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24.07.2026 | 04:00

Nordamerika setzt auf Kernenergie! Wer profitiert? Siemens Energy, Cameco, Constellation Energy und American Atomics

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Bildquelle: KI

Nordamerika setzt voll auf Kernenergie. In Kanada soll ein Vorzeigeprojekt mit vier kleinen modularen Reaktoren (SMR) 1,2 Mio. Haushalte mit Strom versorgen. Darüber hinaus sind auch große Kernkraftwerke geplant. Der Staat fördert den Ausbau. Genauso wie in den USA. Dort sollen die Kernkraftkapazitäten bis 2050 von derzeit rund 100 GW auf 400 GW vervierfacht werden. Für Anleger bieten sich damit Investmentchancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Es fängt beim Uran an. Neue Abbaugebiete werden dringend benötigt. Neben Cameco als Basisinvestment ist American Atomics interessant. Das Unternehmen arbeitet am Aufbau einer integrierten Wertschöpfungskette. Die neuesten Entwicklungen beim Flaggschiffprojekt sind vielversprechend. Doch auch Siemens Energy will vom Boom profitieren. Zwar liefert der deutsche Konzern keine Reaktoren, aber dafür Dampfturbinen, Generatoren und weitere Technik für Kernkraftwerke.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: CONSTELLATION ENERGY CORPORATION | US21037T1097 | NASDAQ: CEG , CAMECO CORP. | CA13321L1085 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE

Inhaltsverzeichnis:


    Cameco, Constellation Energy: Nordamerika setzt auf Kernenergie

    Kanada treibt den Ausbau der Kernenergie voran. Besonders konkret ist beispielsweise das Darlington New Nuclear Project in Ontario. Dort sollen vier kleine modulare Reaktoren (SMR) vom Typ BWRX-300 entstehen. Für den ersten Reaktor mit rund 300 MW liegt bereits die Baugenehmigung vor. Insgesamt könnten die vier SMR Strom für etwa 1,2 Mio. Haushalte liefern. Das Projekt wird staatlich unterstützt. Parallel wird auch der Bau größerer Kernkraftwerke geprüft. Am Standort Bruce Power könnte mit Bruce C zusätzliche Leistung von bis zu rund 4.800 MW entstehen. Beim Projekt Wesleyville läuft derzeit das Genehmigungsverfahren. Neben Ontario verfolgen zudem Saskatchewan, Alberta und New Brunswick Pläne für neue Kernkraftwerke beziehungsweise SMRs.

    Auch die USA treiben den Ausbau der Kernenergie mit Nachdruck voran. Die US-Regierung hat das Ziel ausgegeben, die installierte Kernkraftkapazität von derzeit rund 100 GW auf 400 GW bis 2050 zu vervierfachen. Bis 2030 sollen unter anderem zehn neue große Reaktoren im Bau sein. Zudem sollen bestehende Anlagen durch Leistungssteigerungen mindestens 5 GW zusätzliche Kapazität liefern. Außerdem unterstützt das US-Energieministerium die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke wie Palisades und fördert die Entwicklung neuer Reaktortechnologien und SMRs. Damit soll nicht nur der insbesondere durch KI-Rechenzentren steigende Strombedarf gedeckt werden, sondern auch die heimische nukleare Lieferkette einschließlich der Uranversorgung gestärkt werden.

    Zu den potenziellen Gewinnern dieser Entwicklung zählen Unternehmen entlang der gesamten nuklearen Wertschöpfungskette. Cameco profitiert als einer der weltweit größten Uranproduzenten sowohl von einer steigenden Brennstoffnachfrage als auch über seine Beteiligung an Westinghouse vom Bau neuer Reaktoren. Auch BWX Technologies als Zulieferer für Reaktorkomponenten und nukleare Systeme sowie GE Vernova über das Joint Venture GE Hitachi Nuclear Energy und den SMR BWRX-300 könnten vom Ausbau profitieren. Hinzu kommen große Betreiber wie Constellation Energy und Vistra, die von Laufzeitverlängerungen, Leistungssteigerungen und der wachsenden Nachfrage nach grundlastfähigem Strom für Industrie und KI-Rechenzentren profitieren. Für kleinere Uranexplorer entsteht zugleich ein attraktiveres Marktumfeld, da Nordamerika seine Abhängigkeit von ausländischen Uran- und Brennstofflieferketten reduzieren will.

