CAD ausgelegt ist. Gleichzeitig verfügte Volatus Ende Juni über liquide Mittel von 59,2 Mio. CAD. Zum Wachstum sollte künftig auch das Geschäft in den USA beitragen. Volatus wurde in die nächste Phase des US-amerikanischen Drone Dominance Program aufgenommen. Und gerade im Drohnenbereich müssen die USA nach den bitteren Erfahrungen im Iran massiv investieren und haben bereits angekündigt, dies zu tun.
Vor diesem Hintergrund kann es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Volatus-Aktie wieder durchstartet. Sie notiert derzeit im Tradegate-Handel bei rund 0,32 EUR. Im März waren es auch schon über 0,80 EUR. Dabei ist das Unternehmen heute strategisch deutlich weiter als damals.
https://youtu.be/F4ajDCojMRo?si=XNXoEHVhjc9cyVRW
DroneShield: Liefert Drohnenabwehrtechnik nach Europa
Während Volatus ein spannendes Drohnen-Play ist, ist bei DroneShield die Drohnenabwehr der Investmentcase. Die Aktie steht derzeit ebenfalls nicht im Fokus von Anlegern. Die Performance im laufenden Jahr liegt bei -40 %. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 1,8 Mrd. AUD.
Die Australier haben zuletzt zwei neue Aufträge für fahrzeugmontierte Drohnenabwehrsysteme im Gesamtwert von 23,2 Mio. AUD erhalten. Auftraggeber ist ein europäischer Militärkunde, die Abwicklung erfolgt über den Benelux-Vertriebspartner COBBS BELUX. Die Verträge umfassen Hardware, Software-Abonnements, Garantien und Dienstleistungen. Die Auslieferungen sollen im Laufe des Jahres 2026 erfolgen. Rund 21 Mio. AUD sollen noch 2026 als zugesagter Umsatz erfasst werden, der Rest entfällt auf wiederkehrende Erlöse in späteren Perioden.
Insgesamt setzt DroneShield seinen starken Wachstumskurs fort. Für das erste Halbjahr 2026 meldete das Unternehmen vorläufige Umsätze von 125,8 Mio. AUD und damit 74 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge sank allerdings von 65 % auf rund 60 %, unter anderem aufgrund des Produktmixes, durch Währungseffekte und Wertberichtigungen auf Rohmaterialien. Für das Gesamtjahr erwartet DroneShield nun einen Umsatz von 250 bis 270 Mio. AUD.
Parallel treibt DroneShield seine technologische Entwicklung voran und hat mit RfAI-3 die dritte Generation seiner eigenen Funkfrequenz-Intelligence-Plattform vorgestellt. Die Software soll nicht nur bekannte Drohnensignaturen erkennen, sondern durch breitbandige Spektrumanalyse auch bislang unbekannte Emissionen identifizieren und neue Signaturen erzeugen. Damit reagiert das Unternehmen auf zunehmend softwaredefinierte und schnell veränderbare Funktechnologien bei Drohnen.
TKMS-Aktie: Allzeithoch noch nicht genug?
Während Anleger bei Volatus und DroneShield auf eine Rückkehr zu alten Höchstkursen spekulieren können, hat die TKMS-Aktie bereits ein Comeback gefeiert. Innerhalb weniger Wochen schoss das Wertpapier um fast 50 % nach oben und notiert auf einem neuen Allzeithoch. Am Freitag ging die Aktie mit 104 EUR ins Wochenende. Die Analysten von Bernstein trauen dem Wertpapier des Marineschiffbauers sogar 125 EUR zu. Sie stuften TKMS in der vergangenen Woche von "Market-Perform" auf "Outperform". Grund sind das volle Auftragsbuch und damit ein gut einzuschätzendes mittelfristiges Wachstum.
Und das Auftragsbuch dürfte sich weiter füllen. Denn sollten die laufenden Vertragsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, würde der kanadische Auftrag über bis zu zwölf U-Boote zum größten Einzelauftrag in der Geschichte von TKMS. Und es gibt kaum noch Zweifel an der Auftragserteilung. Zuletzt hat TKMS gemeinsam mit Vertretern aus Deutschland, Norwegen und Kanada sowie KONGSBERG und Multiconsult in Kiel das erste gemeinsame Planungsevent für das 212CD-U-Boot-Programm durchgeführt. Das viertägige Treffen fand nur wenige Wochen nach der Auswahl von TKMS als Preferred Supplier für das Canadian Patrol Submarine Project statt und markiert den operativen Start der multilateralen Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt standen die Planung der nächsten Programmphasen, der Aufbau gemeinsamer Arbeitsstrukturen und die Vorbereitung der anstehenden Vertragsverhandlungen.
Mit einem möglichen Beitritt Kanadas würde sich das 212CD-Programm zu einer multinationalen NATO-Kooperation zwischen Deutschland, Norwegen und Kanada entwickeln. Die Partner wollen damit die Interoperabilität ihrer Seestreitkräfte erhöhen, Synergien über den gesamten Lebenszyklus der U-Boote nutzen und die maritime Sicherheit insbesondere im Nordatlantik und in der Arktis stärken. In den kommenden Wochen sollen die Vereinbarungen weiter konkretisiert und die nächsten Schritte der Programmumsetzung vorbereitet werden.
Fazit
TKMS schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Schiffsbau auch sehr komplex ist. Fehler in der Planung oder Produktion können Margen schnell vernichten. Die TKMS-Aktie ist ein Beispiel dafür, wie schnell sich das Sentiment bei Aktien wieder ändern kann. Eine starke Rally erscheint bei Volatus Aerospace jederzeit möglich. Von den riesigen mittelfristigen Chancen ganz zu schweigen. DroneShield bleibt bei der Drohnenabwehr das Basisinvestment. Die Aktie ist allerdings auch nach dem Kursrutsch kein Schnäppchen.
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