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16.07.2026 | 05:15

Almonty mit 100 % Kurspotenzial! Abstufung und Absturz bei Renk und der OHB Aktie!

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Bildquelle: ki

Rund 100 % Kurspotenzial sehen Analysten bei der Aktie von Almonty Industries. Nach einem Gespräch mit dem CEO erhöhen sie die Schätzungen und das Kursziel auf 33 USD. Das KGV für 2027 liegt unter 10. Dabei ist man bei den Annahmen konservativ. Bei Renk sind Analysten weniger zuversichtlich. Zwar soll der Getriebehersteller ordentlich wachsen, aber die Bewertung ist nicht günstig und der Wechsel von Panzern zu Drohnen könnte perspektivisch zum Problem werden. Daher wird die Renk-Aktie abgestuft. Von einem Absturz kann man bei der Aktie von OHB sprechen. Innerhalb von rund zwei Monaten ging es um über 50 % in den Keller. Nach der Kapitalerhöhung sollte wieder die operative Entwicklung des Raumfahrtkonzerns in den Fokus rücken.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , OHB SE O.N. | DE0005936124 , RENK AG O.N. | DE000RENK730

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Analysten erhöhen Schätzungen und Kursziel

    D.A. Davidson bleibt bei Almonty Industries bullisch und bestätigt die Kaufempfehlung. Das Kursziel wird von 25 USD auf 33 USD angehoben. Derzeit notiert die Aktie des führenden westlichen Wolframproduzenten zwischen 15 USD und 16 USD. Damit sehen die Analysten ein Kurspotenzial von rund 100 %. Nach einem Investorengespräch mit CEO Lewis Black sehen die Analysten ihre Investmentthese gestärkt. Positiv hervorgehoben werden die Fortschritte beim Hochlauf der Sangdong-Mine in Südkorea, eine erwartete stärkere Einbindung der US-Regierung, die solide Bilanz sowie die Rekordpreise für Wolfram. Gleichzeitig verweist D.A. Davidson auf die strukturell angespannte Angebotslage bei dem kritischen Rohstoff außerhalb Chinas, die sich durch die wachsende Nachfrage aus dem Verteidigungssektor weiter verschärfen dürfte.

    Die Analysten haben ihre Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2026 bis 2028 deutlich angehoben. Das bereinigte EBITDA soll nun 237 Mio. USD im Jahr 2026, 698 Mio. USD im Jahr 2027 und 917 Mio. USD im Jahr 2028 erreichen. Zuvor hatte D.A. Davidson lediglich 179 Mio. USD, 511 Mio. USD beziehungsweise 695 Mio. USD erwartet. Das Nettoergebnis soll von 168 Mio. USD im laufenden Jahr auf 514,7 Mio. USD in 2027 und 663,4 Mio. USD in 2028 steigen. Grundlage der höheren Schätzungen sind angehobene Preisannahmen für Wolfram und Molybdän sowie ein planmäßiger Hochlauf der Produktion. Für Sangdong wird mit ersten Umsätzen aus Phase I im dritten Quartal 2026 gerechnet, Phase II soll im ersten Quartal 2027 folgen. Die Molybdänproduktion könnte Ende 2027 starten, während die Oxidproduktion ab 2028 zum Ergebnis beitragen soll.

    Trotz der höheren Prognosen arbeitet das Modell der Analysten mit vergleichsweise konservativen Annahmen. In den Schätzungen werden bisher keine Erlöse aus den Projekten in Spanien (Los Santos, Valtreixal) und den USA (Gentung Browns Lake) berücksichtigt. Damit besteht weiteres Aufwärtspotenzial. Die langfristige Wolframpreisannahme wurde ab 2027 auf 1.750 USD je MTU angehoben. Damit liegt sie weiterhin deutlich unter dem aktuellen Spotpreis von rund 3.000 USD.

    Renk: Drohnen werden zum Problem

    mwb Research stuft die Renk-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ ab und bestätigt das Kursziel von 50 EUR. Aus Sicht der Analysten hat der jüngste NATO-Gipfel die Erwartungen der Anleger an zusätzliche Großaufträge für schwere Gefechtsfahrzeuge nicht erfüllt. Statt Panzern stehen derzeit vor allem Luftverteidigung, Drohnen, Aufklärung und weitreichende Waffensysteme im Mittelpunkt der Beschaffungsprogramme. Als Beispiel nennt mwb Estland, wo ein geplantes Beschaffungsprogramm für Schützenpanzer im Volumen von 500 Mio. EUR ausgesetzt und die Mittel in Drohnen sowie Luftverteidigung umgeleitet wurden.