    American Atomics: Spannende News

    American Atomics hat für sein Uranprojekt Lisbon Valley East im US-Bundesstaat Utah einen technischen Bericht gemäß NI 43-101 veröffentlicht. Das Projekt umfasst 217 Claims. Besonders interessant ist die Lage in einem historisch bedeutenden Uranrevier. Im Lisbon Valley wurden zwischen 1950 und 1990 rund 80 Mio. Pfund Uranoxid (U3O8) gefördert.

    Der technische Bericht unterstreicht das geologische Potenzial der bislang deutlich weniger erkundeten nordöstlichen Seite der Lisbon-Valley-Struktur. Historische Bergbau- und Bohrdaten sprechen dafür, dass die uranführenden Zonen durch eine Verwerfung versetzt wurden und sich in größerer Tiefe fortsetzen könnten. Unterstützung erhält diese These durch frühere Bohrungen. Unter anderem wurde ein 3,5 Fuß mächtiger Abschnitt mit 0,28 % U3O8 identifiziert. Dies ist ein vergleichsweise hoher Urangehalt. Entscheidend für das wirtschaftliche Potenzial ist nun, ob sich eine ähnliche Mineralisierung über größere Mächtigkeiten und Distanzen bestätigen lässt.

    Zudem zeigten Öl- und Gasbohrungen in 28 von 51 untersuchten Bohrlöchern auffällige bis sehr starke Gamma-Signaturen innerhalb der potenziell uranführenden Gesteinsschichten. Daraus lässt sich ein rund 20 Kilometer langer und mehr als 750 Meter breiter Zielkorridor ableiten.

    Mit dem NI-43-101-Bericht schafft American Atomics eine wichtige technische Grundlage für die weitere Exploration von Lisbon Valley East. Das Unternehmen verfolgt unter dem Leitmotiv „From Rock to Reactor“ eine integrierte Strategie entlang der nordamerikanischen Uran- und Kernbrennstoff-Wertschöpfungskette. Vor dem Hintergrund des historischen Uranreichtums der Region und der bisherigen geologischen Hinweise bietet Lisbon Valley East damit eine aussichtsreiche Basis, um das Projekt systematisch weiterzuentwickeln.

    Damit sollte auch die Aktie von American Atomics wieder anspringen.

    https://youtu.be/hV9aODV4TbU?si=_PxhJH_dmcR7FH_R

    Siemens Energy und Atomkraft?

    Siemens Energy will ebenfalls zu den Gewinnern der Renaissance der Kernenergie zählen. Wahrgenommen wird der Konzern derzeit vor allem als einer der großen Profiteure des Booms bei Gasturbinen. Diese sind angesichts des rasant steigenden Strombedarfs durch KI-Rechenzentren stark gefragt. Doch Siemens Energy liefert auch Dampfturbinen, Generatoren, elektrische Systeme sowie Netzanschluss- und Leittechnik für Kernkraftwerke. Bei einem neuen Atomkraftwerk stammt der eigentliche Reaktor zwar von Anbietern wie Westinghouse oder GE Hitachi, doch für die Umwandlung des erzeugten Dampfes in Strom und dessen Einspeisung ins Netz werden genau jene Komponenten benötigt, bei denen Siemens Energy über jahrzehntelange Erfahrung verfügt.

    Damit eröffnet der geplante Ausbau der Kernenergie in den USA, Kanada und weiteren Ländern zusätzliche Wachstumschancen neben dem derzeit boomenden Gasturbinengeschäft. Siemens Energy kann sowohl bei Neubauten und Small Modular Reactors als auch bei der Modernisierung bestehender Anlagen profitieren. So arbeitet der Konzern beispielsweise mit Rolls-Royce SMR bei der Turbinentechnik für dessen geplante modulare Reaktoren zusammen.


    Fazit

    Atomkraft wird weltweit zum Energiemix der Zukunft gehören. Damit bieten sich Investmentchancen entlang der Wertschöpfungskette. Unter den Uran-Explorern hebt sich American Atomics mit dem Ziel einer integrierten US-Wertschöpfungskette ab. Unternehmen wie Cameco und Constellation Energy sind Basisinvestments in den Sektor. Siemens Energy will auch ein Stück vom Kuchen abhaben.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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