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27.05.2021 | 05:12

Kodiak Copper, ThyssenKrupp, BYD: Drei Trends in einer Aktie

  • Kupfer
Bildquelle: pixabay.com

Kupfer ist das Metall der Stunde. Gleich mehrere Gründe sprechen für Kupfer. Erstens profitiert Kupfer von der weltweit wieder anziehenden Wirtschaft nach dem Ende der Pandemie. Das Industriemetall ist seit jeher Hauptprofiteur, wenn in Infrastruktur investiert oder anderweitig gebaut wird. Genau auf diesem Wege wollen Staaten ihre Wirtschaft nach der Pandemie anschieben. Zugleich kommt die dynamische Nachfrage seitens der E-Auto-Industrie hinzu. E-Autos und Ladeinfrastruktur, das alles funktioniert nicht ohne Kupfer. Und zu guter letzt setzt uns die Inflation zu – die Bundesbank erwartet bereits Teuerungsraten jenseits der Marke von 4%. Auch hier profitieren in der Regel die Preise von Rohstoffen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp



 

Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Kodiak Copper: Diese Kupfer-Aktie steht auf vielen Watchlists

Spekulative Investoren, die auf den ohnehin dynamischen Kupferpreis sogar noch einen Hebel wünschen, können sich die Aktie von Kodiak Copper genauer ansehen. Kodiak Copper sorgte im vergangenen Jahr mit spektakulären Bohrergebnissen für Aufsehen. Bis Anfang des Jahres konsolidierte die Aktie und hat jetzt wieder Fahrt aufgenommen. Erst im April gelang es dem Unternehmen, das Konzessionsgebiet Axe zu erwerben, das die bisherige Fläche ergänzt und dessen Exploration in diesem Jahr vorbereitet und eingeleitet werden soll. Auf dem bisherigen Kerngebiet des MPD-Projekts sind aktuell bereits Bohrungen im Gange. Ab dem zweiten Quartal soll weiteres Bohr-Equipment dafür sorgen, dass die Bohrungen sogar noch schneller vonstattengehen. Aktionäre können also mit Newsflow rechnen.

Welchen Effekt gute Bohrergebnisse auf den Kurs von Explorationsgesellschaften haben können, stellte Kodiak Copper im vergangenen September eindrucksvoll unter Beweis: Die Aktie kletterte binnen eines Monats von 0,39 auf 2,10 EUR. Die anschließende Finanzierungsrunde ließ den Kurs konsolidieren und um die Marke von 1 EUR pendeln. Seit einigen Wochen ist nun wieder Musik drin bei Kodiak. Das Zwischenhoch bei 1,36 EUR konnte überwunden werden und der Kurs sprang kurzzeitig sogar über 1,50 EUR. Mit der jüngsten Konsolidierung könnte die Aktie Schwung für mehr geholt haben. Das Unternehmen dürfte sowohl bei spekulativ orientierten Investoren als auch bei großen Bergbau-Gesellschaften auf der Watchlist stehen. Bohrstrecken über mehrere hundert Meter mit Gehalten bis zu 0,53% Kupfer sprechen eine deutliche Sprache. Wer einen Hebel auf den Kupferpreis sucht, kommt um Kodiak Copper kaum herum.

ThyssenKrupp: Hier regiert das Prinzip Hoffnung

Wer Kupfer hört, denkt unweigerlich auch an Stahl. Die Aktie von ThyssenKrupp ging 2020 durch viele Tiefen. Glücklicherweise hat die Restrukturierung des Unternehmens bereits Früchte getragen und für die ersten Quartalsgewinne im neuen Geschäftsjahr gesorgt. Auffällig ist, dass nicht das einstige Kerngeschäft rund um Stahl, sondern die Bereiche Auto- und Industriekomponenten bei ThyssenKrupp mit am besten laufen. Das Geschäft mit Personenaufzügen hat man bereits verkauft. Die ersten Signale der jüngsten Quartalszahlen deuten darauf hin, dass sich auch im Gesamtjahr einiges für ThyssenKrupp zum Besseren wenden könnte.

Der Kurs ist trotzdem am Boden. Auf Sicht von einem Jahr legte die Aktie zwar deutlich zu, verliert aber innerhalb der vergangenen drei Monate um 16%. Auch aus charttechnischer Sicht sieht die Aktie aktuell nicht wirklich vielversprechend aus. Bis der Wert aus langfristiger Perspektive wieder in einen Aufwärtstrend übergehen kann, müssen noch viele Widerstände aus dem Weg geräumt werden. Die Aktie ist aktuell uninteressant.

BYD: Tausendsassa mit Konkurrenz

Einer der wichtigsten Wachstumstreiber für das Geschäft mit Kupfer ist die Elektromobilität. Hier hat sich der chinesische Autobauer BYD einen Namen gemacht. Vor vielen Jahren war BYD mehr Akkuhersteller als Autobauer und wurde von der Konkurrenz der Premiummarken oft verlacht. Doch das Unternehmen hat sich gemausert und bietet inzwischen neben eigenen Akkus und schicken E-Autos auch eine eigene Halbleiter-Sparte. In einer Zeit, in der Chips rar sind, dürfte der Hochmut vieler deutscher Premiumhersteller mit Blick nach China verflogen sein. BYD ist perfekt positioniert und muss Lieferengpässe nicht fürchten. Vielmehr können Börsengänge der Tochterunternehmen sogar weiteres Kapital in die Kassen von BYD spülen und das Unternehmen auch als Zulieferer interessant machen.

Die Aktie von BYD hat nach einer fulminanten Rally im vergangenen Jahr in den vergangenen drei Monaten korrigiert. Seit einer Woche zieht die Aktie ab er wieder an und ist aus Sicht von fünf Handelstagen um 10,7% vorne. Die endgültige Trendwende könnte im deutschen Handel vollzogen sein, wenn die Aktie die Marke von 20 EUR wieder überspringt. Doch auch BYD ist nicht ohne Risiko: Deutsche Premiummarken, wie etwa VW, haben eine Elektro-Offensive ausgerufen und dürften bald auch technologisch mit der Konkurrenz gleichziehen. Das bessere Image haben die deutschen Premiummarken ohnehin schon. BYD ist daher kein Selbstläufer. Wer unabhängig von Marken in Trends wie Elektromobilität, Infrastruktur und auch Inflation investieren will, kann sich die dynamische Kupfer-Hoffnung Kodiak Copper näher ansehen.


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