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20.09.2021 | 05:00

Drägerwerk, Royal Helium, Bayer: Diese Aktien geben Gas

  • Gas
Bildquelle: pixabay.com

Chemieprodukte und Gase sind wichtige Produkte für die Industrie. An diesen Vorprodukten lässt sich die aktuelle wirtschaftliche Lage gut ablesen. Aktuell herrscht auch hier Knappheit vor. Wir erklären, woran das liegt und skizzieren drei Aktien rund um das Thema.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: ROYAL HELIUM LTD. | CA78029U2056 , DRAEGERWERK ST.A.O.N. | DE0005550602 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Drägerwerk vor positiver Zukunft

Die Aktie von Drägerwerk befindet sich aktuell in einer kleinen Verschnaufpause. Doch das Geschäft beim Unternehmen für Medizintechnik läuft ausgesprochen gut. Im Pandemie-Jahr 2020 kletterten sowohl die Umsätze aber auch die Auftragseingänge deutlich. Wir erinnern uns: Drägerwerk ist Beatmungs-Spezialist und auch rund um Anästhesie-Geräte gut im Geschäft. Trotzdem wird sich das Rekord-Jahr nicht in der Form wiederholen lassen. Deswegen schwächelt aktuell auch die Aktie. Grundsätzlich ist Drägerwerk aber vielversprechend. Die Pandemie hat die Schwächen des Gesundheitssystems aufgedeckt und den Fokus auf nötige Investitionen gelegt.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 10 ist der Wert noch immer nicht teuer. Das eröffnet vor allem langfristig denkenden Investoren Potenziale. Zwar bietet der Wert kaum eine Dividende, doch spricht zumindest die Perspektive für Drägerwerk. Angesichts von Personalknappheit im Gesundheitssektor und immer älter werdenden Patienten könnte Technologie der Schlüssel zu einem noch besser funktionierenden Gesundheitssystem sein. Die Aktie ist zwar kein Überflieger, bleibt aber langfristig aussichtsreich.

Royal Helium: Operativer Erfolg und Korrektur

Aussichtsreich ist auch Royal Helium. Der angehende Helium-Produzent profitiert neben der Nachfrage von Medizintechnik-Unternehmen , die das Edelgas in Geräten für bildgebende Verfahren einsetzen, auch von Seiten der immer stärker an Bedeutung gewinnenden Raumfahrt. Royal Helium besitzt rund 400.000 Hektar an Rechten zur Exploration von Helium. Das Projekt befindet sich im kanadischen Distrikt Saskatchewan und bietet aufgrund geologischer Besonderheiten einige Vorteile. Da in der Produktion wenige bis keine Kohlenstoffe vorkommen, kann die Förderung auf dem Gebiet von Royal Helium als umweltfreundlich gelten. Auch verlangt der Distrikt im Vergleich zu anderen Regionen geringe Lizenzgebühren und aufgrund der vorhandenen Öl- und Gasindustrie einen vielschichtigen Mix aus Dienstleistern und qualifiziertem Personal.

Nachdem Royal Helium in den ersten Monaten des Jahres drei Bohrungen erfolgreich abgeschlossen hat, bohrte man in den vergangenen Monaten das Bohrloch Climax-4. Hier laufen aktuell die Auswertungen. Erste Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass die Helium-Vorkommen in diesem Bohrloch größer sein könnten, als in Climax-3. Da die Aktie seit ihrer Hochs von April jenseits der Marke von 0,60 EUR rund 50% korrigiert hat, könnte der Wert wieder interessant werden. Operativ hat das Unternehmen in der Zwischenzeit Fortschritte gemacht. Das aktuelle Niveau erscheint günstig um in das Edelgas mit den unverzichtbaren Eigenschaften für viele Branchen zu investieren.

Bayer: Dümpelnde Kurse trotz Innovationen

Wie Drägerwerk und Royal Helium musste auch die Aktie von Bayer in den vergangenen Monaten Federn lassen. Auf Sicht von drei Monaten ging es um rund 15% nach unten, auf Jahressicht um knapp 20%. Doch woran liegt das? Fundamental sieht es für Bayer eigentlich gut aus. Für das Unternehmen war 2020 zwar ein herausforderndes Geschäftsjahr, doch zeigt sich inzwischen, dass viele Baustellen der Vorjahre, wie etwa die Monsanto-Übernahme , langfristig positiv für Bayer sein könnten. Das Geschäft mit Saatgut passt gut zur aktuellen Inflations-Debatte.

Mit innovativen pharmakologischen Verfahren, wie etwa der Zell- und Gentechnik, schielen die Rheinländer auf den ganz großen Durchbruch. Dass das Unternehmen in jedem Bereich innovativ ist, zeigt zum Beispiel auch eine gegen Extremwetter-Ereignisse weitgehend resistente Mais-Sorte. Die Aktie hat zuletzt Federn gelassen, ist aber auch angesichts der attraktiven Dividendenrendite von rund 3,5% vielversprechend.


Damit sticht Bayer die Konkurrenz von Drägerwerk aus. Während der Medizintechnik-Spezialist zwar gute Produkte, aber wenig Fantasie bietet, könnte Bayer schon bald überraschen. Gleiches gilt für Royal Helium. Das Unternehmen ist nur mit rund 43 Mio. EUR bewertet und muss daher als spekulativ gelten. Dass das im Umkehrschluss aber auch große Chancen bietet, zeigt der Kursverlauf des ersten Quartals.


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