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07.04.2022 | 05:29

Die Alternative zu Betongold: Vonovia, Hong Lai Huat, HeidelbergCement

  • Immobilien
Bildquelle: pixabay.com

Betongold und Sachwerte. Diese zwei Begriffe sind in den vergangenen mehr als zehn Jahren wohl am meisten strapaziert worden. Schon nach der großen Finanzkrise setzte der Run auf Immobilien ein. Im Nachhinein ist es geradezu amüsant, dass schon Mitte der 10er-Jahre die ersten Warnungen vor einem Platzen der Immobilienblase laut wurden. Doch der Trend ging weiter, immer weiter. Zuletzt steigen die Preise für Wohnimmobilien um rund 12% in einem Quartal. Erneut werden Warnungen vor einem Ende des Aufschwungs laut, etwa von Seiten der Deutschen Bank. Doch wie stark können Immobilien korrigieren? Oder geht die Immo-Hausse gar weiter? Wir stellen heute drei Aktien als Alternative zu Wohnungen vor und arbeiten die besonderen Vorteile von Immo-Aktien heraus.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: HONG LAI HUAT GROUP LIMITED | SG1EE1000009 , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1 , HEIDELBERGCEMENT AG O.N. | DE0006047004

Inhaltsverzeichnis:


    Vonovia: Selbst 3,8% Dividendenrendite reichen nicht

    Wer eine Wohnung oder ein Haus kauft, der muss tief in die Tasche greifen: Zum Kaufpreis kommen rund 12% Nebenkosten hinzu. Auch werden Handwerker am Ende fast immer teurer als zuvor gedacht. Für Selbstnutzer kommen weitere Kostenfallen hinzu: Hat man sich erst mal eingelebt, soll es natürlich wohnlich sein. Inzwischen hat fast jeder Handwerker einen eigenen Showroom und bietet dort Produkte und Lösungen feil. Der Vertriebs-Funnel lotst Kunden im Showroom zuverlässig in Richtung der teuren Lösungen und schon ist das Eigenheim noch einige (tausend) Euro teurer geworden. Was könnte also für Anleger eine Alternative zur Kostenfalle Immobilien sein? Immo-Aktien!

    Titel wie Vonovia haben rund 400.000 Wohnungen im Bestand und bewirtschaften diese. Dank regelmäßiger Mieteinnahmen sprudeln auch für Anleger die Dividenden. Am 29. April wird auf der Online-Hauptversammlung über die Ausschüttung für 2021 entschieden. Im Raum stehen 1,66 je dividendenberechtigter Stückaktie. Die Dividendenrendite liegt damit bei rund 3,8% - angesichts der Niedrigzinsen ist das ein solider Wert. Angesichts der Inflation von rund 7% reicht die Dividende nicht für eine reale Rendite aus. Anleger müssen auf Kursgewinne hoffen. Doch die Aktie steckt im Abwärtstrend: Seit einem Jahr ging es um rund 18% nach unten – die Aktie von Vonovia ist so keine Alternative zu Betongold.

    Hong Lai Huat: Wo Immobilien noch Margen bieten

    Besser sind die Chancen womöglich beim Immobilien-Entwickler Hong Lai Huat aus Singapur. Das Unternehmen ist schon vor Jahren von seinem Heimatmarkt in Richtung Kambodscha expandiert. Das aufstrebende Land in Südostasien bietet laut der Rating-Agentur Fitch im Jahr 2022 ein Wachstum von 4,7%. Das liegt auch daran, weil bereits 90% der Menschen in Kambodscha geimpft sind. Hong Lai Huat hat mit D'Seaview bereits ein Projekt abgeschlossen, das 737 Wohneinheiten und Ladenzeilen umfasst. Die Wohnungen sind überwiegend verkauft und haben neben Ausländern auch Kambodschaner angesprochen. Im Interview mit Kapitalerhoehungen.de erklärt Executive Director Dylan Hong unter anderem auf welche Zielgruppen sich Hong Lai Huat fokussiert.

    Neben D'Seaview plant das Unternehmen weitere Wohn-Projekte und betont, inzwischen ein eingespieltes Team rund um Immobilien-Projekte in Kambodscha zu haben: „Unsere Mitarbeiter vor Ort berichten aber in erster Linie davon, dass sie während des Vertriebs der Wohnungen noch stärker verstanden haben, wie der Markt funktioniert und welche Ansprüche Kunden haben", erklärt Ong. Neben Wohn-Projekten hat das Unternehmen mit dem Agri-Hub ein gigantisches Agrar- und Industrie-Projekt gestartet, das sich auf einer Fläche von 100.000.000 Quadratmetern nur eine Autostunde von Phnom Penh erstreckt. Hier will das Unternehmen Fischfarmen mit Solardächern umsetzen, Leichtindustrie ansiedeln und Wohnungen bieten. „Wir beabsichtigen, den Agri-Hub durch Joint Ventures oder den Verkauf bzw. die Verpachtung von Land zu entwickeln, was der Gruppe mehrere diversifizierte Einkommensströme verschaffen wird", erklärt Ong. Mit einem Rohstoffunternehmen ist Hong Lai Huat bereits ein Joint-Venture diesbezüglich eingegangen, welches aber noch genehmigt werden muss. Da Hong Lai Huat 2021 seinen Umsatz mehr als verdoppeln konnte und die Geschäfte im Kambodscha wieder Fahrt aufnehmen, könnte auch die Aktie Perspektive bieten. Die Dividende von 0,002 SGD je Aktie ist zwar gering, doch zeigt die Ausschüttung, wohin die Reise für das Unternehmen gehen soll.

    HeidelbergCement: Wie nachhaltig ist die Aktie?

    Wenn Immobilienpreise steigen, werden auch Bau-Projekte immer beliebter. Wichtigster Baustoff ist noch immer Beton. Doch der Stoff ist wegen des hohen Energiebedarfs in Verruf geraten. Immer mehr Technologien setzen auf natürliche Stoffe oder Carbonfasern. Vereinzelt kommen Bauteile sogar schon aus dem 3D-Drucker und werden so arrangiert, dass ihre Form Vorbildern aus der Natur ähnelt, wie etwa Schneckenhäusern. Doch das ist (noch) Zukunftsmusik. Beton bleibt der wichtigste Baustoff. HeidelbergCement kündigte kürzlich an, seine Dividende anheben zu wollen. Da der Kurs fällt, steigt die Dividendenrendite und erreicht inzwischen einen Wert von mehr als 5%. Da die Aktie aber allein in den vergangenen drei Monaten 19% nachgegeben hat, bleibt der Wert ein heißes Eisen.


    Der Boom am Immobilienmarkt scheint bei Immo-Aktien aus der ersten Reihe schon vorbei zu sein. Zwar stimmen die Ausschüttungen bei Vonovia oder auch HeidelbergCement, doch treten die Aktien den Rückwärtsgang ein. Eine Alternative für spekulativ orientierte Anleger könnte Hong Lai Huat sein. Das Unternehmen agiert in einem Wachstumsmarkt, wo noch Margen zu holen sind und die Konkurrenz überschaubar ist. Zwar liefen die Kurse die letzten Monate und Jahre seitwärts, doch machen die jüngsten Zahlen Hoffnung.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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