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12.11.2021 | 05:00

BASF, Royal Helium, Linde: Dieser Markt steht ganz am Anfang

  • Helium
Bildquelle: pixabay.com

Industriegase sind begehrt – und teuer. Auch vor Gasen, wie etwa Helium macht die Teuerung nicht halt. Selbst Chemie-Gigant BASF nennt das Edelgas in einer Pressemitteilung wertvoll und stellte gemeinsam mit Linde ein Verfahren vor, mit dem Helium bei der Erdgasproduktion gewonnen werden kann. In anderen Regionen gelingt die Förderung von Helium, das in medizinischen Geräten aber auch in der Chip-Produktion verwendet wird, sogar unabhängig von Nebenprodukten. Angesichts der langfristig schwindenden Produktion fossiler Brennstoffe, wird das immer wichtiger. Wir stellen drei Aktien vor.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: ROYAL HELIUM LTD. | CA78029U2056 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , LINDE PLC EO 0_001 | IE00BZ12WP82



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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BASF und Linde haben Helium längst als Chance entdeckt

BASF als Helium-Aktie zu bezeichnen, wäre vermessen. Das Unternehmen bietet von Agrarchemie bis hin zu Industriechemie oder gar Ernährung- und Pflegeprodukten alles. 2021 entwickelte sich die Aktie freundlich und bietet zudem eine attraktive Dividendenrendite von fast 5%. Nicht umsonst ist BASF seit Jahrzehnten das Basisinvestment des konservativen Aktien-Sparers: langfristig solide, kurzfristig mitunter ein wenig langweilig. Vor einiger Zeit hat BASF gemeinsam mit Linde ein Verfahren auf den Weg gebracht, das Helium als Beiprodukt der Erdgas-Förderung nutzbar machen kann. Bereits 2019 schrieb die BASF dazu: „Das Verfahren kombiniert einen zweistufigen Membranprozess, basierend auf der Linde HISELECT® Powered by Evonik Membrantechnologie, eine vorgeschaltete Adsorptionsanlage von BASF zur Vorkonditionierung des Erdgases, bei der Durasorb™ zum Einsatz kommt, die integrierte Sauergasreinigungstechnologie OASE® von BASF und eine integrierte Helium-Druckwechseladsorptionsanlage von Linde." Wenn Sie im Zitat aus den Federn der Presseabteilung des Ludwigshafener Chemiekonzerns nicht jedes Wort verstanden haben, dann liegt das nicht an Ihnen. Das Zitat verdeutlich: Das Verfahren ist komplex und dürfte sich wohl nur bei bestimmten, großen Verarbeitungsanlagen oder Pipelines wirklich lohnen.

Da Helium auch trotz der Technologie von BASF und Linde in den vergangenen Jahren teurer geworden ist, belegt das auch, dass die Gewinnung des Edelgases als Nebenprodukt nicht ausreicht, um die Nachfrage aus Chipindustrie oder Medizintechnik zu befriedigen. Da in der Öl- und Gasförderung zudem der Trend in Richtung regenerativer Projekte geht - siehe Konzerne wie BP oder Royal Dutch Shell - dürfte die Lösung von BASF und Co. ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Doch welche Alternativen gibt es?

Royal Helium: Neue Wege, neue Chancen

Während Helium bei BASF und Linde nur ein Betätigungsfeld von vielen ist, setzt der kanadische Heliumproduzent Royal Helium alles auf das Edelgas. In Saskatchewan kommt Helium in einer großen Reinheit vor, die es naheliegend macht, das Gas direkt zu fördern. In den vergangenen Monaten hat Royal Helium ein starkes organisches Wachstum gezeigt und nach und nach Bohrungen in Betrieb gebracht. Royal Helium setzt sich aus Experten aus der Öl- und Gasbranche zusammen und macht sich die Eigenschaft zu Nutze, dass die Bohrung nach dem Edelgas ähnlich vonstatten geht, wie die Suche nach Öl. Saskatchewan ist typischerweise für die Ölförderung bekannt, weswegen es dort neben guter Infrastruktur und Rahmenbedingungen auch das erfahrene Personal gibt.

Während viele der Ölunternehmen in Saskatchewan bei Helium bestenfalls an Luftballons dachten, sicherte sich Royal Helium ein großes Landpaket von fast 900.000 Hektar. „Dieses große Grundstückspaket ermöglicht es dem Unternehmen, abhängig vom Erfolg, ein wichtiger Akteur in diesem Bereich zu werden. Wir sind derzeit der zweitgrößte Helium-Landbesitzer in Nordamerika", so CEO Andrew Davidson in einem Interview vor einigen Monaten. Dass sich dieses Landpaket langfristig rechnet, darauf deutet auch der intakte Trend beim Heliumpreis hin. Zwar besteht kein Spot-Markt, doch verweist Davidson auf einen Kursanstieg von 84 auf 280 USD seit 2012 je tausend Kubikfuß. Da die US-Regierung während dieses Preisanstiegs ihre strategische Helium-Reserve in Amarillo, Texas Schritt für Schritt aufgelöst hat und diese Verkäufe 2021 endeten, stehen die Chancen für noch höhere Notierungen bei Helium gut – schließlich ist das allgemeine Umfeld für Rohstoffe unterstützend. Ende Oktober hat Royal Helium mit Ogema-1 einen neuen Block gebohrt sowie sein technisches Team um den Professor für Geophysik, Robert R. Steward erweitert. In den kommenden Wochen dürfte das Unternehmen über die Arbeiten berichten. In der Vergangenheit lösten Unternehmensmeldungen mitunter steile Anstiege der Aktie aus.

Investieren von konservativ bis spekulativ

Während Titel wie BASF oder Linde eher wegen ihrer Dividende und dem weiten Geschäftsfeld für konservative Anleger interessant sind , ist ein Helium-Investment mit Aktien von Royal Helium weitaus spekulativer. Da allerdings bereits die großen Player erkannt haben, wie wertvoll das Edelgas ist und dass es für klassische Energieproduzenten zusätzliche Einkommensströme sichern kann, könnte sich ein Direktinvestment als lohnend erweisen.


Saskatchewan bietet für die alleinige Förderung von Helium gute Rahmenbedingungen und Royal Helium hat in der Vergangenheit bereits erfolgreich unter Beweis gestellt, dass sein organisches Wachstum an der Börse dynamische Entwicklungen auslösen kann. Spekulative Anleger sollten den attraktiven Nischenmarkt auf dem Schirm haben.


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