    Auch beim deutschen Großprojekt Arminius bleiben die Analysten vorsichtig. Rheinmetall stellt für bis zu 3.000 Fahrzeuge ein mögliches Volumen von rund 40 Mrd. EUR in Aussicht, doch die endgültige Vertragsunterzeichnung soll frühestens im zweiten Halbjahr 2026 erfolgen. mwb rechnet mit niedrigeren Stückzahlen als Rheinmetall und sieht erst dann wieder einen positiven Kurstreiber, wenn belastbare Panzeraufträge in glaubwürdiger Größenordnung vorliegen.

    Operativ erwartet mwb bei Renk weiterhin kräftiges Wachstum. Der Umsatz soll von 1,54 Mrd. EUR im Jahr 2026 auf 1,82 Mrd. EUR im Jahr 2027 und 2,13 Mrd. EUR im Jahr 2028 steigen. Das EBITDA dürfte im gleichen Zeitraum von 350 Mio. EUR auf 406 Mio. EUR und schließlich 479 Mio. EUR zulegen. Beim Nettoergebnis prognostizieren die Analysten einen Anstieg von 185 Mio. EUR im Jahr 2026 auf 216 Mio. EUR im Jahr 2027 und 262 Mio. EUR im Jahr 2028. Nach der jüngsten Kursrally bis in die Nähe des Kursziels hält mwb die Bewertung mit einem erwarteten KGV von 21 und einem EV/EBITDA-Multiple von 11 für 2027 derzeit für angemessen.

    OHB: Besuch von Bundesverteidigungsminister

    In den vergangenen zwei Monaten hat sich die Aktie von OHB mehr als halbiert. Nach dem Abschluss der Kapitalerhöhung und dem Teilausstieg eines Großaktionärs kann sich der Fokus jetzt wieder auf die operative Entwicklung des Bremer Raumfahrtkonzerns richten. So hat OHB zuletzt vom Besuch des Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius berichtet. Im Mittelpunkt standen aktuelle Raumfahrtprogramme, technologische Entwicklungen und die Bedeutung weltraumgestützter Infrastruktur für Sicherheit und Verteidigung. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Veränderungen wurde insbesondere darüber gesprochen, welchen Beitrag die Raumfahrt zur technologischen und strategischen Souveränität Deutschlands und Europas leisten kann.

    OHB-Vorstandschef Marco Fuchs verwies auf die von Pistorius angekündigten Investitionen von 35 Mrd. EUR in militärische Weltraumfähigkeiten. Das Unternehmen sieht sich aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und seiner technologischen Kompetenzen als möglichen Partner beim Ausbau der deutschen und europäischen Fähigkeiten im All.

    Während des Besuchs besichtigte die Delegation Reinräume, laufende Satellitenprogramme und die Produktion moderner Raumfahrtsysteme. Pistorius tauschte sich zudem mit Mitarbeitenden und dual Studierenden des Unternehmens aus. Dabei ging es neben beruflichen Perspektiven in der Raumfahrt auch um deren Bedeutung für Kommunikation, Navigation, Wettervorhersagen, Krisenmanagement und Sicherheit.

    Nach dem Abschluss der Kapitalerhöhung dürften Analysten schon bald ihre Studien aktualisieren. Anfang Juli hatte NuWays die Kaufempfehlung für die OHB-Aktie mit Kursziel von 340 EUR bestätigt.


    Fazit

    Almonty steht erst am Anfang einer rasanten Umsatz- und Gewinnsteigerung. Davon sollte auch die Aktie bald wieder profitieren. Denn Wolfram dürfte knapp und teuer bleiben. Renk dürfte zwar in den kommenden Jahren ordentlich wachsen, aber die Aktie ist eben nicht günstig und die Zukunftsperspektiven bei "schwerem Kriegsgerät" sind überschaubar. OHB ist mit dem SpaceX-Hype explodiert. Jetzt normalisiert sich die Situation wieder.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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